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Arnold Busch und Wolfgang Meluhn in Lettland
Der Mensch steht stets im Mittelpunkt
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Wolfgang Meluhn vor einer seiner Arbeiten im lettischen Valmiera, wo er gemeinsam mit Arnold Busch derzeit ausstellt.
  Die Glocke AUSZUG VOM 18. Nov. 2011

Gütersloh/Valmiera (gl). Seit zwei Wochen erfreuen sich die Besucher des Museums im lettischen Valmiera an den Bildern des in Verl ansässigen Künstlers Wolfgang Meluhn und an den Zeichnungen des Gütersloher Künstlers Arnold Busch. Zur Eröffnung erschienen gemeinsam mit den Bürgermeistern des Partnerkreises Gütersloh zahlreiche kunstinteressierte Besucher und als besondere Überraschung die Direktoren der drei lettischen Kunstschulen. Sie grüßten mit Blumen und viel anerkennenden Worten.
Keine Frage, Kunst und Kultur werden in Lettland hoch geschätzt und sind ungeachtet aller Unwegsamkeiten des Alltags ein fester Bestandteil im Leben.
Mit Wolfgang Meluhn präsentiert sich ein Künstler, der bereits 2006 im Rahmen einer Sommerakademie in Valmiera Spuren hinterlassen hat. In den alltäglichen Szenen, die er mit wenigen, lebendigen Pinselstrichen gekonnt auf die Leinwand bannt, kann sich auch der lettische Betrachter wiederfinden. Facettenreich und immer mit einer guten Portion Humor bringt er die Dinge auf den Punkt.
Auch der Magie der feinsinnigen Zeichnungen Arnold Buschs wird sich kaum jemand entziehen können. Viel Autobiographisches und Literarisches ist in seine oft einer Meditation gleichenden Arbeiten eingegangen. Das beide Künstler verbindende Thema ist der Mensch, wobei sie eine querdenkerische Betrachtungsweise verbindet. In technischer Virtuosität schaffen sie es, das Wesentliche sichtbar zu machen. Ihre künstlerische Sprache könnte jedoch unterschiedlicher nicht sein.
In Riga nutzten die westfälischen Künstler die Zeit für einen fachlichen Austausch mit dem Rektor der Lettischen Kunstakademie. Nicht weniger interessant war der Besuch von Ausstellungen lettischer Künstler und Begegnungen mit den Dozenten und Schülern in der Kunstmittelschule in Valmiera. Als Kulturbeauftragte der Partnerschaft und Kuratorin der Valmiera-Ausstellung freute es Dr. Silvana Kreyer besonders, dass damit eine Tradition des Kulturaustauschs fortgesetzt wird. Wichtig, so Kreyer, sei der stete Dialog in beide Richtungen.
2012 feiert die Partnerschaft ihr 20-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wird es zwei spannende Präsentationen geben: eine mit Arbeiten junger lettischer Künstler in der Kreissparkasse Wiedenbrück und die andere mit heimischen Künstlern im Museum Valmiera in Lettland.
Austausch
Drei Schüler aus Lettland besuchen Ratsgymnasium
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Willkommen: Landrat Sven-Georg Adenauer begrüßte die Austauschschüler Elina Ozolina, Toms Zarins und Janis Roberts Krams (rechts) im Kreishaus Wiedenbrück.
  Die Glocke AUSZUG VOM 17. Sept. 2011
Kreis Gütersloh (gl). Drei lettische Schüler aus Valmiera, der Partnerregion des Kreises Gütersloh in Lettland, besuchen einen Monat lang das Ratsgymnasium in Rheda-Wiedenbrück. Landrat Sven-Georg Adenauer begrüßte Elina Ozolina, Toms Zarins und Janis Roberts Krams im Kreishaus Wiedenbrück und überreichte ihnen jeweils ein kleines Taschengeld.
Die Schüler sind bei Gastfamilien untergebracht. Darum hat sich Lions-Clubmitglied Werner Twent gekümmert. Er ist selbst für einen Monat Gastvater und hat den Kontakt zum Ratsgymnasium hergestellt.
Die Schüler besuchen die zwölfte Klasse. Janis Roberts Krams und Toms Zarins gehen in ihrer Heimat auf das Staatliche Gymnasium Valmiera, Elina Ozolina aufs Gymnasiuim Pargauja in Valmiera. Aufgrund ihrer sehr guten Leistungen in Deutsch haben die drei Jugendlichen die Gelegenheit zu diesem Austausch bekommen.
Städtepartnerschaft Halle-Valmiera
„Wilde Ehe“ ist nach 16 Jahren nun beendet
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Ein Baum aus Glas als Symbol der Städtepartnerschaft zwischen Halle und Valmiera nahm Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann von ihrem lettischen Kollegen Inesis Bokis entgegen.
Bild: Poetter
  Die Glocke AUSZUG VOM 12. Sept. 2011
Kreis Gütersloh (upk). Nachdem der Partnerschaftsvertrag zwischen den Städten Halle und Valmiera im Juli in Lettland unterzeichnet worden ist, ist dieser Festakt am Samstag im Kreis vieler Gäste, darunter der lettische Botschafter Ilgvars Klava, einer 22-köpfige Delegation aus Valmiera und seinen Nachbargemeinden sowie einem Vertreter aus Halles langjähriger Partnerstadt Ronchin, in der neuen Mensa des Schulzentrums Masch aufHaller Boden wiederholt worden.

Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und ihr lettischer Kollege Inesis Bokis bekräftigten mit ihren Unterschriften noch einmal den festen Willen zu einer für alle gewinnbringenden Partnerschaft. „Unser eingeschlagener Pfad ist ein gelebter Schritt auf dem Weg zu einem geeinten Europa“, sagte die Bürgermeisterin in ihrem Grußwort.
Viele Menschen hätten sich in den zurückliegenden Jahren im Rahmen von Austauschen, Delegationsreisen und Projekten kennen und schätzen gelernt, sprach Wesselmann die mannigfaltigen Verbindungen in den Bereichen Musik, Kunst und Schule an. Zukünftig werde es zwischen den beiden Partnerstädten jedoch auch um Austausch und Beratung auf kommunaler Ebene gehen.
Bürgermeister Bokis erinnerte an die Partnerschaft zwischen den Kreisen Gütersloh und Valmiera,die im nächsten Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. „Heute sind viele dabei, die von Beginn an mitmachen“, sagte er und bedankte sich bei den Aktiven, darunter Joachim Schwolow von der Kreisverwaltung. Als Gastgeschenk hatte Inesis Bokis ein Glasobjekt mitgebracht, das die Verbundenheit der beiden Städte symbolisieren soll.
Er sei stolz auf die kommunalen Kontakte zwischen Deutschen und Letten“, erklärte Botschafter Klava und sieht viele Gemeinsamkeiten. Eindringlich empfahl er, diese Verbindungen zu pflegen und zu stärken. Dabei gehe es neben Kunst und Kultur, auch um Fragen der Wirtschaft und der Verwaltung „Seine große Prüfung hat Europa noch vor sich“, sagte der Botschafter und gab zu, dass er sich angesichts der finanzpolitischen Großwetterlage Sorgen um die Zukunft mache. „Die Dinge lassen sich nur gemeinsam lösen“, erklärte er und sieht in den beiden Nationen Verbündete.
Grußworte kamen auch von der stellvertretenden Landrätin Elke Hardiek, die augenzwinkernd feststellte, dass mit dem Tag der Unterschriftensetzung die „wilde Ehe“ zwischen Halle und Valmiera vorbei sei. Begeisterung auch bei Georges Major aus dem französischen Ronchin, der sich über die „Vergrößerung der Familie“ freute.
Valmiera profitiert von EU-Fördermitteln
Fortschritt ist trotz der Krise nicht zu übersehen
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Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis vor der einzigen innerstädtischen Autobrücke, die im nächsten Jahr unter anderem mit EU-Fördergeldern erneuert wird. Bokis wird morgen mit einer starken lettischen Delegation in den Kreis Gütersloh kommen und bei einem Festakt am Samstag in Halle die Partnerschaft zwischen seiner Kommune und der Lindenstadt besiegeln. In Lettland ist der Vertrag bereits im Sommer unterzeichnet worden.
Mehr als 14 Millionen Euro hat der Bau der Vorzeige-Grundschule von Valmiera gekostet. 450 Schüler besuchen die im vergangenen Jahr auch mit europäischen Fördermitteln fertiggestellte Einrichtung, in der 27 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten.
  Die Glocke AUSZUG VOM 08. Sept. 2011
Kreis Gütersloh/Valmiera (gl). In Valmiera, dem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum der Region Vidzeme, ist der Fortschritt trotz Wirtschaftskrise an allen Ecken sichtbar. Davon überzeugte sich eine Delegation aus dem Kreis Gütersloh unter Leitung von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) bei ihrer jüngsten Reise in die Partnerregion.

