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Lichtblicke nach Krisenjahr nach oben  
Ganz unten: Die Wirtschaftskrise hat viele Menschen in Lettland in eine ausweglose Krise gebracht. Sie müssen, so wiehier inRiga, betteln,umihren Lebensunterhalt zusichern.
FOTO: RICHARD ZELENKA

Die Glocke AUSZUG VOM 13. Juli 2010

In Lettland stabilisiert sich die wirtschaftliche Lage / Aufschwung auch in Valmiera

Kreis Gütersloh/Valmiera. Es klingt wie ein schlechter Scherz: Im Krisenjahr 2009 kursierte im Internet eine Offerte andenrussischen Multimilliardär Roman Abramowitsch, Lettland zu erwerben. Für 7,5 Milliarden Euro sollte die kleine lettische Republik mit allem drum und dran zu haben sein. Daraus wurde bekanntlich nichts. Doch das skurrile Angebotmachtdeutlich - noch vor einem Jahr stand den Letten das Wasser bis zum Hals. Das 2,5-Millionen-Einwohner-Land stand kurz vor dem Bankrott.
Die weltweite Wirtschafts und Finanzkrise hatte die Letten besonders hart erwischt. Doch ein Jahr danach gibt es einen kleinen Silberstreif am Horizont. Es schient so, als habe sich die Lage zumindest stabilisiert. Ein Indiz für einen neuen Aufschwung gilt die Arbeitslosenquote - hatten in den Boomjahren nach 2000 mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten nur etwa sieben Prozent der Letten keinen Job, so schnellte die Arbeitslosigkeit 2009 trotz einer umfangreichen Finanzhilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF ) auf über 17 Prozent - die höchste Quote der aller 27 EU Länder.
Der aktuelle Rückgang auf knapp 16 Prozent wird von den Experten als ein Zeichen für eine beginnende wirtschaftliche Genesung gedeutet. Auch der ehemalige Gütersloher Partnerkreis Valmiera blieb - dem relativ gesunden Branchenmix zum Trotz - von Rezession und Krise nicht verschont. Der Kreis Valmiera wurde bekanntlich vor einem Jahr durch ein neues kommunales Gebilde, bestehend aus der Stadt Valmiera sowie sechs Großgemeinden, ersetzt. Auch dort gibt es Zeichen des Aufbruchs.
Die Erwerbslosenquote sank in einem Jahr von 12 auf elf Prozent. Vor allem Holzindustrie, für Lettland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, erhole sich allmählich, berichtete der früherere Landrat und jetziger Vorsitzender des neu gebildeten Partnerschaftsvereins Vitauts Stana während des jüngsten Besuchs einer 31-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh.
Die Stimmung in Riga ist seltsam bedrückt. Die einst pulsierende lettische Hauptstadt mit ihren 800.000 Einwohnern wirkt wie erstarrt. In den engen Altstadtgassen verlieren sich nur wenige Einheimische und Touristen.
In den Cafés und Restaurant bleiben viele Plätze leer. Auf den Straßen drücken sich Bettler herum, die auf Almosen hoffen. Der Aufschwung ist noch weit. Die Letten müssen jeden Lat zweimal umdrehen.
Die Krise bescherte ihnen Arbeitslosigkeit und sinkende Einkommen, die Verbraucherpreise haben aber inzwischen in vielen Bereichen EU-Niveau erreicht. Bei einem Durchschnittseinkommen von etwa 500 Euro sind sogar Lebensmittel für viele fast unerschwinglich. Die Menschen fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Zu spät undan falscher Stelle seien staatliche Programme beschlossen worden, um den Niedergang zu mildern, heißt es. Unternehmen und Verwaltungen klagen zudem über ausufernden Bürokratismus und Korruption.
Für die Rezession gibt es sowohl hausgemachte als auch globale Gründe. Das Wirtschaftswachstum wurde weitgehend über Kredite finanziert. Die Letten investierten und konsumierten ihre Autos und Häuser auf Pump und können nun die Raten nicht mehr bezahlen.
In allen Bereich des Lebens ist hartes Sparen angesagt. "Das Geld reicht gerade so zum Leben. Ich weiß nicht, wo ich mich noch einschränken soll", klagt eine junge Frau, die ihren gut bezahlten Job bei einer Behörde über Nacht verlor.

Deutsche Firmen optimistisch
Den Eindruck, dass es mit der lettischen Wirtschaft langsam wieder aufwärts geht, bestätigt auch die jüngste Umfrage der Deutsch-Baltischen Handelskammer (DBHK) unter 102 Unternehmen, die in Lettland, Litauen und Estland produzieren oder Dienstleitungen anbieten. Die Krise sei noch nicht überwunden, so die überwiegende Meinung der Befragten, doch die deutschen Unternehmen blicken wieder mit Zuversicht in die Zukunft. Allerdings wird die Lage im Lettland skeptischer gesehen als in Estland und in Litauen, die beide relativ bessere Wirtschaftsdaten aufweisen. Kritik kommt an dem Krisenmanagement der Regierung in Riga. Gefordert werden mehr Investitionsanreize und eine größere Unterstützung der Exportwirtschaft. (rz)
Zukunft des Krankenhauses in Mazsalaca trotz Hilfe ungewiss nach oben  
Einen dringend benötigten neuen Wäschetrockner hat Dr. Markus Miele dem Krankenhaus in Mazsalaca in der Region Valmiera gespendet. Überbringer des Elektrogeräts an den Krankenhausleiter Dr. Edgars Grandans (links) war Landrat Sven-Georg Adenauer (rechts).

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Mazsalaca (gl). Das Krankenhaus in Mazsalaca hat zusammen mit der 31-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh in der vergangenen Woche sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Ob das kleine Krankenhaus in der Region Valmiera, dem Partner des Kreises Gütersloh, jedoch auch sein 20-jähriges Bestehen wird feiern dürfen, ist ungewiss.
Die Erfolge und die Notwendigkeit der Einrichtung standen während der Feierstunde in einem krassen Widerspruch zur wirtschaftlichen Krise in Lettland und ihren Zwängen. Alle Redner lobten die Einrichtung, ihren Leiter Dr. Edgars Grandans und das Engagement der Unternehmerfamilie Bruno Kleine aus Marienfeld. Dennoch klang Bürgermeister Gunars Zunda nicht sehr optimistisch: „Man kann nicht sagen, ob es dieses Krankenhaus in zehn Jahren noch gibt.“ Dabei sind gerade die öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und auch Krankenhäuser Mittel, um die Landflucht der Letten einzudämmen. Vor allem die jüngeren Letten ziehen in die Hauptstadt Riga oder ins Ausland. Darunter leiden insbesondere die kleineren Kommunen der Region. Ohne eine vernünftige Infrastruktur wird dieser Trend anhalten und sich verstärken. Dabei zeigt gerade das Krankenhaus in Mazsalaca, wie man „mit wenig Geld, aber vielen Freunden“ (Dr. Edgars Grandans) ein erfolgreiches Klein-Krankenhaus realisieren kann. Finanziell ermöglicht hat den Krankenhausbau Bruno Kleine. Der Unternehmer hatte die Neubauruine gesehen und sich fortan für eine Fertigstellung engagiert. Partnerschaftskoordi nator Hans-Joachim Schwolow verlas während der Feier einen Brief von Hildegard Kleine, der Witwe des Sponsors. Sie und ihr Mann seien glücklich gewesen, dass der Rohbau zu einem Krankenhaus ausgebaut werden konnte. Schwolow überreichte in ihrem Namen einen stattlichen Geldbetrag.
Auch Sven-Georg Adenauer war nicht mit leeren Händen gekommen – dank Dr. Markus Miele. „Nur ein Anruf hat genügt“, so der Landrat, „und Dr. Miele spendete den so dringend benötigten neuen Wäschetrockner.“ Drei Ärzte und zahlreiche Schwestern sind in dem Krankenhaus beschäftigt. Neben dieser ärztlichen Versorgung verfügt das Krankenhaus über eine 50-Betten-Station für Schmerzpatienten – Schwersterkrankte ohne Aussicht auf Genesung.
1500 Euro für Schulcomputer nach oben  
Einen Scheck in Höhe von 1500 Euro nahm Brigita Avisane von Hans-Joachim Schwolow und Torsten Lehmann (v.l.) entgegen.

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Trikata (gl). Der Ort Trikata gehört seit 2009 zur Großgemeinde Beverina und damit zum lettischen Partnerschaftsgebiet des Kreises Gütersloh. Einen Scheck über 1500 Euro nahm jetzt die stellvertretende Leiterin der Grundschule von Trikata, Brigita Avisane, von Torsten Lehmann (IL-Softwaredesign, Bielefeld) und Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow entgegen. Lehmanns Firma hatte 500 Euro gegeben, der Rest stammt von Einzelspendern. Vom Geld sollen Computer gekauft werden.
Spende an Suppenküche nach oben  
Inesis Bokis, Bürgermeister von Valmiera, bedankt sich bei Dieter Baars und Christian Loest (v. l.) für die 3000-Euro-Spende.

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Valmiera (gl). Zwischen 90 und 140 Mädchen und Jungen kommen täglich in die Suppenküche des „Christlichen Zentrums der Barmherzigkeit“ in der Stadt Valmiera. Die Kinder kommen aus sozial schwachen Familien, und ihre Zahl hat sich in der letzten Zeit deutlich erhöht“, berichtet Dieter Baars. Der stellvertretende Bürgermeister von Halle und Fachbereichsleiter Christian Loest überreichten der Suppenküche jetzt einen Scheck: Mit 3000 Euro unterstützt die Stadt Halle das Projekt.
„Freunde helfen sich, vor allem auch dann, wenn es mal nicht so gut läuft“, sagte Baars. Die Städte Valmiera und Halle pflegen seit 15 Jahren partnerschaftliche Beziehungen. Für die jüngste Spende hatte man sich die völlig neu gestaltete Suppenküche ausgesucht. Die Stadt Valmiera stellt dem Zentrum die Räume zur Verfügung und deckt die Betriebskosten. Über das Essen hinaus gibt es weitere Angebote – von der Hausaufgabenbetreuung über Religionsunterricht bis hin zu Freizeitangeboten. Ziel ist es, den Kindern nicht nur eine warme Mahlzeit zu geben, sondern sie in die Gesellschaft zu integrieren.
Mehr Mobilität für Behinderten Jungen nach oben  
Neue Lebensqualität: Rotary-Präsident Klemens Keller übergab (l.) dem 12-jährigen behinderten Peteris Strelcs einen modernen Elektrorollstuhl, 2.r. seine Schwester Agnese, rechts die lettische Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus.
FOTO: RICHARD ZELENKA

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Rotary-Club überreicht in Valmiera Elektrorollstuhl

Harsewinkel/Valmiera (rz). Tief gerührt, mit Tränen in den Augen, wohnte die Familie von Peteris Strelcs der Zeremonie im Kulturhaus von Valmiera bei: Der Rotary-Club Halle, dem auch viele Mitglieder aus Harsewinkel angehören, erfüllte einem geistig und körperlich behinderten Jungen einen Herzenswunsch.
Klemens Keller, Bürgermeister von Borgholzhausen, übergabdem12-Jährigen in seiner Eigenschaft als Präsident der heimischen Rotarier einen nagelneuen Elektrorollstuhl im Wert von 7.350 Euro. "Es ist ein Stuhl mit allen technischen Raffinessen, ein supermodernes Gerät. Er wächst in der Höhe und in der Breite mit, so dass Peteris ihn viele Jahre benutzen kann", freute sich Keller. Er ließ es sich nicht nehmen, dem Jungen die Funktionsweise des Stuhls zu zeigen, der mit seiner starken Batterie eine Reichweite von bis zu 20 Kilometern hat und sich kinderleicht per Joystick lenken und bedienen lässt. Für Peteris bedeutet das medizinische Gerät ein neues Stück Mobilität und Lebensqualität. Der Junge lebt bei seiner Familie, wird aber regelmäßig von einer Reha-Einrichtung betreut. Klemens Keller gehörte einer 31-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh an, die - wie berichtet - in der vergangenen Woche unter der Leitung von Landrat Sven-Georg Adenauer Lettland besuchte und dort mit der Stadt Valmiera sowie den sechs im Zuge der Gebietsreform vor einem Jahr neu gebildeten Großgemeinden einen neuen Partnerschaftsvertrag unterzeichnete.
Die Rotarier aus Halle und Umgebung pflegen schon lange enge Kontakte zu ihren Clubkollegen in Valmiera. Der dortige Präsident Guntis Gladkins freute sich gemeinsam mit der Familie Strelcs über die großherzige Spende aus dem Kreis Gütersloh, die von den Rotariern zum Jahresprojekt erklärt wurde. Die 42 Mitglieder in den StädtenundGemeindendes Altkreises Halle sowie in Harsewinkel legten sich mächtig ins Zeug, um das große Ziel zu erreichen. Aber auch die Rotary-Ehefrauen und das Gütersloher Sanitätshaus Mischke unterstützten die Aktion mit Spenden.
Rotarier schenken Jungen elektrischen Rollstuhl nach oben  
Klemens Keller, Präsident des Rotary-Clubs Halle, zeigt Petris, wie der Rollstuhl funktioniert.

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Valmiera (gl). Der Vater war zu Tränen gerührt, der Junge freute sich sichtlich: Klemens Keller, Präsident des Rotary-Clubs Halle, hat in Valmiera dem körperbehinderten zwölfjährigen Petris einen elektrischen Rollstuhl übergeben. „Der Rollstuhl ist allen möglichen technischen Raffinessen ausgestattet, und er wächst mit. Petris wird ihn lange benutzen können“, erklärte Keller. Der Bürgermeister von Borgholzhausen war Teilnehmer der 31-köpfigen Delegation, die die Partnerregion Valmiera besuchte. 7350 Euro lautet die unverbindliche Preisempfehlung für den Rollstuhl, der an einem Stück 20 Kilometer fahren kann und dessen Batterie zu den modernsten gehört, die derzeit verbaut werden.
Delegation besucht Lettland
Partnerschaft mit Region Valmiera neu besiegelt
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Bei strahlendem Sonnenschein unterzeichneten Vitauts Stana, der Vorsitzende des lettischen Partnerschaftsvereins der Region Valmiera (2. v. l.), und Landrat Sven-Georg Adenauer als Erste den neuen Partnerschaftsvertrag zwischen dem Kreis Gütersloh und der neu strukturierten Region um Valmiera.