Fast sämtliche Hauptstraßen sind mitsamt der Kanalisation erneuert worden. Im Oktober soll der letzte Bauabschnitt fertig werden. 19 Millionen Lats (rund 27 Millionen Euro) an EU-Fördergeldern hat Valmiera, seit dem 16. Juli neue Partnerstadt von Halle, in Infrastrukturprojekte stecken können. Auch die einzige innerstädtische Autobrücke über die Gauja, in den 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts von den deutschen Besatzern gebaut, soll erneuert werden. „Wir haben 20 Jahre davon geträumt und viel diskutiert“, berichtete Bürgermeister Inesis Bokis. Im nächsten Jahr kann die Delegation aus dem Kreis Gütersloh die Baustelle besichtigen.
Allein rund sechs Millionen Lats an EU-Mitteln flossen in die neue Grundschule. Zu deren Baukosten musste die Stadt allerdings selbst vier Millionen Lats beisteuern – fast die Hälfte des jährlichen städtischen Budgets.
Durch EU-Fördergelder kann Valmiera sein städtisches Budget von jährlich 9,5 Millionen Lats auf über 20 Millionen erhöhen. „Das ist das Geld aus ganz Europa, auch Ihr Geld“, sagte der Bürgermeister an die Adresse der Gäste und bedankte sich stellvertretend bei der deutschen Delegation für die erhebliche Hilfe aus Brüssel.
Dank der Fördergelder und dem enormen eigenen finanziellen Kraftakt hat Valmiera jetzt eine Vorbild-Grundschule. Direkt neben dem staatlichen Gymnasium steht der moderne Baukörper. „Sie wird zu den besten in Lettland neu gebauten Schulen gezählt“, berichtete Bokis. Im vergangenen Jahr eröffnet, besuchten die Grundschule im abgelaufenen Schuljahr 450 Schüler, die von 27 Lehrern unterrichtet werden. Die moderne Sporthalle ist in den Baukörper integriert. Alle Klassenzimmer verfügen über elektronische Tafeln. Die Mensa hat 200 Sitzplätze.
Partnerschaft mit Halle wird Samstag besiegelt nach oben  
  Die Glocke AUSZUG VOM 08. Sept. 2011
Valmieras neue Partnerstadt Halle – nach der Unterzeichnung in Lettland wird die Urkunde am kommenden Samstag in der Lindenstadt erneut besiegelt – ist mit gut 21 000 Einwohnern etwas kleiner als die lettische Kommune. Seit der Kommunalreform im Jahr 2009 ist Valmiera eine der neun selbstständigen Städte Lettlands, in denen 80 Prozent der Bevölkerung leben. Aber das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region Vidzeme hat Probleme. Es gibt eine starke Abwanderung gerade der jungen Letten ins Ausland. Die Arbeitslosigkeit bei den Menschen unter 25 Jahren beträgt 35 Prozent. Und die Geburtenrate liegt laut Bürgermeister Inesis Bokis bei lediglich 1,1 Kindern pro Frau.
Bokis sprach vor den Gästen aus dem Kreis Gütersloh offen über die seiner Meinung nach größten Probleme: Viele sozialen Belange gelten in Lettland immer noch als Privatsache. Der Staat hilft beispielsweise bei Arbeitslosigkeit nur für eine kurze Überbrückungszeit, danach sind die Menschen auf sich allein gestellt. Auch das niedrige Einkommensniveau bereitet dem Bürgermeister Sorgen. 250 Lats pro Kopf, zirka 355 Euro, stehen den lettischen Familien im Schnitt zur Verfügung, wobei es noch deutliche regionale Unterschiede gibt. Die Preise aber bewegen sich auf mitteleuropäischem Niveau. Der Liter Milch kostet etwas mehr als in Deutschland, der Liter Benzin etwas weniger.
Hilfsaktion
Möbel aus Altenheim reisen nach Valmiera
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Stühle schleppen für den guten Zweck: (v. l.) Franz-Josef Balke, Klemens Karweger, Renate Groß, Nils Benteler und Thomas Poll im Altenheim in Rheda.
Bilder: Stickling
Schweres Gerät hilft beim Verladen: Ulrich Schmidt und Thomas Poll.
  Die Glocke AUSZUG VOM 01. Sept. 2011
Rheda-Wiedenbrück (ms). In Valmiera, im lettischen Partnerkreis des Kreises Gütersloh, freuen sich Bewohner derzeit über ein besonderes Geschenk: Einrichtungsgegenstände für ein Altenheim in Rujiena und eine nur wenige Kilometer entfernt gelegene Behinderteneinrichtung.

Das Ausräumen des Evangelischen Altenheims in Rheda-Wiedenbrück, Parkstraße 15, macht es möglich. Das spärliche Mobiliar in den beiden Häusern – das Altenheim wurde in dem ehemaligen Krankenhaus von Rujiena eingerichtet – kann nur noch bedingt eingesetzt werden und wird nun nach und nach durch gut erhaltene Möbel aus dem Seniorenheim ersetzt. Dessen Bewohner sind bereits in den nur wenige Meter entfernten Neubau umgezogen.
Das alte Haus wird in absehbarer Zeit entkernt und wieder aufgebaut. Das Mobiliar und etliche Gegenstände zur Inneneinrichtung sollten jedoch nicht einfach vernichtet werden. Das war vor allem dem Koordinator der Partnerschaft des Kreises, Hans-Joachim Schwolow, wichtig. Er gab die Initialzündung dafür, dass das Mobiliar, das sich gut für den Abund Wiederaufbau eignet, wieder verwendet wird und brachte die beiden lettischen Häuser ins Gespräch.
Schränke, Betten, Tische, Stühle und vieles mehr wird nun nach und nach von lettischen Transportunternehmen in den Partnerkreis transportiert. Am 19. September startet der dritte und letzte lettische Transporter nach Valmiera.
Das sorgfältige Zerlegen der handwerklich hochwertigen Möbel dauert Wochen. Wären da nicht die vielen ehrenamtlichen Helfer, die Arbeit wäre wohl nicht zu stemmen und würde sich nicht rechnen.
Allen voran gehören dazu Letten, die für Tage in Rheda weilten, Möbel zerlegten und verpackten, der einstige Landrat Franz-Josef Balke, Renate Groß, Koordinatorin der Hilfsgüter, die von ihrem Wohnhaus in Isselhorst nach Valmiera verschickt werden, und Klemens Karweger, langjähriger Leiter des Kreis-Ordnungsamts.
Reisende, die Freunde in der Partnerstadt besuchten, wüssten um die „lebensunwerte Situation, in der kranke, alte und behinderte Menschen in Lettland zum Teil immer noch ihr Leben fristen müssen“, sagt Schwolow. „Es ist oft nicht menschenwürdig“, unterstreicht auch Renate Groß.
Der Koordinator Schwolow machte sich stark für mehr Nachhaltigkeit in unserer modernen Wegwerfgesellschaft: „Die Möbel können alle noch gebraucht werden“ sagt er und ist der Leitung des Rhedaer Altenheims für das Überlassen der Möbel und die Möglichkeit der Räumung des Hauses dankbar.
Evangelische Versöhnungs-Kirchengemeinde
Dachrinnen-Geld für Kirche in Matisi beisammen
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Die evangelische Kirche in Matisi: Das Geld für erforderliche Sanierungsarbeiten ist jetzt beisammen.
  Die Glocke AUSZUG VOM 25. März 2011
Rheda-Wiedenbrück (gl). Der Freundeskreis Matisi der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück freut sich, dass die dringend erforderlichen Arbeiten am Dach der Kirche in der lettischen Partnergemeinde beginnen können. Der Gemeinde in der Region Valmiera kann das dafür benötigte Geld zur Montage von Dachrinnen und Fallrohren sowie Erdarbeiten jetzt zur Verfügung gestellt werden.

Zunächst hatten die Partner in Matisi versucht, das Geld aus eigener Kraft zu beschaffen, allerdings mit nur geringem Erfolg in dem unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise leidenden Land im Baltikum. So wurde schließlich auch die Versöhnungs- Kirchengemeinde in Rheda-Wiedenbrück um Unterstützung gebeten.
Weil die Kosten für die Kirchensanierung in Matisi recht hoch waren, wurden bei verschiedenen Institutionen Förderanträge gestellt und es wurde um Spenden gebeten. Außer Spenden und Zuschüssen von Privatpersonen und Institutionen hat auch der schwedische königliche Gustav- Adolf-Fonds eine Zuweisung in Höhe von 45 000 Kronen (etwa 5000 Euro) zugesagt, das ist immerhin ein Drittel der Gesamtkosten.
Die Kirche in Matisi wurde auf Geheiß des schwedischen Königs Karl XI. in den Jahren 1686 bis 1687 errichtet. Die Pläne stammen vom Architekten Rupert Bindenschu, der auch die Rigaer St.-Petri-Kirche entworfen hat. Das Kirchendach hat jedoch bis heute keine Dachrinnen und Fallrohre, so dass das herabfallende Regenwasser vom Dach direkt neben die Mauern der Kirche in das Erdreich eindringt. Demzufolge zieht sehr viel Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein und hat dieses schon erheblich beschädigt.
Die evangelische Kirche in Matisi steht unter Denkmalschutz, so dass strenge Auflagen einzuhalten sind und beispielsweise teures Kupfer für die Rinnen und Rohre verwendet werden muss. Die Arbeiten können aufgrund des strengen Winters frühestens im Mai beginnen, da ebenfalls umfangreiche Erdarbeiten erforderlich sind, um die Kirche dauerhaft vor Feuchtigkeit zu schützen.

Hintergrund

Zwischen der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück und der Evangelischen Kirchengemeinde Matisi besteht seit 1994 eine intensive Partnerschaft. Besonders seit der weltweiten Wirtschaftskrise sind die Letten erneut auf Unterstützung aus Deutschland angewiesen. Insbesondere in ländlichen Gebieten wie der Gemeinde Matisi mit geringen wirt- schaftlichen Strukturen ist die Situation deprimierend. Wer die Evangelische Kirchengemeinde in Matisi unterstützen möchte, kann eine Spende unter Angabe des Stichworts "Matisi" auf das Konto der Evangelischen Kirchengemeinde Rheda bei der Kreissparkasse Wiedenbrück überweisen.
Birgit Strothenke,
Tel.: 05242/931587.
Kreishaus Gütersloh
Drei Kunstschulen aus Valmiera zeigen dynamisches Farbgefühl
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Ausdrucksstarke Arbeiten aus Valmiera: (v. l.): Laila Strada, Anete Bulina, Indra Ziedina, Janis Galzons, Antra Galzone, , Dace Blume, Hans-Joachim Schwolowund, Dr. Silvana Kreyer sowie (sitzend) Nauris Jostors.