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Koceni (gl). Feierlicher hätte der Moment nicht sein können: Die lettische und die deutsche Nationalhymne erklangen vor der Hauptschule der Gemeinde Koceni, einem imposanten ehemaligen Gutshof. Auf dem Tisch und am Gebäude wehten die Fahnen der Länder. Dann nahmen die Ehrengäste den Stift in die Hand und unterzeichneten die neue Partnerschaftsurkunde zwischen dem Kreis Gütersloh und dem Partnerschaftsverein auf lettischer Seite.
Dieser hatte sich gegründet, nachdem im Zuge der Kommunalreform der Kreis Valmiera aufgelöst worden war und an seiner Stelle die Stadt Valmiera sowie sechs Großgemeinden die Aufgaben übernommen haben. Eine 31-köpfige Delegation aus dem Kreis Gütersloh war vom 25. bis zum 30. Juni in der Region Valmiera zu Gast. Die Unterzeichnung des neuen Partnerschaftsvertrags war eine von mehreren Stationen des Besuchs. Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) geht davon aus, dass die Freundschaft durch den offiziellen Akt „einen neuen Schub bekommt“.
Mit Inesis Bokis (Stadt Valmiera), Janis Zuments (Gemeinde Naukseni) und Vitauts Stana – ehemaliger Landrat, jetzt Bürgermeister der Gemeinde Koceni und Vorsitzender des Partnerschaftsvereins – waren drei alte Bekannte bei der Vertragsunterzeichnung. Es gibt aber auch vier neue Gesichter in der Reihe der sieben Bürgermeister. Adenauer bezeichnete die Freundschaft, die 1994 per Vertrag besiegelt worden ist, als „gelebtes Europa“.
Die Vertreter aus dem ehemaligen Kreis Valmiera sparten nicht an Lob vor den 31 Gästen aus dem Kreis Gütersloh und betonten, wie wichtig die Freundschaft für die Entwicklung der Region gewesen sei. „Dank der Partnerschaft ist Valmiera die beste Region in ganz Lettland“, sagte der ehemalige Landrat Karlis Greiskalns, der heute das Berufsbildungszentrum in Valmiera leitet. Vitauts Stana erinnerte daran, dass die Wirtschaftskrise das Land hart getroffen habe. Als Reaktion auf die Krise wurden die öffentlichen Ausgaben teils drastisch gekürzt.
Gerade jetzt, so der Tenor der Feier, sei die Hilfe aus Deutschland wichtig. Und nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in Form von Beratung und Austausch. „Neue Projekte gerade im sozialen Bereich“ wolle man künftig im Fokus haben, sagte Adenauer. Damit griff er einen vielfach geäußerten Wunsch der Bürgermeister auf. So soll beispielsweise die Unterstützung hilfsbedürftiger Familien beim Gegenbesuch im September dieses Jahres thematisiert werden.
Einfühlsam und ausdrucksstark
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Gelebte Integration: Lebenshilfe-Vorsitzende Mechthild Gräfin von Kerssenbrock, Fotograf Veit Mette, Kulturbeauftragte Silvana Kreyer, Landrat Sven-Georg Adenauer und Valmiera-Bürgermeister Inesis Bokis (v. l.) bei der Ausstellungseröffnung. FOTO: RICHARD ZELENKA

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010
VON RICHARD ZELENKA

Veit Mette stellt in Valmiera aus / Integrativen Karneval in Fotos festgehalten

Nach einer viel beachteten Ausstellung im Rathaus Harsewinkel Anfang des Jahres (die NW berichtete) sind die zwölf großformatigen Bilder nun auch in Lettland zu sehen - im Kulturhaus der ehemaligen Kreisstadt Valmiera, die nach der Gebietsreform zusammen mit sechs weiteren Großgemeinden eine neue kommunale Körperschaft bildet, wurde die Ausstellung mit dem Titel "Königin für eine Nacht" von Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft, eröffnet.
Die Wahl ist nicht zufällig auf Veit Mette gefallen. Er ist seit 1991 für Zeitungen, Magazine, aber auch für Unternehmen und Stiftungen als Fotograf tätig. Besonders faszinieren ihn Themen, die sich um Menschen mit Behinderung bewegen. Für die Lebenshilfe hat er bereits mehrere Kalender, Dokumentationen und Broschüren als Fotograf begleitet. Auch vermeintlich tabuisierte Themen wie die Liebe und Sexualität von Behinderten hat er künstlerisch aufgegriffen.
Einfühlsam und ausdrucksstark - diese Worte benutzte auch die Lebenshilfe-Vorsitzende Mechthild Gräfin von Kerssenbrock in ihrer Begrüßung. Gemeinsam war sie mit Geschäftsführer Karl Rustige sowie Vorstandmitglied Evelyn Voßhans in die lettische Republik gereist, um für den Integrationsgedanken zu werben. "Ich hoffe, dass wir etwas bewirken können, denn es gibt noch großen Nachholbedarf", sagte die engagierte Lebenshilfe-Chefin. Kurz ging Mechthild Gräfin von Kerssenbrock auf die Geschichte der Lebenshilfe ein, die sich vor fast 50 Jahren aus einer Elternvereinigung gebildet hatte mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung und Entwicklungsverzögerungen sowie deren Familien zu helfen. Mittlerweile ist die Lebenshilfe zusammen mit dem Kreis Gütersloh Träger der Werkstatt für Behinderte, in deren Werkstätten rund 1.000 behinderte Menschen einer sinnvollen Arbeit nachgehen können.
Die Lebenshilfe-Vorsitzende erinnerte daran, welche rasante Entwicklung die von der Karnevalsgesellschaft Roten Funken initiierte integrative Karnevalsparty genommen hat. Waren es bei der Premiere vor fünf Jahren noch etwa 200 Gäste, so erhöhte sich deren Zahl in diesem Jahr auf über 500. Sie waren aus der ganzen Region nach Harsewinkel gekommen.
Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer zitierte Veit Mette, der bei der Ausstellungseröffnung in Harsewinkel gefordert hatte: "Im Umgang mit Behinderten sollte es keine Berührungsängste oder Tabus geben." Er wolle mit seiner Arbeit dazu betragen, dass die behinderten Menschen dort ankommen, wo sie hingehören: In die Mitte der Gesellschaft. Adenauer weiter: "Dies ist ein Thema, über das wir uns in den nächsten Jahren noch häufiger unterhalten sollten. Die Partnerschaft hat noch längst nicht alle Hausaufgaben gemacht."

Veit Mette
Veit Mette, 48, hat Kunstpädagogik studiert und arbeitet seit zehn Jahren als freier Fotograf mit dem Schwerpunkt Journalismus in Bielefeld. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Magazinen (u. a. Stern, Süddeutsche Magazin, Zeitmagazin) und Büchern veröffentlicht und in Ausstellungen gezeigt, u. a .im Amerikahaus Köln und in der Kunsthalle Bielefeld. Seit mehr als fünf Jahren fährt eine Straßenbahn der Bielefelder Verkehrsbetriebe mit Fotos aus dem Projekt "Drinnen das ist wie draußen nur anders - Bilder aus dem Leben behinderter Menschen" im Linienverkehr durch die Stadt.
Gemeinsam ein großes Ziel erreicht
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Lebensfreude: Zur Geburtstagsfeier ihres Krankenhauses boten die Letten ihren Gästen ausdemKreis Gütersloh eine bunteShowaus alten lettischen Tänzen. Alle Altersgruppen beteiligten sichan der Darbietungen.
FOTOS: RICHARD ZELENKA

Interessierte Zuhörer: Die beiden Gütersloher Mediziner Dr. Jörg-Dieter Wolf und Dr. Werner Gams, Kreis-Pressesprecher Jan Focken, Partnerschaftsverein-Vorsitzender Vitauts Stana und Landrat Sven-Georg Adenauer informierten sich bei Chefarzt Dr. Edgars Grandans (v.l.).

Medizin aus der Natur: Das Kräuterweibl mit Renate Groß, Sven-Georg Adenauer, Vitauts Stanaund Hans-Joachim Schwolow (v.l.).

Die Glocke AUSZUG VOM 02. Juli 2010
VON RICHARD ZELENKA

Festakt in Mazsalaca zum zehnjährigen Bestehen des von der Familie Kleine finanzierten Krankenhauses

Harsewinkel/Mazsalaca. Wie sich die Bilder gleichen: Es ist ein strahlender Sommertag, die Fahnen flattern im Wind, das ganze Dorf ist auf den Beinen. Es wird gefeiert, gesungen und getanzt - wie vor zehn Jahren, als das mit materieller und ideeller Hilfe aus dem Kreis Gütersloh errichtete Krankenhaus im lettischen Städtchen Mazsalaca feierlich eingeweiht wurde.
Die Delegation aus dem Kreis Gütersloh, die in den vergangenen Tagen den ehemaligen Partnerkreis Valmiera (er wurde im Zuge der Gebietsreform aufgelöst) bereiste und dabei ein bunt gemixtes Programm absolvierte (siehe Bericht an anderer Stelle diese Ausgabe) war schier überwältigt von so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die auch beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Mazsalaca-Krankenhauses, dessen Bau bekanntlich von dem verstorbenen Modeunternehmer Bruno Kleine initiiert und fast ausschließlich aus dem Privatvermögen der Familie Kleine finanziert wurde, spürbar wurden.
Die Hilfsbereitschaft im Kreis Gütersloh geht weiter: Eine kurze Anfrage von Landrat Sven-Georg Adenauer bei Dr. Markus Miele genügte: Spontan erklärte sich der Miele-Chef bereit, einen leistungsfähigen Wäschetrockner zu spenden. "Der läuft bei uns 20-mal am Tag", freute sich der langjährige Chefarzt Dr. Edgars Grandans bei der Übergabe des Gerätes. Ojars Bekeris, der das Krankenhaus-Projekt als Bürgermeister viele Jahre förderte und sein Amt2009 an Gunars Zunda weitergab, erinnerte an die Entstehungsgeschichte der medizinischen Einrichtung, die für die gesamte Region eine große Bedeutung hat. "Ich war mir nicht sicher, ob wir so etwas leisten können. Und heute steht in Mazsalaca das beste kleine Krankenhaus in ganz Lettland". In seinem Grußwort bezeichnete Sven-Georg Adenauer den Krankenhausbau als einen "mutigen Schritt". Der Dank gebühre zwei Menschen: Bruno Kleine, der mit seiner Großherzigkeit das Projekt erst ermöglicht habe, und Dr. Grandans und seinem Team, die das Hospital "hervorragend in Schuss halten". "Ich bin überzeugt, dass dieses Haus noch viele Jahrzehnte überstehen wird", sagte der Landrat. Vor allzu großem Optimismus warnte allerdings Gunars Zunda: "Als reines Krankenhaus wird es sicher noch zehn Jahre bestehen können - danach vielleicht als ein Betreuungszentrum".
Partnerschaftskoordinator und Mazsalaca-Ehrenbürger Hans-Joachim Schwolow überbrachte eine Grußbotschaft von Hildegard Kleine, Witwe von Bruno Kleine. Sie habe lange überlegt, persönlich an den Feierlichkeiten teilzunehmen, sich dann aber dagegen entschieden. Schwolow: "Sie glaubt, dass sie die vielen Dankesworte nicht verkraften könnte".

Rigide Sparpolitik
Das 50-Betten-Hospital in der Großgemeinde Mazsalaca war bis zur kommunalen Gebietsreform vor einem Jahr eine Dependance des Krankenhauses Valmiera. Das Haus, in dem neben einer gut ausgestatten Ambulanz auch ein Betreuungszentrum für die bestmögliche Versorgung von nicht mehr behandelbaren Krankheiten untergebracht ist, ist nun selbstständig und wurde zu einem medizinischen Versorgungszentrum für die Region ausgebaut. Dies birgt allerdings auch Gefahren: Denn die rigide Rotstiftpolitik der Rigaer Regierung macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Viele lettische Krankenhäuser wurden bereits geschlossen oder sind von der Schließung bedroht.
"Das ist gelebtes Europa"
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Schub für die Partnerschaft: Flankiert von jungen Lettinnen in traditionellen Trachten unterzeichneten Vitauts Stana als Vorsitzender des neu gebildeten Vereins und Landrat Sven-Georg Adenauer (v.l.) die Partnerschaftsurkunden. FOTOS: RICHARD ZELENKA.

Im Fußballfieber: Gemeinsam feierten Letten undDeutsche den deutschen Sieg über England, hier (v.l.) Michael zur Heiden, Sven-Georg Adenauer, Vitauts Stana, Klemens Karwegerund Karin Wolf.

Gerührt: Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow mit einer Gerbera in der Hand.

Feierlich: Die Staatsflaggen beider Länder wurden zur Vertragsunterzeichnung gehisst.

Traumwetter: Ein großes Erlebnis wurde für die deutsche Delegation der Ausflug an die Ostsee.