Bild: Poetter

  Die Glocke AUSZUG VOM 16. März 2011
Gütersloh (upk). In der fast 20-jährigen Partnerschaft zwischen dem lettischen Kreis Valmiera und dem Kreis Gütersloh hat der Kulturaustausch seit jeher eine besondere Bedeutung. Ausstellungen der drei Kunstschulen sind nicht nur ein fester Bestandteil dieser Verbindung, sondern zu einer liebgewordenen Tradition geworden.

Eine Tradition, die heute, Mittwoch, im Gütersloher Kreishaus mit der Eröffnung der Ausstellung "Vermächtnis" ihre Fortsetzung findet. Gast der Vernissage ist der Botschafter der Republik Lettland, Ilgvars Klava. In die Ausstellung einführen wird die gebürtige Lettin, Dr. Silvana Kreyer, von "Kultur unterwegs".
Rund 220 repräsentative Arbeiten ihrer rund 400 Schülerinnen und Schüler haben die Leiter der Kunstmittelschule Valmiera, der Kunstschule Rujiena und der Kunstschule Mazsalaca nach Gütersloh mitgebracht. Repräsentative Werke, die einmal mehr zeigen, welchen Stellenwert Kunst und Kultur bei unserem östlichen Nachbarn - allen finanziellen Problemen zum Trotz - haben.
Dass alle drei Kunstschulen im Partnerkreis noch existierten, sei nicht zuletzt dem Engagement ihrer Leiter zu verdanken, sagte Silvana Kreyer bewundernd. Um Geld für Materialien zu sichern, würden auch schon einmal die Gehälter der Lehrer gekürzt. "Vieles ist in Bewegung", erklärte sie und wies darauf hin, dass die Teilnehmerzahlen an den Kunstschulen trotzdem konstant seien.
Das Thema der Ausstellung sei nicht zufällig gewählt, so Janis Galzons von der Kunstschule Rujiena. Der Begriff "Vermächtnis" stehe für das ideelle Erbe, sei Basis für eigenes Tun. "Wer Be- wusstsein für die eigene Vergangenheit hat, ist anders geerdet, nimmt Gegenwart und Zukunft anders wahr." Im Übrigen gehe es den beteiligten Pädagogen nicht nur um die Vermittlung von Fertigkeiten, sondern auch um das geistige Gut.
Beeindruckend ist die hohe Qualität der gezeigten Arbeiten. Die dynamischen und mit viel Gefühl für Farbe gemalten Bilder der fünf- bis siebenjährigen Schüler imponieren ebenso wie die professionell gestalteten Diplomarbeiten der Älteren. Da gibt es akribisch mit Tusche gezeichnete fantastische Ornamente zu sehen, aber auch auf Seidenbanner gemalte Illustrationen zu Märchen.
Gezeigt werden Keramiken und dekorative Puppen aus Filz. Die meisten Arbeiten können erworben werden. Die Ausstellung läuft bis zum 15. April.
Besuch aus Lettland
Tipps für bessere soziale Strukturen
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Nützliche Gespräche: Landrat Sven-Georg Adenauer unterstützt das Engagement der Frauen für Opfer von häuslicher Gewalt und begrüßte die Lettinnen und deren Begleitung im Kreishaus: (hinten v. l.) Eva Sare- Aizsilniece (Leiterin), Indra Priede (Sozialarbeiterin), Inese Locmele (Erzieherin) sowie (vorn v. l.) Dolmetscherin Silvana Kreyer, Astrida Tutere (Leiterin Stationäre Abteilung), Elena Kalinina (Psychiaterin) und die Gleichstellungsbeauftragte Ellen Wendt.
  Die Glocke AUSZUG VOM 19. Jan. 2011
Kreis Gütersloh (gl). "Beneidenswert." So empfindet Eva Sare- Aizsilniece die sozialen Strukturen in Deutschland. Sare-Aizsilniece ist Leiterin des regionalen Zentrums Dardedze zur Unterstützung von Familien in Krisensituationen in Valmiera (Lettland). Auf eigenen, besonderen Wunsch war sie kürzlich vier Tage zu Gast in Gütersloh und Halle.