Die Glocke AUSZUG VOM 02. Juli 2010
VON RICHARD ZELENKA

Kreis Gütersloh/Valmiera. Es war fast wie bei einem Staatsakt: Zu den Klängen der Nationalhymnen wurde im Rahmen eines Festaktes in Koceni ein neues Kapitel der deutsch-lettischen Freundschaft aufgeschlagen. Landrat Sven-Georg Adenauer, der über das Wochenende mit einer 40-köpfigen Delegation in die kleine lettische Republik gereist war, setzte seine Unterschrift unter einen Vertrag, der die seit 18 Jahren währende Partnerschaft auf eine neue Grundlage stellt.
Besiegelt wurde die Urkunde auch von dem ehemaligen Landrat Vitauts Stana sowie fünf weiteren Bürgermeistern des im Zuge der Gebietsreform vor einem Jahr gebildeten neuen Verwaltungsgebildes in den Grenzen des ehemaligen Kreises Valmiera, das neben der Stadt Valmiera sechs Großgemeinden umfasst. Stana ist Vorsitzender eines Vereins, der mit dem Ziel gegründet wurde, die Freundschaft auf eine verlässliche Basis zu stellen. Ziel der Gebietsreform, dieam1. Juli 2009 in Kraft trat, war es, die bis dahin große Zahl der fast 500 lettischen selbstständigen kommunalen Einheiten auf eine administrativ handlungsfähigere Verwaltungsgröße zu reduzieren.
Für die Begründer und Förderer der Partnerschaft hüben und drüben stand aber schon immer fest, dass die kommunale Reform ein rein formaler Akt ist, der nichts an den guten Beziehungen ändern wird - auch in der augenblicklichen Wirtschaftskrise, die das kleine Lettland mit voller Wucht trifft. "In einer Partnerschaft gibt es gute und weniger gute Tage. Allen Problemen zum Trotz wollen wir mit voller Kraft den erfolgreichen Weg fortsetzten", versprach Stana. Und auch Landrat Adenauer sprüht nur so vor Optimismus: "Unsere Partnerschaft bewährt sich auch dann, wenn einmal nicht die Sonne scheint. Das ist gelebtes Europa." Die Partnerschaft gehe inzwischen weit über die offiziellen Kanäle hinaus. Sie werde von vielen Menschen in beiden Ländern getragen. Die Freundschaft sei keine Einbahnstraße. Der Schwerpunkt werde sich in den kommenden Jahren zunehmend vom sozialen auf andere Bereiche verlagern. Landrat Adenauer: "Gerade auf dem Feld der Kultur sind wir es, die von dieser Partnerschaft profitieren." Der neue Vertrag werde den engen und fruchtbaren Beziehung einen weiteren Schub geben.
Natürlich wurde während der Delegationsreise an die wichtigen Projekte und Stationen der langen Partnerschaft erinnert. VorOrt überzeugten sich die Delegationsteilnehmer, dass das investierte Geld und die vielen Spenden im Kreis Valmiera gut angelegt sind. Aber auch die Geselligkeit stand im Blickpunkt. Neben einem Ausflug in die estnische Stadt Tartu und einer Stippvisite an der Ostsee stand ein umfangreiches Besuchsund Besichtigungsprogramm auf dem Programm der Gruppe aus dem Kreis Gütersloh. Für einen Höhepunkt sorgte aber der König Fußball. Beim Public Viewing im Kulturhaus von Koceni feierten Letten und Deutsche ausgelassen den grandiosen Sieg gegen England.
Delegation fährt heute nach Valmiera
Partnerschaft wird morgen neu besiegelt
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Es darf gefeiert werden: Morgen rückt das zehnjährige Bestehen des mit großer Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh errichteten Krankenhauses in Mazsalca in den Blickpunkt der heute gestarteten Delegationsreise.

Bild: Neitemeier
Die Glocke AUSZUG VOM 25. Juni 2010

Kreis Gütersloh (mn). Die Unterzeichnung eines neuen Partnerschaftsvertrags, das „Zehnjährige“ des Krankenhauses in Mazsalaca und die neue Konzeption des Rettungsdiensts stehen im Mittelpunkt des Valmiera- Besuchs, zu dem eine 31-köpfige Gütersloher Delegation heute nach Lettland aufbricht. Ein weiteres Thema ist die Arbeit mit und für Behinderte.
Zur Reisegruppe gehören viele Aktive und „alte Hasen“ der seit 1994 bestehenden Partnerschaft. Aber auch etliche „Neue“ sind mit dabei, darunter die Kreistagsmitglieder Karl-Heinz Klaus und Hans Schulte (beide CDU) sowie Michael zur Heiden (FDP). Stark vertreten ist wiederum die Lebenshilfe, die ihre Zusammenarbeit mit einer Behinderteneinrichtung in Ruja intensivieren und Menschen mit Beeinträchtigung in Lettland insgesamt mehr in den Blickpunkt rücken will. Dafür wird der Bielefelder Fotograf Veit Mette zwei Tage mit der Kamera den Alltag in dem Wohnheim dokumentieren. Zudem ist im Kulturzentrum von Valmiera die Mette-Ausstellung „Königin für eine Nacht“ zu sehen. Die Fotos sind beim integrativen Karneval der Lebenshilfe in Harsewinkel entstanden und waren kürzlich im Rathaus der Mähdrescherstadt zu sehen.
Ein Höhepunkt der sechstägigen Reise, die die Gäste auch nach Estland und zu deutschen Kulturgütern im Kreis Valmiera führen wird, ist morgen die feierliche Unterzeichnung des neuen Partnerschaftsvertrags. Nach Auflösung des Kreises im Rahmen der kommunalen Neuordnung haben die Stadt Valmiera und die neu gebildeten sechs Großgemeinden einen Partnerschaftsverein gegründet, dem weitere lettische Einrichtungen und Organisationen beigetreten sind. Der Verein und der Kreis Gütersloh wollen die weitere Zusammenarbeit offiziell besiegeln.
Gefeiert wird wenige Stunden später auch in Mazsalaca. Dort ist vor zehn Jahren maßgeblich mit Hilfe aus dem Kreis Gütersloh, insbesondere des Harsewinkeler Modeunternehmers Bruno Kleine, eine Bauruine in ein Krankenhaus verwandelt worden. Zum „runden Geburtstag“ schenken der Kreis und die Firma Miele einen großen Wäschetrockner.
Ein Thema der zahlreichen Arbeitsgespräche im Rahmen des Besuchs ist die Neuorganisation des Rettungsdiensts im Partnerkreis. Weil Valmiera dank Gütersloher Unterstützung sehr gut ausgestattet ist, wird von dort jetzt der Rettungsdienst der Region koordiniert. Aufbauhelfer und Experte Klemens Karweger wird sich davon ein Bild machen.
Lettische Landwirtschaftsdelegation zu Gast
Fischzuchten und Biogas auf der Spur
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Landwirtschaftlicher Erfahrungsaustausch zwischen Lettland und Deutschland: (v. l.) Direktorin Anna Vitola-Helviga, Leitender Landwirtschaftsdirektor Ulrich Bultmann, Landwirtschaftsminister Jänis Düklavs, Staatssekretärin Dace Lucaua, Ex-Landrat Franz-Josef Balke, Kreislandwirt Heiner Kollmeyer und der Referent für Internationale Zusammenarbeit, Arvids Krivens.

Bild: Bitter
Die Glocke AUSZUG VOM 21. Mai. 2010

Kreis Gütersloh (bit). Wenn der lettische Landwirtschaftsminister Jänis Düklavs samt Staatssekretärin Daca Lucaua von Brüssel kommt, wo er mit seiner deutschen Kollegin Ilse Aigner gesprochen hat, landet er nicht von ungefähr für knapp drei Tage im Kreis Gütersloh. Schließlich gehört zu seiner Delegation Jänis Brengulis, der Leiter der Landwirtschaftlichen Regionalverwaltung Nordvidzeme im Partnerkreis Valmiera.

Noch vor der Ankunft in Wiedenbrück ergab sich ein wichtiger Zwischenstopp in Düsseldorf. Dort zeigte NRW-Landwirt schaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) Verständnis dafür, dass die lettischen Bauern von der EU zum Ausgleich des Wettbewerbs höhere Prämien brauchen als zum Beispiel die in der Bundesrepublik. "Die Symmetrie muss stimmen", sagt der Leitende Landwirtschaftsdirektor Ulrich Bultmann. Düklavs will ihn gern einladen. Was das elektronische Anmeldeverfahren zur Flächenförderung betreffe, sei man auf dem Niveau von Deutschland, erläutert Anna Vitola-Helviga als Direktorin des Unterstützungsund Förderdiensts.
Gemeinsam mit den Landfrauen erörterte Kreislandwirt Heiner Kollmeyer am Mittwoch mit den Gästen das Organisationssystem von Landwirtschaftskammer und -verband. Gestern Nachmittag freute er sich, die hochrangige Delegation auf seinem Hof in Kattenstroth begrüßen und mit ihr über Schweinemast diskutieren zu dürfen. Kollmeyer: "Das hat man nicht alle Tage."
Dass die Letten gleich zwei Fischzuchten in Halle und Schloß Holte-Stukenbrock besichtigten, liegt an der großen Zahl der Binnengewässer daheim. "Es gibt Unternehmer, die bieten Projekte im Zehn-Millionen-Wert", verrät der Referent für Internationale Zusammenarbeit, Arvids Kri vens. "Damit ist Fischzucht für uns keine Rahmenproduktion mehr." Der Minister entdeckt dahinter die Furcht, dass die Fangquoten in der Ostsee immer weiter reduziert werden. Geld verdienen könne seine Landwirtschaft wahrscheinlich auch mit Biogas, meint Düklavs.
Der frühere Gütersloher Landrat Franz-Josef Balke, der 1994 den Partnerschaftsvertrag mit Valmiera unterzeichnete, kümmert sich seit 2008 um Landwirte, die dort in Biogasanlagen investieren wollen. Gestern besuchte er mit den Letten auf der Marburg den Hof Witte mit seiner Biogasanlage und der Viehwirtschaft.
Lettland
Verdienstmedaille für Adenauer
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Der lettische Landwirtschaftsminister Janis Duklavs (rechts) hat Landrat Sven-Georg Adenauer mit der Verdienstmedaille seines Ministeriums ausgezeichnet.






Die Glocke AUSZUG VOM 20. Mai 2010

Kreis Gütersloh (gl). Der lettische Landwirtschaftsminister Janis Duklavs hat im Rahmen eines Delegationsbesuchs Landrat Sven-Georg Adenauer mit der Verdienstmedaille seines Ministeriums ausgezeichnet. "Für ihre besondere Tüchtigkeit", erklärte Duklavs bei der Verleihung.

Der Minister und der Landrat hatten sich im vorigen Jahr in Lettland kennengelernt, als Adenauer im ehemaligen Kreis Valmiera mit den Letten über die Zukunft der deutsch-lettischen Partnerschaft sprach. Landwirtschaft war und ist immer wieder ein Thema bei den Delegationsbesuchen. Unter anderem wurde die Molkerei in Valmiera durch die Molkerei Strothmann in Gütersloh unterstützt. Lettland, nicht nur der ehemalige Kreis Valmiera, profitiert bei dem Informationsaustausch auf vielfältige Weise - und das in einer schweren Wirtschaftskrise. Setze Adenauer sich weiter so für die lettische Landwirtschaft ein, gebe es als Steigerung noch eine Auszeichnung des baltischen Staats, deutete Duklavs an.
Fischzucht, Biogas und Direktvermarktung - das sind einige Themen beim aktuellen viertägigen Besuch der lettische Landwirtschaftsdelegation im Kreis Gütersloh. Innerhalb des Besuchsprogramms, das der Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow zusammen mit der Landwirtschaftskammer erarbeitet hat, kam es unter anderem auch zu einem Gedankenaustausch mit NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU).
Im August
Jugendliche für Naturschutz in Lettland gesucht
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Die Glocke AUSZUG VOM 12. Mai. 2010

Kreis Gütersloh (gl). Der Kreis Gütersloh sucht im Rahmen seiner Valmiera-Partnerschaft Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, die Interesse haben, zwischen dem 24. und 29. August gemeinsam mit lettischen Jugendlichen an einem Naturschutzprojekt in Lettland teilzu- nehmen. Drei Plätze sind zu vergeben.
Die Jugendlichen werden nach Angaben des Kreises das Biosphärenreservat Nord-Vidzeme erforschen und die biologische Vielfalt des Ostseeküstenraums im Norden Lettlands kennenlernen. Auch eine Kanufahrt auf der ruhigen, naturbelassenen Salaca steht auf dem Programm. Daneben ist ein Abstecher in den Partnerkreis Valmiera vorgesehen. Die Kosten für die Flugreise betragen 180 Euro pro Person. Umgangssprache in Lettland wird Englisch sein. Sprachkenntnisse auf Schulniveau sind nach Angaben des Kreises ausreichend. Die Fahrt wird begleitet von Wilhelm Gröver, dem Leiter der Abteilung Umwelt beim Kreis Gütersloh. Interessierte Jugendliche sollten sich umgehend mit Margret Lütkebomk bei der Abteilung Umwelt in Verbindung setzen: w05241/852703.
Gäste aus Valmiera
Vom Landrat gibt es etwas Taschengeld
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Im Kreishaus Gütersloh begrüßte Landrat Sven-Georg Adenauer (v. l.) Julia Görner, Edvarts Berzs, Mareike Busche, Klavs Birkavs und Gertrud Willmanowski.




Die Glocke AUSZUG VOM 12. Mai. 2010

Kreis Gütersloh (gl). Landrat Sven-Georg Adenauer hat im Kreishaus die lettischen Schüler Edvarts Berzs (Staatsgymnasium Valmiera) und Klavs Birkvas (Gymnasium Pargauja) begrüßt. Aufgrund ihrer guten Leistungen im Fach Deutsch haben die beiden Elftklässler die Chance erhalten, für sechs Wochen das Städtische Gymnasium in Gütersloh besuchen zu dürfen.
Die Schüler sind privat in Familien der Klassenkameradinnen Julia Görner und Mareike Busche untergebracht. Seitens des Städtischen Gymnasiums werden sie von Gert Mehlun betreut. Er ist zuständig für Europaangelegenheiten des Gymnasiums. In die Organisation dieser Maßnahme ist auch Gertrud Willmanowski eingebunden, deren Töchter ebenfalls das Städtische Gymnasium besuchen.
Landrat Adenauer erinnerte bei seiner Begrüßung daran, dass das Schülerprojekt schon seit einigen Jahren erfolgreich läuft und inzwischen ein fester Bestandteil der Partnerschaft geworden ist. Er dankte dem Städtischen Gymnasium für die Aufnahme der Schüler, denen er ein Taschengeld für ihren Aufenthalt überreichte. Außer den neuen Erfahrungen in der deutschen Schule erwartet die Schüler ein interessantes und über die Grenzen des Kreises Gütersloh hinausgehendes Programm. So besuchten sie am Wochenende das Zweitliga-Fußballspiel von Arminia Bielefeld gegen Oberhausen.
Valmiera-Hilfe geht weiter
Neuer Vertrag für die Partnerschaft
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Zufriedene Gesichter bei der Übergabe einer Teilspende (v. l.) Rainer Langkamp (Sparkasse Gütersloh), Stephan Kaiser ("Kinder in Valmiera") und Werner Twent (Kreissparkasse Wiedenbrück).



Die Glocke AUSZUG VOM 20. Feb. 2010

Kreis Gütersloh (mn/gl). Die seit 1992 bestehende Kreis-Partnerschaft zwischen Valmiera und Gütersloh muss auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt werden. Nach der Auflösung des Kreises Valmiera im Rahmen der kommunalen Neuordnung in Lettland im vorigen Sommer ist der Abschluss eines neuen Partnerschaftsvertrags nötig.
Als "Zeichen europäischer Zusammengehörigkeit und als ein Symbol für friedliches und freundschaftliches Miteinander der Menschen in Ost und West" war die Partnerschaft am 23. Juni 1994 in Valmiera und am 20. August 1994 in Wiedenbrück besiegelt worden. Der Brückenschlag sollte "wirtschaftlichen, sozialen, wissenschaftlich-technischen, bildungspolitischen oder touristischen Interessen entgegenkommen". Außerdem wurden wechselseitige Anregungen und Bereicherungen beim Austausch in Sachen Bildung, Kultur und des Sport verabredet. Eine Absichtserklärung, die seitdem sehr intensiv mit Leben gefüllt wurde.
Um die deutsch-lettische Beziehung fortsetzen zu können, haben die Stadt Valmiera sowie die sechs neu gebildeten Großgemeinden Beverina, Burtnieki, Mazsalaca, Naukseni, Rujiena und Valmiera Mitte Oktober einen Partnerschaftsverein gegründet. Ihm werden in Kürze weitere Einrichtungen beitreten, die bisher eng in die Partnerschaft eingebunden waren, beispielsweise Feuerwehr und Rettungsdienst. Der neue Vertrag, der im Juni beim Besuch einer Gütersloher Delegation in Lettland unterzeichnet werden soll, ist kurz und knapp gefasst. In ihm wird vor allem auf die Ziele und Absprachen der bisherigen Partnerschaftsurkunde Bezug genommen.
Derweil geht die Unterstützung weiter. "Schenke Kindern ein Lächeln!" Unter diesem Motto hat eine Spendenaktion des Vereins "Kinder in Valmiera" gestanden. Sie wurde im Dezember zum ersten Mal mit den Sparkassen im Kreis durchgeführt. 1564 Euro fanden sich am Ende in den bunten Sparschweinen. "Ein toller Erfolg", sagt der Vorsitzende des Vereins, Stephan Kaiser aus Steinhagen. "Über das Ergebnis freuen wir uns sehr und wir danken allen Spendern."
Bei der Geldübergabe mit Vertretern der Sparkasse Gütersloh und der Kreissparkasse Wiedenbrück dankte Stephan Kaiser allen Geldinstituten für die gute Zusammenarbeit. "Die Sparkassen haben die Aktion gern unterstützt. Wir freuen uns über das Engagement unserer Kunden", sagte Vorstand Werner Twent von der Kreissparkasse Wiedenbrück.
Ökologisches Jahr in Lettland
Wo Wolf und Bär sich eine "Gute Nacht" wünschen
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Hält sich für ein Jahr im lettischen Mazsalaca auf: Desiree Schwittay aus Halle. Wie man sieht ist das Land allein aufgrund der Schönheit der Natur eine Reise wert.






Die Glocke AUSZUG VOM 5. Jan. 2010

Kreis Gütersloh (ay). Das Territorium von Lettland besteht aus großen, zusammenhängenden Wäldern. Dort, wo sich nicht nur Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen, sondern auch Wolf, Bär und Luchs, ist Desiree Schwittay gegenwärtig zu Hause. Von der Artenvielfalt der Tierwelt und der vielfältigen Landschaft ist sie ebenso begeistert wie von den dort lebenden Menschen.

Auf vielen Ebenen hat sich der anfängliche Kontakt zwischen den Kreisen Valmiera und Gütersloh zu einer lebendigen lettisch- deutschen Partnerschaft entwickelt. Projekte wurden miteinander initiiert, Konzepte erarbeitet - so auch Naturschutzprojekte. Vor diesem Hintergrund hält sich die 19-jährige Hallerin Desiree Schwittay für ein Jahr im etwa 1800 Kilometer entfernten Partnerkreis Valmiera auf. Im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ) beim Kreis Gütersloh arbeitet sie dort im Naturpark Skanakalna mit und in der Natur.
Im September machte sie sich von Hamburg auf den Weg nach Riga. Nach einem gut zweistündigen Flug ging es weiter mit dem Auto in Richtung des etwa 200 Kilometer nördlich liegenden überschaubaren Dorfs Mazsalaca. Untergebracht ist die junge Frau in einer ehemaligen Lehrerwohnung. Zu ihren Aufgaben gehören die Landschaftspflege, der Naturschutz und Instandhaltungsmaßnahmen. Das Auslichten von Waldbeständen sei hier ebenso genannt wie der Anstrich der im Naturpark reichlich vorhandenen Kulturdenkmäler. Außerdem gibt Desiree Schwittay Schulkindern Unterricht in Sport und Deutsch. Nicht zuletzt fasst sie bei der Renovierung der Sporthalle mit an.
Gute Kontakte sind auch zur Bevölkerung schnell aufgebaut. Die dort lebenden Menschen hätten sie freundlich aufgenommen, berichtet die junge Frau. Zudem seien sie aufgeschlossen und herzlich. Desiree Schwittay betont: "Verständigungsprobleme gibt es nicht. Wir kommunizieren auf Lettisch, Deutsch und Englisch."
Im Juni geht es zurück in heimatliche Gefilde. Fremde Kulturen intensiv erfahren und fremde Länder kennen lernen, das ist nach Worten der FÖJ-lerin "eine Erfahrung für das ganze Leben."
Das Ökologische Jahr absolvieren außer Desiree Schwittay auch Hanna Bante (Steinhagen), Lukas Potthoff (Rietberg) und Hendrik Reckendrees (Rheda-Wiedenbrück). Letztere durchlaufen das Öko-Jahr im hiesigen Raum.
Lebkuchen für lettische Kinder
Verein "Kinder in Valmiera" und "Die Emsperlen" besuchen Partnerkreis
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Freude in Valmiera (von links): Aivars und Elina von der Musikschule Valmiera, Stephan Kaiser aus Brockhagen und der kleine Rudolph, Guntra Kukjane (Kindergarten Bitite), Josef (Jockel) Kriener und Bernd Descher von den "Emsperlen", sowie Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera".

Westfalen Blatt Steinhagen
AUSZUG VOM 29. Dez. 2009

Steinhagen (WB). Der Verein "Kinder in Valmiera" aus Steinhagen und "Die Emsperlen" haben Kindern im lettischen Valmiera eine Freude bereitet. Mit von der Partie waren Bernd Descher und Josef Kriener von der Partyband "Die Emsperlen".

Die weit über die Grenzen Ostwestfalens hinaus bekannte Band aus Rietberg unterstützt den Verein bereits seit einiger Zeit. Unter anderem geht ein Teil des Erlöses aus dem CD-Verkauf direkt an "Kinder in Valmiera".
"Uns ist es ein Anliegen, den Kindern dort zu helfen und uns persönlich ein Bild von den Verhältnissen vor Ort zu machen. Nun wissen wir, dass unsere Hilfe auch dort ankommt, wo sie benötigt wird", so Bernd Descher von den "Emsperlen". Die Bandleader reisten gemeinsam mit Stephan Kaiser und Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera" aus Steinhagen nach Lettland.

"Uns ist es ein Anliegen, Kindern zu helfen." Bernd Descher

Neben süßen Leckereien, unter anderem 200 Kilogramm Lebkuchen der Firma Schulze von Ravensberg aus Borgholzhausen, und einer kleinen finanziellen Unterstützung waren die vier Gäste aus dem Kreis Gütersloh aber noch in musikalischer Art und Weise gefordert. Bekannte deutsche Weihnachtslieder und das in Valmiera bekannte Lied "Pfefferkuchen" wurden extra in Lettisch einstudiert und gemeinsam mit den Kindern gesungen. Tatkräftige Unterstützung kam dabei von zwei Musikern der Musikschule in Valmiera.
Das musikalische Quartett besuchte vier Einrichtungen in Renzeni, Ruijena, Dikli sowie den Sonderkindergarten Bitite in Valmiera. "Überall wurden wir mit strahlenden Kinderaugen empfangen. Das ist schon ein besonderes Erlebnis", so der Vorsitzende des Vereins "Kinder in Valmiera", Stephan Kaiser aus Brockhagen.
Im Kindergarten Bitite waren dann auch die Vertreter von sechs weiteren Einrichtungen zu Gast und nahmen die leckeren Süßigkeiten und die Spenden mit Freude entgegen. Dort hatten die lettischen Gastgeber ein liebevolles Abschlussfest mit Darbietungen der Kinder organisiert.
Um den Kindern in Valmiera und Umgebung auch weiterhin helfen zu können, läuft bis zum Ende des Jahres die Aktion "Schenke Kindern ein Lächeln". In allen Sparkassen im Kreis Gütersloh stehen Sparschweine für Spenden bereit. "Jede Spende hilft und gelangt direkt an die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in Lettland. Wir bedanken uns schon jetzt bei allen Spendern", sagte Harald Godt.
Weitere Infos im Internet:
www.kinderinvalmiera.de
Musikalische Weihnachten auf Lettisch
Verein "Kinder in Valmiera" und die "Emsperlen" besuchen Einrichtungen in Valmiera und Umgebung
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Überraschung geglückt: Neben süßen Leckereien, unter anderem 200 Kilogramm Lebkuchen der Firma "von Ravensberg" aus Borgholzhausen übergaben die Vereinsvertreter Geldspenden. Wie auf dem Foto zu sehen, kamen die Lebkuchen bei den Kindern bestens an.

Zu Besuch: Aivars und Elina von der Musikschule Valmiera (von links), Stephan Kaiser und der kleine Rudolph, Guntra Kukjane (Kindergarten Bitite), Josef "Jockel" Kriener und Bernd Descher von den "Emsperlen" sowie Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera".

FOTOS: HK

Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 28. Dez. 2009

Steinhagen (HK). Zu ihrem mittlerweile traditionellen Weihnachtsbesuch waren vor dem Weihnachtsfest Vertreter des Vereins "Kinder in Valmiera " aus Steinhagen nach Lettland aufgebrochen. Mit von der Partie waren diesmal Bernd Descher und Josef Kriener von der Partyband "Die Emsperlen". Die weit über die Grenzen Ostwestfalen hinaus bekannte Stimmungsband aus Rietberg unterstützt den Verein bereits seit einiger Zeit. Unter anderem geht ein Teil des Erlöses aus dem CD-Verkauf direkt an "Kinder in Valmiera ".

"Uns ist es ein Anliegen, den Kindern dort zu helfen und uns persönlich ein Bild von den Verhältnissen vor Ort zu machen. Nun wissen wir, dass unsere Hilfe auch dort ankommt, wo sie benötigt wird", so die beiden "Emsperlen". Die Musiker waren gemeinsammit Stephan Kaiser und Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera" nach Lettland gereist.
Neben süßen Leckereien, unter anderem 200 Kilogramm Lebkuchen der Firma "von Ravensberg " aus Borgholzhausen, und einer kleinen finanziellen Unterstützung waren die vier Gäste aus dem Kreis Gütersloh aber noch in musikalischer Art und Weise gefordert.

200 Kilogramm Lebkuchen im Gepäck

"Ihr Kinderlein kommet", "Jingle Bells", "Oh Tannenbaum " und das in Valmiera bekannte Weihnachtslied "Pfefferkuchen " wurden extra in Lettisch einstudiert und gemeinsam mit den Kindern gesungen. Tatkräftige Unterstützung kam dabei von zwei Musikern der Musikschule in Valmiera.
Das musikalische Quartett besuchte vier Einrichtungen in Renzeni, Ruijena, Dikli sowie den Sonderkindergarten Bitite in Valmiera. "Überall wurden wir mit strahlenden Kinderaugen empfangen. Das ist schon ein besonderes Erlebnis", berichtete nach seiner Rückkehr der Vorsitzende vom Verein "Kinder in Valmiera", Stephan Kaiser aus Steinhagen.
Im Kindergarten Bitite waren dann auch die Vertreter von sechs weiteren Einrichtungen zu Gast und nahmen die leckeren Süßigkeiten und die Spenden aus Deutschland mit großer Freude entgegen. Dort hatten die lettischen Gastgeber ein sehr herzliches und liebevolles Abschlussfest mit Darbietungen von den Kindern organisiert. Natürlich durften auch hier die musikalischen Weihnachtsgrüße auf Lettisch und Deutsch nicht fehlen.

Mitmachen bei Spendenaktion

Um den Kindern in Valmiera und Umgebung auch weiterhin helfen zu können, läuft noch bis zum Ende des Jahres die Aktion "Schenke Kindern ein Lächeln". In allen Sparkassen im Kreis Gütersloh stehen Sparschweine für Spenden bereit. "Jede Spende hilft und gelangt direkt an die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in Lettland. Wir bedanken uns schon jetzt bei allen Spendern", so Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera".
Mehr im Internet: www.kinderinvalmiera.de
"Emsperlen" engagieren sich für Valmiera
Mit Kleinen auch lettische Lieder gesungen
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Weihnachtsbesuch in der lettischen Partnerregion: (v. l.) Aivars und Elina von der Musikschule Valmiera, Stephan Kaiser (Vorsitzender von "Kinder in Valmiera"), der kleine Rudolph, Guntra Kukjane (Kindergarten "Bitite"), Josef (Jockel) Kriener und Bernd Descher von den "Emsperlen" sowie Harald Godt von "Kinder in Valmiera".