Zusammen mit vier kompetenten Mitarbeiterinnen ihrer Einrichtung hielt sich Sare-Aizsilniece im Kreis Gütersloh auf, um sich mit Fachfrauen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe auszutauschen. Durch Gespräche mit Spezialisten mehrerer öffentlicher Dienststellen und Einrichtungen erfuhren die Frauen aus Valmiera mehr über die Strukturen und Angebote der Kinderund Jugendhilfe im Kreis. Auch präventive Angebote für Familien und die Vernetzungsstrukturen des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt interessieren die Gäste. Das ist absolutes Neuland, denn die staatlichen Strukturen von Deutschland und Lettland sind nicht miteinander vergleichbar.
Aufgrund der angespannten finanziellen Lage Lettlands ist der Bereich "Hilfe für andere" noch nicht weit entwickelt. So gibt es in Lettland beispielsweise bis heute keinen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass der Staat in Misshandlungsfällen bei Kindern und Frauen einschreiten und Hilfe leisten muss. Anders als in Deutschland gibt es in Lettland kein Gesetz gegen häusliche Gewalt, keine rechtlichen Voraussetzungen und wenig Hilfs- und Schutzmöglichkeiten für betroffene Familien. "Es war ausdrücklicher Wunsch der lettischen Bürgermeister, dass wir im Sozialbereich den Austausch intensivieren", erzählte Landrat Sven-Georg Adenauer anlässlich der Begrüßung der Gäste im Kreishaus.
Nur fünf Einrichtungen zum Schutz misshandelter Kinder existieren bis heute in ganz Lettland. Hilfe für misshandelte Frauen, die es in Deutschland in Form von Beratungsstellen und Frauenhäusern spätestens seit den 80er-Jahren gibt, sucht man in Lettland vergebens. Ein Zustand, den Sare-Aizsilniece und ihre Kolleginnen nicht länger hinnehmen wollen. Darum haben sie den Kreis besucht. "Die sozialen Strukturen Deutschlands sind ein Vorbild für unser Heimatland. Wir wollen so viele Informationen und Tipps wie möglich sammeln, mitnehmen und zu Hause umsetzen." Ein harter, aber lohnenswerter Weg.
Weihnachtsbesuch in Valmiera
Süßes und Musik stimmen Kinder froh
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Weihnachtsbesuch in Ruijena in der lettischen Partnerregion Valmiera: (v. l.) Harald Godt, Stephan Kaiser und Bernd Descher sowie Josef Kriener (mit Mütze) mit den Leiterinnen der Kindergärten in Ruijena und zwei Musikern der Musikschule Valmiera.
  Die Glocke AUSZUG VOM 04. Jan. 2011
Kreis Gütersloh (gl). Mitglieder des Vereins "Kinder in Valmiera" haben zum Ende der vorigen Jahres erneut für fröhliche Kinderaugen in der lettischen Partnerregion gesorgt. Beim inzwischen traditionellen Weihnachtsbesuch waren Stephan Kaiser und Harald Godt in verschiedenen Einrichtungen zu Gast und führten viele Gespräche.
Die beiden Steinhagener waren nicht allein ins Baltikum gereist, denn zum zweiten Mal waren Josef Kriener und Bernd Descher von den "Emsperlen" dabei. "Uns liegt die Hilfe für die Kinder in Lettland sehr am Herzen", sagt Bernd Descher. "Nach den intensiven Eindrücken Ende 2009 wollten wir wieder mit dabei sein. Und es war erneut sehr interessant" berichtet "Emsperlen"- Sänger Josef Kriener.
Natürlich kam die kleine Reisegruppe nicht mit leeren Händen. Außer einer finanziellen Unterstützung für zwölf Einrichtungen in den Städten und Gemeinden des ehemaligen Kreises Valmiera sorgten insbesondere die mitgebrachten Süßigkeiten aus dem Kreis Gütersloh für leuchtende Kinderaugen. So hatte zum Beispiel die Lebkuchenfabrik von Ravensberg aus Borgholzhausen wieder viele Kartons mit leckerem Inhalt gespendet. Begleitet von Schülern der Musikschule Valmiera kam bei der Begegnung die Musik nicht zu kurz. So sangen die Gäste von den "Emsperlen" und von "Kinder in Valmiera" mit den Jungen und Mädchen lettische Weihnachtslieder.
Zunächst besuchte die Reisegruppe aus Deutschland einen Kindergarten in der Gemeinde Kauguri. Später ging es nach Ruijena, wo die Besucher aus Deutschland ein prall gefüllter Saal erwartete. Die Gäste aus dem Kreis Gütersloh waren ein Programmpunkt einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier für alle Kinder aus der Umgebung. Schließlich standen auch noch ein Kindergarten in Koczeni und die Abschlussveranstaltung im Sonderkindergarten "Bitite" in Valmiera auf dem Programm. "Die Kinder hatten mit viel Eifer auch etwas für uns einstudiert und haben uns sogar kleine Geschenke gemacht. Das war wirklich rührend", ist Harald Godt noch heute begeistert.
Nicht fehlen durften Gespräche mit Bürgermeistern und Vertretern verschiedener Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Mit vielen Eindrücken im Gepäck traten Stephan Kaiser, Harald Godt, Josef Kriener und Bernd Descher schließlich den Heimweg an. Sie sind sich sicher, die Aktion auch in diesem Jahr zu wiederholen. Näheres im Internet.