Die Glocke AUSZUG VOM 24. Dez. 2009

Kreis Gütersloh (gl). Zu ihrem schon traditionellen Weihnachtsbesuch sind Vertreter des Vereins "Kinder in Valmiera" in Lettland gewesen. Mit von der Partie waren auch Bernd Descher und Josef Kriener von den "Emsperlen". Die über die Grenzen Ostwestfalens hinaus bekannte Band aus Rietberg unterstützt den Verein seit einiger Zeit. Unter anderem geht ein Teil des Erlöses aus dem CD-Verkauf direkt an "Kinder in Valmiera".
"Uns ist es ein Anliegen, den Kindern dort zu helfen. Zudem wollten wir uns persönlich ein Bild von den Verhältnissen in Valmiera zu machen. Und nun wissen wir, dass unsere Hilfe auch dort ankommt, wo sie benötigt wird." Dieses Fazit zogen die "Emsperlen" nach ihrer Rückkehr. Die Bandleader waren mit Stephan Kaiser und Harald Godt von dem in Steinhagen ansässigen Verein nach Lettland gereist.
Außer bei der Verteilung von süßen Leckereien, unter anderem 200 Kilogramm Lebkuchen (gestiftet von der Firma Ravensberg aus Borgholzhausen), und einer kleinen finanziellen Unterstützung waren die vier Gäste aus dem Kreis Gütersloh auch musikalisch gefordert. "Ihr Kinderlein kommet", "Jingle Bells", "O Tannenbaum" und das in Valmiera bekannte Weihnachtslied "Pfefferkuchen" waren eigens auf Lettisch einstudiert worden und wurden mit den Kindern gesungen. Tatkräftig wurden sie von zwei Musikern der Musikschule Valmiera unterstützt.
Das musikalische Quartett besuchte vier Einrichtungen in Renzeni, Ruijena und Dikli sowie den Sonderkindergarten Bitite in Valmiera. "Überall wurden wir mit strahlenden Kinderaugen empfangen. Das ist schon ein besonderes Erlebnis", so der Vereinsvorsitzende Stephan Kaiser. Im Kindergarten "Bitite" waren auch die Vertreter von sechs weiteren Einrichtungen zu Gast, um im Rahmen eines liebevollen Fests mit netten Darbietungen von den Kindern Süßigkeiten und Spenden mit großer Freude in Empfang zu nehmen. Musikalische Weihnachtsgrüße auf Lettisch und Deutsch fehlten nicht.
Um den Jüngsten in Valmiera und Umgebung weiterhin helfen zu können, läuft bis Ende des Jahres die Aktion "Schenke Kindern ein Lächeln". In allen Sparkassen im Kreis Gütersloh stehen Sparschweine bereit. "Jede Spende hilft und gelangt direkt an die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in Lettland", verspricht Harald Godt und sagt im Voraus bereits Dankeschön. Weitere Infos im Internet.
www.kinderinvalmiera.de
Spielzeug erfreut Kinder in Valmiera
Renate Groß aus Isselhorst
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Rund 1000 Pakete für die Menschen in Valmiera hat Renate Groß allein in diesem Jahr für eine Hilfsaktion gepackt, die seit 2002 Zeichen setzt.

Bild: Stickling


Die Glocke AUSZUG VOM 30. Nov. 2009

Gütersloh (ms). Renate Groß ist seit 2002 kreisweit, doch vor allem für Isselhorst die „Valmiera- Botschafterin“ und wird für ihr Engagement sehr geschätzt. Hilfsmaßnahmen, die sie initiiert, werden das ganze Jahr über von den Menschen im lettischen Partnerkreis des Kreises Gütersloh, in Valmiera, sehnsüchtig erwartet.

In diesem Jahr packte Renate Groß 1000 Hilfspakete. Die letzten 200 warten derzeit auf ihren Abtransport von ihrem Hof.
Alles, was in Valmiera so dringend fehlt, überlassen ihr Menschen, die sich der Hilfe verpflichtet fühlen. In diesen Stunden verschnürt sie die letzten Pakete mit guten Kleidungsstücken für Erwachsene und Kinder, mit Schuhwerk von Babyschühchen bis hin zu Damen- und Herrenschuhen, -stiefeln und Hausschuhen. Vor Wochen startete sie einen Aufruf, in dem sie um Schulranzen, Tornister und Rucksäcke für das neue Schuljahr bat. Das große Echo aus der Bevölkerung machte die riesige Anzahl von Paketen möglich. Renate Groß freut sich vor allem über die vielen Spielsachen. „Sie sind in einem so guten Zustand, dass sie auf dem Gabentisch der lettischen Kinder für helle Aufregung sorgen werden“, so die Aktionsbetreiberin.
Dankesbriefe aus Lettland gehen bei der Familie Groß Monat für Monat ein. Erst vor Tagen übergab der Landrat des Kreises Valmiera, Vitauts Stana, Renate Groß ein Geschenk: einen Kalender in limitierter Auflage mit dem Titel „Das deutsche Kulturerbe im Kreis Valmiera“.
Der Landrat schreibt dazu: „Die lettische und die deutsche Kultur waren seit Jahrhunderten eng verflochten. Die Zusammenarbeit und Freundschaft wird immer enger, allein schon durch die gleichberechtigte Partnerschaft in Europa. Mein Dank gilt den Partnern im Kreis Valmiera und unseren Freunden im Kreis Gütersloh für die gute Zusammenarbeit“.
Spendenaktion
Kindern ein Lächeln schenken
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Spenden willkommen: (v. l.) Rainer Langkamp (Sparkasse Gütersloh), Stephan Kaiser (Vorsitzender "Kinder in Valmiera"), Hartmut Redlich (Zweiter Vorsitzender "Kinder in Valmiera"), Landrat Sven-Georg Adenauer und Werner Twent (Sparkasse Wiedenbrück) unterstützen die Sammelaktion, die am 1. Dezember beginnt.

Bild: Ackfeld

Die Glocke AUSZUG VOM 21. Nov. 2009

Von CHRISTOPH ACKFELD

Kreis Gütersloh (gl). Es geht zwar auch, aber eben nicht nur um Spenden im großen Stil: Stephan Kaiser und Hartmut Redlich vom Verein "Kinder in Valmiera" sammeln im Dezember Geld für die Aktion "Schenk Kindern ein Lächeln". Unterstützt wird der Verein von den Sparkassen im Kreis Gütersloh.

Ab Dienstag, 1. Dezember, stehen in allen Filialen der Sparkassen bis Ende des Jahres Sammelboxen. Plakate weisen potenziellen Spendern den Weg zu den Spardosen. "Wir sind für jede Spende dankbar", sagt Vorsitzender Stephan Kaiser, der zusammen mit seinem Stellvertreter Hartmut Redlich die Idee für die Spenden-Aktion hatte. In einer Hau-Ruck-Aktion wurde sie zügig in die Tat umgesetzt.
Ende Oktober waren die Vorstandsmitglieder zusammen mit einer Gütersloher Delegation um Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) in der lettischen Partnerstadt Valmiera. "Es war dramatisch, beeindruckend im negativen Sinn", berichtet Kaiser. Die Wirtschaft in Lettland ist von der Wirtschaftskrise mit voller Wucht getroffen worden, das soziale staatliche Netz aber lange nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. "Es wird dringend Hilfe benötigt", erklärt Sven-Georg Adenauer. Hilfe, die über die bereits bestehende Infrastruktur des Vereins "Kinder in Valmiera" geleistet werden soll. Gefördert werden sollen Einrichtungen wir Kindergärten, Sonderschulen oder der Austausch des Schulorchesters, das im kommenden Jahr dem Kreis Gütersloh einen Besuch abstatten will.
"Es war für uns eine leichte Entscheidung, die Aktion zu unterstützen", erklärte Werner Twent, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Wiedenbrück stellvertretend für seine Kollegen. Denn ebenso werden Sammelstellen in den Sparkassen Rietberg und Gütersloh eingerichtet. Das Personal macht mit und hilft potenziellen Spendern, falls Fragen offen sind.
Schließlich soll kein Cent durch die Lappen gehen. Um ein Kinderlächeln zu schenken, reichen mitunter schon kleine Summen. Und genau deshalb freuen sich Stephan Kaiser und Hartmut Redlich vom Verein Kinder in Valmiera über jede Gabe, die anschließend direkt in Lettland investiert wird.
www.kinderinvalmiera.de
Informationsaustausch
Letten wollen an Gütersloher Wissen teilhaben
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Informationsaustausch über die Lage in Lettland: (v. l.) Vitauts Stana, Hans-Joachim Schwolow, Janis Duklavs und Landrat Sven-Georg Adenauer sprachen über die wirtschaftliche Krise.



Die Glocke AUSZUG VOM 17. Nov. 2009

Kreis Gütersloh (gl). In Lettland zeigen sich die Folgen der Wirtschaftskrise für die Kommunen immer stärker: Der Haushalt der Partnerstadt des Kreises Gütersloh, Valmiera, wird beispielsweise im Vergleich zum Jahr 2008 um 58 Prozent reduziert. Diese Hiobsbotschaft hat Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis bei einem Gespräch mit Vertretern aus Gütersloh verkündet.

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) war zu einem Kurzbesuch nach Valmiera geflogen, um mit den lettischen Freunden über die Zukunft der Partnerschaft zu sprechen. Sie soll mit der Gründung eines Partnerschaftsvereins auf eine neue Basis gestellt werden. Gründungsmitglieder sind die sechs Großgemeinden und die Stadt Valmiera.
Bei dem Gespräch über die Zukunft der Partnerschaft wurden zahlreiche Projekte angesprochen: An einem Erfahrungsaustausch in Sachen Katastrophenschutz ist der Bürgermeister der Großgemeine Burtnieki, Janis Leitis, interessiert.
Bürgermeister Janis Zuments von der Großgemeinde Naukseni plant an einer Wassermühle in seiner Gemeinde ein Wasserkraftwerk und will sich das Wissen aus Gütersloh zu nutze machen. Ebenso wurde um Hilfe bei der Einrichtung eines Altenheims gebeten Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft, kündigte an, eine Ausstellung der drei Kunstschulen Valmiera, Rujiena und Mazsalaca zu planen. Über den Kauf von Schülerarbeiten könne man die Kunstschulen finanziell unterstützen.
Ein wichtiger Punkt der Besprechung war die humanitäre Hilfe. Von allen Bürgermeistern wurde nicht nur die Fortsetzung gewünscht, sondern sogar die Bitte an den Kreis Gütersloh herangetragen, die humanitäre Hilfe zu intensivieren. Dringend benötigt würden Kleidung und Schuhe mit Schwerpunkt auf Kinderkleidung. Es wurde vereinbart, die humanitäre Hilfe in Zukunft nicht mehr so stark an bestimmte Einrichtungen zu senden, sondern vielmehr die Güter den Großgemeinden zu überlassen.
Stephan Kaiser von "Kinder in Valmiera" betonte, im Rahmen dieses Delegationsaufenthalts nach möglichen weiteren Projekten für seinen Verein Ausschau zu halten. Er denke dabei vor allem auch an Gemeinden, die bisher nicht so stark berücksichtigt worden seien. Er wies darauf hin, dass er Anfang Dezember einige Kindereinrichtungen besuchen werde, um kleine Weihnachtspräsente zu überreichen.

Hintergrund
Kreis Valmiera: Im Zuge einer Gebiets- und Verwaltungsreform hat sich der Kreis Valmiera aufgelöst ("Die Glocke" berichtete). Stattdessen gibt es jetzt neben der Stadt Valmiera sechs Großgemeinden. Entsprechend ergeben sich auch viele Änderungen. Die Verkehrsbetriebe in Valmiera zum Beispiel werden jetzt von einzelnen Gemeinden getragen. Über die Situation in Lettland informierten sich Landrat Sven- Georg Adenauer, Dr. Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft, Hans-Joachim Schwolow, Partnerschaftsbeauftragte des Kreises Gütersloh, Dr. Anne Bunte, Abteilungsleiterin Gesundheit, Hans-Dieter Kramer, Lebensmittelkontrolleur Kreis Gütersloh, sowie Stephan Kaiser vom Verein "Kinder in Valmiera".
Lebkuchenspende für Kinder in Lettland
Süßes von den Partnern
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200 Kilogramm Lebkuchen für Kinder in Valmiera: (v. l.) Harald Godt, Peter Knaust, Klemens Keller und Stephan Kaiser.


Bild: Neitemeier

Die Glocke AUSZUG VOM 14. Nov. 2009

Von Martin Neitemeier

Kreis Gütersloh (gl). Kinder im lettischen Partnerkreis Valmiera dürfen sich auf Lebkuchen aus dem Kreis Gütersloh freuen. Die Firma Ravensberg aus Borgholzhausen hat dem in Steinhagen ansässigen Verein "Kinder in Valmiera" 200 Kilogramm dieser Leckerei zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Klemens Keller hatte den Kontakt geknüpft, nachdem er bei einem Besuch in Lettland selbst festgestellt hatte, dass Hilfe im Partnerkreis Not tut. Keller und auch Peter Knaust, Chef der Lebkuchenfabrik in Borgholzhausen, unterstützen die Steinhagener Initiative. Im Rahmen ihres Weihnachtsbesuchs in Lettland werden Schatzmeister Harald Godt und Vorsitzender Stephan Kaiser von "Kinder in Valmiera" die Präsente an Kinder in neun verschiedenen Einrichtungen verteilen. "Die Jüngsten können nichts für die große wirtschaftliche Not in Lettland und freuen sich über kleine Geschenke sehr", sagt Kaiser. In diesem Jahr werden auch zwei Mitglieder der Show- und Unterhaltungsband "Emsperlen" beim Weihnachtsbesuch mit von der Partie sein.
Stadt Valmiera hat große finanzielle Sorgen
Familienzentrum wird geschlossen
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In zwei Bauabschnitten wurde das ehemalige Waisenhaus von Valmiera zwischen 2004 und 2006 baulich modernisiert und inhaltlich neu strukturiert. Unter anderem setzten sich Landrat Sven-Georg Adenauer sowie der Lions-Club Rheda-Ems intensiv für das Projekt ein und förderten es.

Flankiert von Landrat Sven-Georg Adenauer (links) und Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow eröffnete Valmieras Landrat Vitauts Stana Anfang Dezember 2004 das neue Familienzentrum. Ein bewegender Tag auch für Leiterin Sarmite Zate-Jurevica.


Bilder: Neitemeier

Die Glocke AUSZUG VOM 14. Nov. 2009

Von Martin Neitemeier

Kreis Gütersloh (gl/mn). Vor allem aus finanziellen Gründen schließt die Stadt Valmiera das mit Hilfe aus dem Kreis Gütersloh aufgebaute Kinder- und Familienzentrum Pargauja. Einstimmig habe der Rat beschlossen, das Haus umzustrukturieren, teilte Bürgermeister Inesis Bokis jetzt Landrat Sven-Georg Adenauer bei dessen Besuch in Lettland mit. Erst vor Kurzem hatte die Stadt nach der Auflösung des Kreises Valmiera die alleinige Trägerschaft übernommen.