www.kinderinvalmiera.de
Vorkämpferinnen zu Besuch
Mitarbeiterinnen des lettischen Krisenhilfezentrums »Dardeze« zum Arbeitsbesuch in Halle
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Besuch in der Gleichstellungsstelle: Mit großem Interesse ließen sich die Mitarbeiterinnen des lettischen Krisenzentrums »Dardeze« die Tätigkeitsbereiche von Halles Gleichstellungs-beauftragter Eva Sperner (Dritte von links) erläutern. Unser Bild zeigt – von links: Inese Locmele (Erzieherin), Kreis-Gleichstellungs-beauftragte Ellen Wendt, Sperner, Astrida Tutere (Leiterin Stationäre Abteilung), Indra Priede (Sozialarbeiterin), Elena Kalimina (Psychologin), Eva Sare-Aizsilniece (Leiterin), Dolmetscherin Silvana Kreyer und Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann.

Foto: A. Großpietsch

Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 12. Jan. 2011
VON Andreas Großpietsch

Gewalt in Familien: Erst seit wenigen Jahren gibt es den Zufluchtsort »Dardeze«

Halle/Valmiera. Dass in nicht wenigen Familien Gewalt zur Tagesordnung gehört, darf in Deutschland als Allgemeinwissen gelten. Und dass der Staat dort einschreiten und Hilfe leisten muss, als Grundüberzeugung. In Lettland ist dieser Ansatz noch wenig verbreitet - so wie hier vor vielleicht 30 Jahren. Doch in dem baltischen Staat gibt es engagierte Frauen, die keinesfalls Jahrzehnte darauf warten wollen, die lettische Gesellschaft in diesem Punkt weiterzuentwickeln. Eine Gruppe von solchen Frauen ist derzeit zu einem intensiven Arbeitsbesuch in Halle.

Für Eva Sare-Aizsilniece ist klar, dass sie und ihre Mitstreiterinnen sich an zwei Fronten engagieren müssen. Das ist zum einen die praktische Arbeit im "Regionalen Zentrum Vidzeme zur Unterstützung von Frauen in Krisensituationen", das Sare- Aizsilniece leitet. Und zum anderen ist es die Aufgabe, ihr Anliegen in die Öffentlichkeit zu bringen und das Thema dadurch in den Fokus zu rücken.
"Zuhause werden wir von unseren Erfahrungen hier in den lokalen Medien berichten", sagt die Leiterin des Krisenzentrums. Und angesichts des dicht gestaffelten Terminkalenders werden die fünf Frauen viel zu erzählen haben, wie das Problem häuslicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs in der Familie in Deutschland gesehen und vor allem auch, wie mit ihm umgegangen wird. Um das herauszufinden, gab es Gespräche mit den Speizialistinnen bei der Polizei, dem Jugendamt und der Haller Gleichstellungsstelle, aber auch einen Besuch bei der Frauenberatungsstelle und im Frauenhaus Gütersloh.
Das Krisenzentrum "Dardeze " ist für die Region Vidzeme zuständig, in der auch Halles zukünftige Partnerstadt Valmiera liegt. Die Region umfasst etwa ein Viertel der Fläche Lettlands und wird von rund 500 000 Menschen bewohnt. Und "Dardeze " ist mehr oder weniger der einzige Anlaufpunkt für Kinder aus Familien, in denen Gewalt zum Alltag gehört. Mit 204 Kindern, denen dort versucht wurde zu helfen, sind die Kapazitäten bereits erschöpft.
Wem das sehr wenig vorkommt, der sollte zum einen die angespannte finanzielle Situation Lettlands berücksichtigen und zum anderen, dass es das Zentrum erst seit rund fünf Jahren gibt. Und dass die rund 30 Tage (in schweren Fällen bis zu drei Monate) pädagogische und psychologische Betreuung, die Kinder und teils auch Mütter dort erhalten, sehr viel sind im Vergleich zu vorher.
"Lettland ist sehr mit sich selbst beschäftigt, deshalb ist der Bereich Hilfe für andere noch nicht so sehr entwickelt", versucht Eva Sare-Aizsilniece eine Erklärung, warum ihre Arbeitsbedingungen so sind, wie sie eben sind. Das Krisenzentrum ist keine rein staatliche Einrichtung, muss immer wieder um Mittel kämpfen und vor allem auch auf sich und seine aufmerksam machen.
Dazu gehört auch, Kontakte ins Ausland, in diesem Fall in den Kreis Gütersloh, zu unterhalten. Und nach der Rückkehr nach Lettland auch darüber zu berichten. Die Finanzierung des Arbeitsbesuchs gelang mit Hilfe von EU-Miteln und der Leiterin ist wichtig, dass mehrere Frauen aus ihrem Team teilnehmen können. Zum einen als Motivation, zum anderen aber auch, um fortschrittliche Strukturen kennenzulernen, die sich die Frauen auch für ihr Heimatland wünschen.
Unterstützung für das Krisenzentrum gibt es aus dem Kreis Gütersloh auch ganz direkt. Zum Beispiel im Form von Kleidung, die von den betreuten Kindern neben aller psychologischen oder pädagogischen Hilfe ganz konkret gebraucht wird. Die Kontakte sollen in jedem Fall künftig noch enger werden, waren sich alle einig.