Der durch die Wirtschaftskrise bedingte Rückgang des städtischen Haushalts um 58 Prozent im Vergleich zu 2008 ist der Hauptgrund für die Schließung. Aber auch der Rückgang der zu betreuenden Kinder gab den Ausschlag. Bürgermeister Bokis bat um Verständnis für die Entscheidung. Er wisse, dass es vertragliche Regelungen mit der deutschen Seite gebe, die Einrichtung zehn Jahre als Kinder- und Familienzentrum zu nutzen. Bei Vertragsabschluss habe man aber nicht mit einer derart tiefgreifenden wirtschaftlichen Krise rechnen können, die eine solche Entscheidung notwendig mache. Er versichere, dass das Zentrum auch weiterhin als soziale Einrichtung genutzt werde.
Landrat Adenauer, der sich mit dem Lions-Club Rheda-Ems intensiv für Pargauja eingesetzt hatte, war mit einer kleinen Delegation nach Lettland gereist, um über die Zukunft der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und dem inzwischen aufgelösten Partnerkreis Valmiera zu reden. Bisher sei das Kinderund Familienzentrum Pargauja staatlich unterstützt worden. Ferner habe der Kreis Valmiera, der finanziell gut aufgestellt gewesen sei und gut gewirtschaftet habe, die Einrichtung gefördert, so der Kreis Gütersloh. Diese Förderungen entfielen künftig, so dass die Stadt Valmiera allein die finanziellen Verpflichtungen für diese Einrichtung trage. Das Kinder- und Familienzentrum Pargauja gilt als eine der besten Einrichtungen dieser Art in Lettland.

Altenheim nutzt Teilbereich
Die augenblickliche Lage zwinge zu einem Umdenken, so Valmieras Bürgermeister im Gespräch mit Sven-Georg Adenauer. Lediglich vier Kinder aus Valmiera, davon drei schwer Erziehbare, besuchten derzeit die Einrichtung. Fünf Kinder kämen aus der Stadt Mazsalaca, die restlichen aus ganz Lettland, so Bokis. Bis zu 36 Kindern konnte Pargauja ein Zuhause bieten, ausgelastet war das Haus aber schon lange nicht mehr.
Die Stadt Valmiera habe die Kommunen angeschrieben, die bisher Kinder nach Valmiera geschickt hätten, um sie um eine finanzielle Hilfe für die Unterbringung der Kinder zu bitten. Nur wenige Gemeinden hätten überhaupt geantwortet. Und von den anderen sei keine bereit gewesen, sich an der Finanzierung zu beteiligen. 12 bis 13 Lat pro Tag (17 bis 18 Euro) kostet die Unterbringung eines Kindes bei einer Auslastung des Hauses mit 36 Kindern. Im Zentrum sind derzeit 40 Arbeitskräfte beschäftigt. Für die Kinder ist bereits nach sinnvollen individuellen Lösungen gesucht worden. Die Stadt Valmiera plant, in dem Kinder- und Familienzentrum Pargauja, das im Dezember 2006 nach zweijährigen Umbaumaßnahmen und inhaltlicher Neuausrichtung eingeweiht worden war, eine Tagesstätte für geistig behinderte Kinder einzurichten sowie den Rest des Gebäudes dem Altenheim zur Verfügung zu stellen. Das will dort geistig verwirrte ältere Menschen unterbringen. Es sei dringend notwendig, weitere Altenheimplätze zu schaffen, da bereits zirka 100 Personen auf der Warteliste stünden. Davon seien 20 Fälle akut.
Die Tagesstätte für geistig behinderte Kinder in dem Kinderund Familienzentrum Pargauja würde noch vier weitere Jahre staatlich gefördert, so Bokis. Die Kinder werden von drei Mitarbeitern betreut. Von den 30 noch tätigen Mitarbeitern im Kinderund Familienzentrum würden 20 im Altenheim weiterarbeiten. Einige Mitarbeiter hätten bereits eine Aufgabe in Kinderzentren in Riga gefunden, teilt der Kreis abschließend mit.
Musikschule Valmiera
Klangfarben Lettlands einfühlsam dargeboten
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Im Sonntagsstaat: Für ihr Kammerkonzert in der Kreismusikschule in Gütersloh präsentierten sich Flötistin Elina Bresle, Pianist Klavs Abols und Marimbaphonist Pavils Nikitins nicht nur musikalisch gut vorbereitet, sondern auch dem Anlass gemäß gekleidet.


Bild: Gans

Die Glocke AUSZUG VOM 05. Nov. 2009

Von Matthias Gans

Gütersloh (gl). Schon seit einigen Jahren herrscht ein reger Austausch zwischen der Kreismusikschule in Gütersloh und der Musikschule im lettischen Valmiera. Er gipfelte im vergangenen Jahr in einer Tournee der "Gütersloher Philharmoniker" durch den zentralen baltischen Staat.

"Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt", sagte Schulleiter Michael Corßen an seinen Kollegen Aivars Cepitis gewandt, als er zu einem Kammerkonzert mit drei jungen lettischen Schülern ein recht übersichtliches Publikum im Kammermusiksaal begrüßte.
Ein wenig mehr Aufmerksamkeit hätte man sich für die elf und zwölf Jahre alten Künstler, die ihre Auftritte in Anzug und Kleid absolvierten, durchaus gewünscht. Repräsentierte der Abend doch nicht nur das hohe Unterrichtsniveau der Partnerschule, sondern ließ auch manch hierzulande unbekannte Musik hören.
Den Hauptanteil hatte der elfjährige Pianist Klavs Abols zu absolvieren. So eloquent der junge Mann Bach Vater und Sohn zu handhaben wusste, so rasant ging er am Ende mit der "Polichinelle" von Heitor Villa-Lobos um. Dazwischen durfte man sich über ein selbstbewusst aus den Tasten gemeißeltes musikalisches Zwiegespräch zwischen zwei zerstrittenen Tanten von Aram Khachaturian und die fast impressionistisch gefärbte "Geschichte eines Nachtvogels" von Gundega Smite freuen.
Auch Flötistin Elfina Bresle wollte nicht nur mit schönen Standards wie Maria Theresia von Paradis' "Siciliana" begeistern. Begleitet von der Klavierpädagogin Inese Reinfelde brachte die Zwölfjährige ebenfalls folkloristische Klangfarben Lettlands ein. Der elfjährige Pavils Nikitins demonstrierte sein Talent am Marimbaphon mit ausgesprochener Wunschkonzertmusik. Bachs berühmtes "Air" wusste er genauso einfühlsam zu gestalten, wie Bizets "Carmen"-Vorspiel und eine lettische Polka effektvoll auf den Punkt zu spielen.
Und wenn man dann erlebt hat, mit welchem Spaß die drei jungen Musiker den Abend mit einem schwungvollen Tanz aus ihrer Heimat beendeten, darf man hoffen, dass sie nicht nur einen guten Eindruck, sondern auch ein paar Noten in Gütersloh hinterlassen haben.
Häusliche Gewalt in Lettland
"Die Kinder fliehen schon zu uns"
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Rutschkowski (Opferschutzbeauftragte bei der Kreispolizeibehörde), Vija Toca (Mitarbeiterin des Krisenzentrums Dardedze in Valmiera), Ellen Wendt (Gleichstellungsbeauftragte im Kreishaus), Gitte Weier (Leiterin der Frauenberatungsstelle in Gütersloh), Dolmetscherin Dr. Silvana Kreyer und Dardedze-Chefin Eva Sare.


Bild: Bitter

Die Glocke AUSZUG VOM 17. Aug. 2009

Von JOHANNES BITTER

Kreis Gütersloh (gl). Die seit 1992 bestehende partnerschaftliche Verbindung des Kreises Gütersloh mit dem lettischen Kreis Valmiera hat seit 2005 auch einen frauenpolitischen Aspekt. Inzwischen besteht ein enger Kontakt zum Krisenzentrum Dardedze, das Eva Sare in Valmiera leitet. Vija Toca steht ihr zur Seite.

Diese Einrichtung, finanziert von Staat und Stadt, hat allein das Wohl der Kinder im Auge, die häusliche Gewalt erfahren haben. Niemand kümmert sich um die Eltern, zu denen die Jungen und Mädchen nach 30 Tagen beziehungsweise in ganz schweren Fällen nach 60 Tagen zurück müssen. "Es gibt kein Gesetz gegen häusliche Gewalt. Deutschland hat uns da viel voraus, was rechtliche Bestimmungen und soziale Rehabilitation betrifft", sagt Sare. Wenn der Mann der Übeltäter sei, müsse er erst der Wohnstätte fernbleiben, wenn ein Gerichtsverfahren gegen ihn laufe. Und: "Die Kinder fliehen schon zu uns."
Der aktuelle Erfahrungsaustausch fand am Freitag in der Frauenberatungsstelle von Gitte Weier an der Berliner Straße 46 in Gütersloh statt. Frauennotruf, Frauenhaus und der Arbeitskreis, der Initiativen gegen häusliche Gewalt vernetzt, wurden erörtert. Das dritte deutsch-lettische Partnerschaftsforum mit 150 Teilnehmern, unter ihnen Bürgermeister und Polizeibeamte, im Landesamt für Polizeiausbildung in Selm habe häusliche Gewalt als Thema aufgriffen, teilte Dolmetscherin Dr. Silvana Kreyer aus Langenberg mit. Als besonders wertvoll stellte sie den Vortrag der Opferschutzbeauftragten der Kreispolizeibehörde Gütersloh, Ursula Rutschkowski, in Selm heraus. Die Polizeihauptkommissarin: "Es geht darum, erst einmal ein Bewusstsein zu schaffen." Ellen Wendt, Gleichstellungsbeauftragte im Kreishaus, erinnert daran, dass auch in Deutschland Gewalt in Beziehungen lange als Privatangelegenheit behandelt worden sei. Im Kreis Gütersloh gebe es seit 25 Jahren Beratungs- und Hilfsangebote. Erst das 2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz biete betroffenen Frauen die Möglichkeit, auf zivilrechtlichem Weg Schutzmaßnahmen zu beantragen, die den Verweis des gewalttätigen Partners aus der gemeinsamen Wohnung bewirken, erläutert Rutschkowski. Der UN-Ausschuss habe Lettland nahe gelegt, ein Gesetz gegen familiäre Gewalt zu verabschieden. Es sei auch ein entsprechendes Programm für 2008 bis 2011 vorgelegt worden, weiß Dr. Kreyer. Doch die niederschmetternde Wirtschaftskrise habe solche Gedanken überrollt.
Für Eva Sare ist es deshalb besonders wichtig, im Kreis Gütersloh einen Partner zu haben, "der uns von Anfang an hilft" - zum Beispiel mit Kleidung und Spielsachen für das Krisenzentrum Dardedze. Wörtlich: "Wir nehmen Mut mit in den Alltag. Und der ist in Lettland harsch."
Lettische Delegation ist zu Gast
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Eine Delegation aus dem lettischen Partnerkreis Valmiera war im Kreis Gütersloh zu Gast. Am Samstagabend traf man sich mit den deutschen Gastgebern im Garten von Dr. Silvana Kreyer am Blumenweg in Langenberg.


Bild: Bitter

Die Glocke AUSZUG VOM 17. Aug. 2009

Von JOHANNES BITTER

Langenberg (gl). Am dritten Deutsch-Lettischen Partnerschaftsforum im Landesamt für Polizeiausbildung in Selm-Bork (Kreis Unna) haben 21 Frauen, Männer und Jugendliche aus dem Kreis Valmiera teilgenommen. Zu ihm unterhält der Kreis Gütersloh seit 1992 partnerschaftliche Beziehungen.

Am Samstagmorgen schilderte der Europa-Abgeordnete Elmar Brok die Situation in den baltischen Staaten fünf Jahre nach der Osterweiterung der Europäischen Union. Die rund 150 Zuhörer der simultan übersetzten Standortbestimmung des in Schloß Holte aufgewachsenen Europa-Politikers kamen auch aus der Stadt Salacgriva, mit der Handewitt (Kreis Schleswig- Flensburg) verschwistert ist, und aus der Stadt Smiltene, deren deutsche Partnerin Willich im Kreis Viersen heißt.
Die Delegation aus Valmiera reiste anschließend in den Kreis Gütersloh, ließ sich von Alfons Brielmann durch das Wiedenbrücker- Schule-Museum in Wiedenbrück führen und traf sich abschließend im Garten von Dr. Silvana Kreyer am Blumenweg in Langenberg. Die lettische Kulturbeauftragte und Dolmetscherin eröffnete den Abend stilvoll mit Hausmusik, dargeboten vom Leiter der Musikschule Lippstadt, Wolfgang Streblow am Klavier, und seiner Frau Regina an der Querflöte.
Die Musikschule pflegt seit längerem Kontakte zu Valmiera, wie der Partnerschaftsbeauftragte im Kreishaus Gütersloh, Hans-Joachim Schwolow, erläuterte. Er organisierte das Forum in Selm- Bork wesentlich mit und hat das nächste in Lettland schon im Visier. Weiter berichtete Schwolow, dass die Bürgermeisterrunde im Kreis Valmiera bereits beschlossen habe, einen Partnerschaftsverein zu gründen. Außerdem bahnt Musiklehrer Gvido Brencevs von der Mittelschule in Rujiena Kontakte an zum Gymnasium Steinhagen.
Und bevor sich die Lettinnen und Letten zu Hohenfelder Bier am Büffet von "Pütt's" stärkten, bedankte sich Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag mit einem Blumenstrauß bei Gastgeberin Dr. Silvana Kreyer.
Diese konnte dem Gemeindeoberhaupt gleich eine lettische Bürgermeisterriege vorstellen: Stana Vitauts (Gemeinde Valmiera), Inesis Bokis (Großgemeinde Valmiera), Gunars Zunda (Mascalaca), der Chefarzt Dr. Edgars Grandans mitgebracht hatte, und Guntis Gladkins (Rujiena). Schwolow und seine lettische Kollegin Rudite Markus starteten gestern Morgen zu einer sauerländischen "Fahrt ins Blaue". Am Sonntagabend empfing der stellvertretende Landrat des Kreises Gütersloh, Dieter Mersmann, die Freunde aus Valmiera auf seinem Hof in Herzebrock.
Pferdeäpfel und Klosterlikör
für Bürgermeister Gunars Zunda
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Eintrag ins Goldene Buch: (v. l.) Dr. Edgars Grandans, Sabine Amsbeck-Dopheide und Gunars Zunda im kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Bild: Darhoven




Bild: Darhoven

Die Glocke AUSZUG VOM 15. Aug. 2009

Harsewinkel (gad). Gunars Zunda, neuer Bürgermeister der Großgemeinde Mazsalaca in Lettland, ist am Donnerstagabend von Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) im Rathaus empfangen worden. Grund des Zusammentreffens war das gegenseitige Kennenlernen der beiden Stadtoberhäupter sowie ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Harsewinkel.

Gunars Zunda (44) wurde Anfang Juni 2009 mit einer überwältigenden Mehrheit von über 70 Prozent gewählt. Der Vater von zwei Kindern erschien in Begleitung des Chefarztes vom Krankenhaus in Mazsalaca, Dr. Edgars Grandans, mit dem er derzeit beim dritten Deutsch-Lettischen Partnerschaftsforum im Landesinstitut für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW in Selm-Bork zu Gast ist. Edgars Grandans fungiert als Übersetzer.
Ebenfalls zu dem Empfang im Rathaus eingeladen waren auch Hans-Joachim Schwolow, Partnerschaftskoordinator des Kreises Gütersloh, Hildegard Karhoff- Müller und Werner Junkerfeuerborn, Lehrer und Koordinatoren für Berufswahl und Schüleraustausch am Gymnasium, sowie Hildegard Kleine, Ehefrau des verstorbenen Marienfelder Unternehmers Bruno Kleine, der mit vielen großzügigen Spenden den Aufbau des Krankenhauses in Mazsalaca vorangetrieben hat. Dr. Edgars Grandans erzählte bei seinem Besuch, dass derzeit über 50 schwer kranke Patienten in dem Hospital, dem auch ein Kindergarten angegliedert ist, behandelt werden.
Vom Partnerschaftsforum in Selm mit 150 Teilnehmern, darunter 90 Vertreter aus Lettland, berichteten Hans-Joachim Schwolow, Gunars Zunda und Dr. Edgars Grandans über Methoden zur Bekämpfung der Gewalt in Familien, die Förderung der deutschen Sprache, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Lettland, neue alternative Energien, Verwaltungsreformen und Praktikumsstellen für deutsche Schüler in Lettland.
Nach dem Rathausempfang lud Sabine Amsbeck-Dopheide ihre Gäste zu einem gemeinsamen Essen ein. Dabei stand der Aufbau eines Schülerpraktikumsaustauschs, wie ihn das Gymnasium seit vielen Jahren erfolgreich mit der französischen Partnerstadt Les Andeleys pflegt, im Mittelpunkt. Hans-Joachim Schwolow berichtet, dass ein Altpapierunternehmen, ein Kindergarten und ein Feuerlöscherhersteller in Valmiera sowie ein Kindergarten und das Museum in Mazsalaca bereits ihr Interesse an Praktikanten aus Harsewinkel geäußert hätten.
Zur Erinnerung an den Besuch in Harsewinkel überreichte Sabine Amsbeck-Dopheide ihrem lettischen Amtskollegen einen Präsentteller mit Klosterlikör, Stadtwappen- Becher, Orgelmusik-CD und Harsewinkeler Pferdeäpfeln.
Imker aus Valmiera zu Gast im Kreis nach oben  
Die lettische Delegation wurde im Kreishaus in Gütersloh vom stellvertretenden Landrat Dieter Mersmann begrüßt und vom Abteilungsleiter Ordnung Dr. Wolfgang Schwentker durchs Haus geführt.



Die Glocke AUSZUG VOM 11. Aug. 2009

Kreis Gütersloh (gl). Gestern traten sie die Heimreise an: Einige Tage lang waren Bienenzüchter aus dem Partnerkreis Valmiera im Kreis Gütersloh zu Gast gewesen. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Landrat Dieter Mersmann und den Abteilungsleiter Ordnung der Kreisverwaltung, Dr. Wolfgang Schwentker, der selbst Hobbyzüchter ist, wurden die Letten durchs Kreishaus geführt. Mit dabei war auch Friedrich Wilhelm Brinkmann, Vorsitzender des Kreisimkervereins Gütersloh. Während der folgenden Tage besuchte die Delegation zahlreiche Bieneninstitute und Imkereien, darunter das Bieneninstitut in Münster. Ferner besichtigten die Gäste Imkerei Gerd Albert in Rheda-Wiedenbrück, die Imkerei Gerwinat in Ewerswinkel, die Imkerei Dennis Schueler in den münsterschen Rieselfeldern und die Großimkerei Beverung in Lüdge. Eine Stadtführung durch Münster, ein Besuch der Fleischwarenfabrik Wiltmann in Versmold- Peckeloh sowie Ausflüge zu den Externsteinen und zum Hermannsdenkmal in Detmold rundeten das Programm ab.

Bessere Bildung: Berufskollegs im Auf- und Umbruch
Kreis investiert 1,1 Millionen Euro
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Diesen Zerlegetisch aus der Fleischerwerkstatt des Carl-Miele-Kollegs hat Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow (links) nach Valmiera vermittelt. Schul-Abteilungsleiter Gerd Clarfeld begrüßt die weitere Verwendung des wuchtigen Stücks in Lettland. Bilder: Neitemeier


Ein echte Kunst: Sandra Jürgenhake koordiniert mit einem externen Fachbüro die Umzüge und Sanierungen.








Drangvolle Enge herrscht derzeit in machen Unterrichtsräumen des Carl-Miele-Kollegs in Gütersloh. Von den Umstrukturierungen sind das Ems-Kolleg in Rheda-Wiedenbrück, dass Reinhard-Mohn-Kolleg in Gütersloh und das Kolleg in Halle dieses Jahr noch nicht betroffen.

Die Glocke AUSZUG VOM 10. Juli 2009

Von unserem Redaktionsmitglied MARTIN NEITEMEIER
Kreis Gütersloh (gl). Der grüne Punkt weist den Weg: Die wuchtigen Zerlegetische, die den runden Aufkleber tragen, werden in Kürze vom Gütersloher Carl- Miele- zum Wiedenbrücker Reckenberg- Berufskolleg gebracht. Die anderen beiden – ohne die Markierung – sind für die Fleischerausbildung im lettischen Valmiera vorgesehen und werden ebenfalls bald abgeholt. Denn: Ganz nach Plan und mit Vollgas ist die Neustrukturierung der Berufskollegs im Kreis angelaufen.
Obwohl es allerlei zu bewegen gilt, viel Zeit bleibt für die erste Umzugs- und Umbauphase nicht. Sandra Jürgenhake ist dennoch optimistisch. „Bis zum Beginn des neuen Schuljahrs sind die Werkstätten für die Berufsvorbereitungs- und Berufsgrundschuljahre am neuen Standort fertig“, sagte die Mitarbeiterin der Schulverwaltung, bei der in Zusammenwirken mit einem externen Büro die Fäden dieses kniffligen Vorhabens zusammenlaufen.
Denn die Verlagerung der Arbeitsräume im Bereich Hauswirtschaft und Ernährung sowie Farb- und Raumgestaltung von der Dalke an die Ems ist nur ein kleiner Teil des Gesamtpakets. Schließlich geht die duale Ausbildung der Maler und Lackierer sowie der Fleischer mit ihren Räumen für technologische Übungen den gleichen Weg, während die Kfz-Mechatroniker, die Bau- und Landmaschinen- sowie die Industriemechaniker von Wiedenbrück mit all ihren Utensilien nach Gütersloh wechseln.
Um Spritzkabinen in Gruppenräume und Umkleidebereiche in Klassenzimmer zu verwandeln, werden bis zum Ende der Herbstferien rund 1,1 Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II investiert. Schulabteilungsleiter Gerd Clarfeld: „Das sind die ersten wichtigen Schritte zur Konzentration von Bildungsgängen, zur Stärkung der Ausbildung und zur Einrichtung verschiedener Excellenz-Center.“
Wenn nächsten Montag ein Großteil der Aufträge vergeben worden ist, sollen die Handwerker umgehend anrücken. Die Räume, die es für die neuen Nutzer herzurichten gilt, sind weitgehend leer. Unterrichtsmaterialen warten, in Kisten verpackt, am neuen Standort schon auf ihren Einsatz. Vieles steht dicht gedrängt, beispielsweise in der Kfz- Werkstatt im Carl-Miele-Kolleg, wo zahlreiche Motoren und Messgeräte aus der Nachbarstadt eingetroffen sind. Auch zwei weitere Autos und einen Roller habe man geerbt, berichtet Schulleiter Heinz Driftmeier. Er freut sich darauf, dass die drangvolle Enge auf Dauer vorbei ist und Schülern wie auch Maschinen angemessener Raum zur Verfügung steht. „Das kann für die Qualität der Ausbildung nur förderlich sein.“
Von den Umzügen zunächst nicht betroffen ist auf Beschluss des Kreistags die Friseurausbildung. Gutachter, Kreisverwaltung und Bezirksregierung sehen sie weiter am sinnvollsten in Halle angesiedelt. Clarfeld: „Das muss der neue Kreistag endgültig entscheiden.“ Klar ist dagegen das Profil des Reckenberg-Kollegs mit Ernährung und Hauswirtschaft, Gebäude- und Sanierungstechnik sowie Konstruktionstechnik und Sozialwesen.
Von der Neustrukturierung der Berufskollegs profitieren auch die Menschen im lettischen Kreis Valmiera, nachdem die Schulverwaltung Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow eingeschaltet hat. Hier nicht mehr benötigte, aber noch gut nutzbare Tische und Stühle, Schränke und Regale sowie Backöfen und Heißmangeln sind bereits in Lettland. Weitere Dinge folgen – darunter die Zerlegetische ohne den grünen Punkt.
Technisches Gymnasium
In Sachen Mechatronik sowie Metall-, Elektro-, Informationsund Kfz-Technik bietet das Carl- Miele-Kolleg künftig alle Bildungsgänge von der Eingliederungsmaßnahme über die duale und die Vollzeit-Ausbildung bis hin zum Abitur. Dass das technische Gymnasium im nächsten Jahr wirklich mit dem ersten Jahrgang starten kann, davon ist Schulleiter Heinz Driftmeier überzeugt. „Die Nachfrage ist da. Schließlich schaffen wir damit die ideale Basis für ein duales Studium am neuen Fachhochschul- Studienort Gütersloh.“ In diesem Jahr hatten sich angesichts der kurzen Vorlaufzeit nur 17 statt der erforderlichen 26 Schüler angemeldet. (mn)

Bekannte Gesichter
Bürgermeisterwahlen in Valmiera
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Bürgermeister der Großstadt Valmiera: Inesis Bokis.









Bürgermeister der Großgemeinde Valmiera: Vitauts Stana.







Die Glocke AUSZUG VOM 9. Juli 2009

Kreis Gütersloh (Gl). Im ehemaligen Kreis Valmiera (Lettland) sind nach den Wahlen am 7. Juni jetzt die Bürgermeister in den Kommunalparlamenten bestimmt worden. Landrat Sven- Georg Adenauer (CDU) und Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow werden im „Partnerkreis“ auch künftig viele der langjährigen Freunde in verantwortlicher Position antreffen.
So ist Vitauts Stana, ehemaliger Landrat des Kreises Valmiera, in der neuen Großgemeinde Valmiera zum Bürgermeister gewählt worden. In Lettland wird der Bürgermeister durch die Ratsvertreter bestimmt. Stanas „Grüne und Bauernpartei“ hatte am 7. Juni 41,48 Prozent der Stimmen geholt. Die Volkspartei kam dahinter auf 30,02 Prozent.
Inesis Bokis, Bürgermeister von Valmiera, ist in seinem Amt bestätigt worden. Die Volkspartei von Bokis hatte 47,07 Prozent der Stimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung im von der Wirtschaftskrise schwer getroffenen Lettland war vergleichsweise gering. So haben bei den Kommunal- und Europawahlen in der Stadt Valmiera nur 52 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben.
Guntis Gladkins, ein weiterer engagierter Vertreter der Partnerschaft und Ex-Bürgermeister von Rujiena, ist nun Bürgermeister der neuen Großgemeinde Rujiena. Mit 66,66 Prozent hatten er und seine Partei „Neue Zeiten“ ein klares Votum erhalten.
In Lettland sind jetzt die Kreise aufgelöst und Aufgaben auf die neu geschaffenen Großgemeinden übertragen worden. Der ehemalige Kreis Valmiera besteht jetzt aus der „Großstadt“ Valmiera und sechs Großgemeinden. In den weiteren Großgemeinden wurden folgende Bürgermeister gewählt: Burtnieki: Janis Leitis (Volkspartei), Mazsalaca: Gunars Zunda (Liste „Salaca“); Naukseni: Janis Zuments (Liste „Sarma“); Beverina: Maris Zvirbulis (Liste „Brenguli Beverina“).
Nachdem auf lettischer Seite der Kreis nicht mehr existiert, ist vorgesehen, dort einen Verein zu gründen, um die Partnerschaft mit Gütersloh fortzusetzen. Im November will man über die Zukunft der Beziehung sprechen.

GEG-Fahne weht in Lettland
Partnerschaft auch in der Entsorgung
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Die Glocke AUSZUG VOM 18. Juni 2009

Kreis Gütersloh (gl). Im Rahmen des Partnerschaftsbesuchs Kreis Gütersloh – Kreis Valmiera war auch die Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen (GEG) zu Gast in Lettland. Aus der Partnerschaft der Kreise ist eine Partnerschaft zwischen der GEG und der lettischen Abfallwirtschaftsgesellschaft ZAAO hervorgegangen.
ZAAO ist zuständig für die Region Nord Vidzeme, die aus dem Kreis Valmiera und drei weiteren Kreisen im Norden von Lettland besteht. Die Kooperation zwischen ZAAO und GEG wurde im Jahr 2004 erstmals mit einem Vertrag besiegelt. Die Zusammenarbeit war damals auf fünf Jahre befristet, nun wurde sie um weitere fünf Jahre verlängert. Als äußeres Zeichen für diese Partnerschaft überreichte Rüdiger Klei, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen, seinem Kollegen Aivars Sirmais von der ZAAO, eine Fahne der GEG, die nun vor dem Verwaltungsgebäude auf dem Deponiegelände weht.
Anfangs der Partnerschaft konnte die lettische Seite von den deutschen Freunden lernen – zum Beispiel bei der Einrichtung der Deponie oder dem Betrieb von Recyclinghöfen. Mittlerweile treffen sich beide Partner auf Augenhöhe und wollen in den nächsten Jahren gemeinsam an dem Einsatz von Ersatzbrennstoffen und an der Entwicklung von Umwelt- und Abfallpädagogischen Projekten arbeiten. Für die GEG gab es ebefalls neue Aspekte für den laufenden Betrieb, zum Beispiel bei der Sammlung und dem Transport von Abfällen.

Jugend in Europa ist Thema junger Letten
Droste-Haus
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Empfang im Rathaus: Der stellvertretende Bürgermeister Josef Lakämper (Links) begrüßte die Schüler aus Lettland in Verl.


Die Glocke AUSZUG VOM 18. Juni 2009

Verl (gl). Vor wenigen Tagen ist im Verler Droste-Haus eine lettische Jugendgruppe aus dem Kreis Valmiera angekommen. 23 junge Männer und Frauen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren verbringen mit ihren drei Leiterinnen zehn Tage in der Ölbachgemeinde. Die Jugendlichen nehmen an einem Projekt zum Thema „Jugend in Europa: Gesunde Lebensweise und Sport“ teil, das von der deutschen Nationalagentur „Jugend für Europa“ mit Sitz in Bonn gefördert wird.
Gemeinsam mit 27 Jugendlichen der Realschule Verl wird dieses Projekt durchgeführt. Die Verler werden den Gegenbesuch im September antreten. Außer dem Projekt an der Schule werden Städte wie Paderborn, Detmold und Köln besucht, ehe die weite Heimreise wieder ansteht. Der Besuch beim stellvertretenden Bürgermeister Josef Lakämper (CDU) rundete das Besichtigungsprogramm in der Ölbachgemeinde ab.
Die Jugendlichen sind in Gastfamilien untergebracht, um den Alltag in einer deutschen Familie kennen zu lernen und mit vielen neuen Eindrücken nach Lettland zurückkehren. Der Aufenthalt der Gäste bildet den Auftakt für den Besuch vieler ausländischer Gruppen, die sich in den nächsten Wochen auf den Weg nach Verl machen. Für zahlreiche der Besucher werden noch Gastfamilien gesucht. Interessenten sollten sich im Droste-Haus unter 05246/2973 informieren.

Steinhagener Orchester reist nach Lettland
„Kinder in Valmiera“
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Gemeinsame Ziele: Stephan Kaiser (Vorsitzender „Kinder in Valmiera“), Girts Bisofs (Schulrektor), Elmar Westerbarkey (Musiklehrer Gymnasium Steinhagen und Leiter des Sinfonischen Orchester), Ina Plauka (Musikleherin Mittelschule Rujiena) und Gvido Brencers (Musiklehrer und Leiter das Bläserorchesters Mittelschule Rujiena) sind froh über die Zusammenarbeit.


Die Glocke AUSZUG VOM 15. Juni 2009

Kreis Gütersloh (gl). Der Verein „Kinder in Valmiera“ hat bei der letzten offiziellen Delegationsreise des Kreises in den lettischen Partnerkreis ein neues Projekt angestoßen – auch wenn bei der Kommunalwahl am 7. Juni der Partnerkreis an sich als Gebietskörperschaft aufgelöst worden ist.

Darunter soll die deutsch-lettische Zusammen-arbeit zwischen Valmiera und Gütersloh nicht leiden. „Es wird schwieriger, aber beide Seiten wollen gerade jetzt weitermachen“, sagt Stephan Kaiser, Vorsitzender des Vereins „Kinder in Valmiera“. Lettland habe die weltweite Wirtschaftskrise besonders stark getroffen. Gerade jetzt seien Unterstützung und gegenseitige Zusammenarbeit besonders wichtig. So sollten beispielsweise lettische Lehrer im Kreis Gütersloh hospitieren. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation stehe der Zeitpunkt dafür jedoch noch nicht fest, so Kaiser.
Bereits im Dezember hatte der Verein „Kinder in Valmiera“ Kontakt mit einer Mittelschule (Jahrgänge eins bis zwölf) in der Stadt Rujiena aufgenommen. Diese Schule mit einem musikalischen Schwerpunkt sucht eine Partnerschule im Kreis Gütersloh. Kaiser, der in Brockhagen wohnt, knüpfte Kontakte zum Gymnasium Steinhagen. Das zielt ebenfalls auf eine musikalische Ausrichtung und hat vor kurzem ein Sinfonieorchester gegründet. Der Entschluss zur Zusammenarbeit war schnell gefasst, und der Leiter des Orchesters, Elmar Westerbarkey, machte sich jetzt in Valmiera selbst ein Bild an Ort und Stelle. „Die Eindrücke waren überwältigend“, sagte Westerbarkey. Ihn begeisterte besonders, mit welchem Engagement die Kinder in Rujiena musizieren. Er und Kaiser wurden nicht nur Ohrenzeugen eines gelungenen Konzerts, sondern nahmen auch am Musikunterricht teil. Beide Seiten waren sich schnell einig. Im Herbst 2010 soll das Steinhagener Orchester nach Lettland reisen, um dort mit Schülern in Rujiena zu musizieren. „Wir werden lettischen Lieder, die Letten Stücke aus unserem Repertoire einproben“, sagte Westerbarkey.
„Wir sind froh, dass sich beide Seiten einig sind und unsere Idee umgesetzt wird“, äußerte sich auch Stephan Kaiser zufrieden. „Das Projekt ist mit relativ geringem finanziellen Umfang umsetzbar, da man für einen solchen Austausch bei verschiedenen Stiftungen und der Europäischen Union Finanzmittel beantragen kann.“ Der Verein werde das Projekt weiter begleiten. Nächster Schritt: Im August wird voraussichtlich Gvido Brencevs, der Musiklehrer der Mittelschule Rujiena, mit der offiziellen Valmieradelegation nach Steinhagen kommen.

Alte Bekannte in neuen Parlamenten
Wahl und Gebietsreform im Partnerkreis Valmiera
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Neue Westfälische AUSZUG VOM 11./12.. Juni 2009

Kreis Gütersloh/Valmiera (rz).Rund 1,4 Millionen Wähler waren am vergangenen Samstag in der von Krise und Rezession geschüttelten baltischen Republik Lettland aufgefordert, ihre Stimme für die Vertreter im Europäischen Parlament abzugeben sowie über die Zusammensetzung der Kommunalparlamente in den 118 Gemeinden und Städten abzustimmen. Verbunden mit der Kommunalwahl war auch eine umfassende Gebietsreform.
Auch die Verwaltungsstruktur des Kreises Valmiera, mit dem der Kreis Gütersloh seit 16 Jahre enge partnerschaftlicheBeziehung pflegt, verändert sich von Grund auf. Aus den bisherigen drei Städten und 21 Gemeinden werden sechs Großgemeinden und die Stadt Valmiera gebildet (wir berichteten).
Den Kreis Valmiera gibt es also nicht mehr – viele Begründer und langjährige Förderer des Partnerschaftsgedanken werden aber auch nach der Wahl und der Bildung neuer Verwaltungseinheiten führende politische Positionen bekleiden. Dazu gehören wird vermutlich auch der bisherige Landrat Vitauts Stana, der in der Großgemeinde Valmiera als Spitzenkandidat angetreten war, mit der rechten Liste aus Grünen und Bauernpartei aber auf knapp 42 Prozent kam. So muss Stana nun bei der Wahl der Bürgermeister durch die Ratsmitglieder am 1. Juli auf Schützenhilfe hoffen – so zum Beispiel durch den „Lettischen Weg“ oder die rechtskonservative Volkspartei, die zwar zu den großen Verlieren der Kommunalwahl zählt, aber vor allem in den Städten ihre Mehrheiten behaupten konnte. Davon profitiert auch Inesis Bokis, der amtierende Bürgermeister von Valmiera, wodie Volkspartei 47 Prozent der Stimmen erreichte. Seine Wahl zum alten und neuen Bürgermeister gilt als sicher. Der Gütersloher Partnerschaftskoordinator gratulierte Bokis zu dem großen Wahlerfolg. Bereits kurz nach der Wahl bekräftigte Bokis, dass ihm die deutsch-lettische Freundschaft am Herzen liege und fortgeführt werden müsse.

»66 Prozent für Gladkins«

Als ein engagierter Befürworter der Partnerschaft gilt auch Guntis Gladkins. Der bisherige Bürgermeiser in Rujiena, der für die Partei Jaunas Laiks („Neue Zeiten“) angetreten war, feierte mit 66 Prozent einen großen Wahlerfolg. Auch er wird erneut das Spitzenamt in seiner Gemeindebekleiden. Klare Verhältnisse gibt es auch in Naukseni, wo nur eine Liste zur Kommunalwahl angetreten war. Amtsinhaber Janis Zuments wird auch in Zukunft an der Spitze der Verwaltung stehen.
Einen Wechsel gibt es in der Stadt Mazsalaca. Bürgermeister Ojars Bekeris stellte sich aus persönlichen Gründen nicht mehr der Wahl. Sein Nachfolger wird vermutlich Gunars Zunda werden, der mit der lokalen Partei „Salaca“ etwa 76 Prozent errang. Ein politisches Mandat im Rat Mazsalacas wird auch Edgars Grandans, Chefarzt des von Bruno Kleine erbauten Krankenhauses, bekleiden.

Bürgermeister kann Stana nur mit Hilfe werden
Kommunalwahlen im Partnerkreis
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Die Glocke AUSZUG VOM 10. Juni 2009

Von unserem Redaktionsmitglied MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). Nach den Kommunalwahlen im lettischen Partnerkreis Valmiera dürften einige in der Partnerschaft bislang sehr engagierte Volksvertreter auch in den neu gebildeten Kommunen Verantwortung als Bürgermeister tragen. Das gilt für Inesis Bokis in Valmiera, Guntis Gladkins in Rujiena und Janis Zuments in Naukseni ebenso wie vermutlich für den bisherigen Landrat Vitauts Stana (Bild).

Nach Angaben der Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus bestimmen die am Samstag gewählten Ratsmitglieder am 1. Juli aus ihren Reihen den jeweiligen Bürgermeister. Die bisherigen drei Städte und 21 Gemeinden wurden zu sechs Großgemeinden und einer Großstadt (Valmiera) zusammengefügt. In den 13 bis 15 Volksvertreter zählenden Räten dominieren rechtsgerichtete Politiker oder lokale Wählergruppen. Sozialdemokraten haben den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft.
Der große Verlierer der Kommunalwahl ist nach Angaben des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung die rechtskonservative Volkspartei, die gleichwohl in ihren Hochburgen ihre absolute Mehrheit behaupten konnte. Dazu zählt auch die Stadt Valmiera. 47 Prozent der Stimmen und damit 7 der 13 Mandate holte die Partei des amtierenden Bürgermeisters Inesis Bokis. Drei Abgeordnete kommen von der „Neuen Zeit“, die laut Adenauer- Stiftung landesweit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Drei weitere Parteien schicken je einen Vertreter in den Rat, darunter für die „Union der Grünen und Bauern“ Janis Brengulis. Der Chef der Landwirtschaftskammer von Nordvidzeme ist intensiv in die Kreis-Partnerschaft eingebunden.
Mit 41,5 Prozent der Stimmen ihren größten Erfolg im ehemaligen Kreis Valmiera verbuchten die Grünen in der Großgemeinde Valmiera. Ex-Landrat und Spitzenkandidat Vitauts Stana dürfte aber bei der Bürgermeisterwahl auf Unterstützung angewiesen sein. Die Volkspartei kam auf 30 Prozent. Noch fünf Prozent mehr holte sie in Burtnieki novads, wo sie mit 35,48 Prozent stärkste Partei wurde. Die Liste führte der bisherige Bürgermeister der Gemeinde Valmiera, Janis Leitis, an.
Während sie in Valmiera novads nur zehn Prozent der Stimmen bekam, machte die „Neue Zeit“ mit dem alten und sicherlich auch neuen Bürgermeister Guntis Gladkins in Rujena mit 66 Prozent klar das Rennen. Neuer Bürgermeister von Mazsalaca dürfte Gunars Zunda werden, der früher die Gemeinde Skankalnes führte. Seine lokale Partei „Salaca“ erreichte 76 Prozent. Auf diese Weise mit im Rat ist Edgars Grandans, der Chef des dortigen Krankenhauses. Der bisherige Bürgermeister Ojars Bekeris war nicht mehr angetreten.

Kampf um wenige Mandate im Partnerkreis
Europa- und Kommunalwahlen in Lettland
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Im Partnerkreis Valmiera werden an diesem Samstag auf der Basis einer Gebietsreform auch neue Gemeinde- und Stadträte gewählt. Bild: Neitemeier


Die Glocke AUSZUG VOM 6. Juni 2009

Kreis Gütersloh (mn). Die Menschen im lettischen Partnerkreis Valmiera machen an diesem Samstag nicht nur bei der Europawahl Kreuze auf Stimmzetteln, sondern wählen auch neue Stadtund Gemeinderäte. Veränderungen wird es allein schon aufgrund der Gebietsreform geben.

Der Kreis Valmiera als Verwaltungsebene wird nämlich aufgelöst. Die bisherigen drei Städte und 21 Gemeinden werden zu sechs Großgemeinden und einer Großstadt (Valmiera) zusammengefasst. Eine Vielzahl von Parteien und Listen kämpft um die jeweils 13 bis 15 Mandate. Der Ausgang der Wahl ist offen, Prognosen gibt es kaum. Zudem ist in Lettland Werbung in den Medien die letzten 90 Tage vor dem Wahltermin verboten, es sei denn, man kauft sich entsprechenden Anzeigenraum.
Anders als in Deutschland werden die Bürgermeister nicht direkt vom Volk bestimmt. Vielmehr wählen die Ratsmitglieder einen von ihnen in dieses Amt Veränderungen mit Blick auf die Partnerschaft sind vorprogrammiert, obwohl verschiedene Amtsinhaber wieder antreten, wie beispielsweise Inesis Bokis von der Volkspartei in der Kreisstadt Valmiera. Kontrahenten von der Bauernpartei sind der Chef der Landwirtschaftskammer Nordvidzeme, Janis Brengulis, wie auch Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus.
Auch der amtierende Landrat Vitauts Stana stellt sich zur Wahl. In Valmiera novads kandidiert er wie die Bürgermeisterin von Dikli, Renate Zidere, für die mit schlechten Prognosen ausgestattete Bauernpartei. In Burtnieki steht der frühere Landrat und Chef des Berufsbildungszentrums, Karlis Greiskalns, auf Platz eins bei der rechten Partei „Lettischer Weg“. Für die Bauernpartei bewirbt sich dort Matisis Bürgermeister Janis Kilpis. Abschied vom Bürgermeisteramt nimmt Ojars Bekeris in Mazsalaca. Er kandidiert nicht mehr.

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