Anderer Blick auf hiesige Jugendhilfe
Lettische Sozialarbeiterinnen und Erzieherinnen aus Valmiera informieren sich
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Kinderschutz bei häuslicher Gewalt, Krisenintervention und Prävention sind ihr Thema in Halle wie in Valmiera: (von links) Eva Sperner, Ellen Wendt, Astrida Tutere, Silvana Kreyer, Jelena Kalinina, Karin Elsing, Eva Sare-Aizsilniece, Indra Priede und Inese Locmele.

Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Westfalenblatt AUSZUG VOM 12. Jan. 2011

H a l l e (kg). Die Landessprache ist ein Spiegel: Dass man in Lettland zum Teil "einen anderen Blick auf die Dinge" hat als im Kreis Gütersloh, wie Gleichstellungsbeauftragte Eva Sperner sagte, zeigte sich jetzt beim Besuch einer kleinen Gruppe von Sozialarbeiterinnen und Erzieherinnen im Vorfeld der Besiegelung einer offiziellen Partnerschaft zwischen Valmiera und Halle.

Wörter wie "Inobhutnahme" und "Familienpass" sind nicht ganz einfach zu übersetzen, erklärte Silvana Kreyer. Die Dolmetscherin im Kreis übersetzte einen Begriff wie "Alleinerziehende" für die fünf Damen aus dem Regionalen Zentrums Vidzeme zur Unterstützung von Familien in Krisensituationen "Dardedze" deshalb als "unvollständige Familie".
Das Krisenzentrum ist eine Einrichtung für Kinder aus Familien, in denen es Probleme mit häuslicher Gewalt gibt sowie für Opfer von sexuellem Missbrauch. Es ist nicht staatlich, wird jedoch vom Staat und der Stadt Valmiera finanziert. "Dardedze" hat 26 Plätze für Kinder, ist jedoch ständig überbelegt. Vergangenes Jahr fanden dort mehr mehr als 300 Kinder Schutz und Betreuung - allerdings nur auf Zeit. Denn nach 30 Tagen, in ganz schweren Fällen müssen Jungen und Mädchen wieder zurück zu ihren Eltern. Anders als in Deutschland gibt es kein Gesetz gegen häusliche Gewalt. Und niemand kümmert sich um Eltern.
Vor diesem Hintergrund informieren sich Eva Sare-Aizsilniece, die Leiterin des Krisenzentrums, Sozialarbeiterin Indra Priede, Psychiaterin Jelena Kalinina, Erzieherin Inse Locmele und Astrida Tuere als Leiterin der stationären Abteilung darüber, wie man im Kreis Gütersloh mit Prävention, Krisenintervention und Kinderschutz umgeht. Auf ihren Wunsch hin steht deshalb der Austausch mit Fachleuten aus ihrem Arbeitsbereich im Mittelpunkt des Programms. Denn zum Beispiel der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt ist ein Beispiel für die Vernetzungsstrukturen, die hier bei Kindeswohlgefährdung greifen sollen.
Jugendamt und Polizei waren deshalb ebenso Ziele des Besuches im Kreis Gütersloh wie das Mehrgenerationenhaus in Halle. Dort haben sich die Gäste aus Valmiera, begleitet von Dolmetscherin Silvana Kreyer und der Gleichstellungsbeauftragten in der Kreisverwaltung, Ellen Wendt, gestern mit Leiterin Karin Elsing und Halles Gleichstellungsbeauftragter Eva Sperner getroffen. Selbstverständlich hatte auch Bürgermeisterin Anne Rodenbrock- Wesselmann die Fachfrauen begrüßt. Es gab ein Gespräch in der Regionalstelle Nord, einen Besuch im Frauenhaus Gütersloh und im Kinderschutzzentrum.

3000-Euro-Spende für Kinder in Lettland nach oben  
 
Rund 6000 dieser "Rübli"-Brote, die Petra Birkholz hier präsentiert, haben die Kunden in den vergangenen Wochen in Birkholz-Bäckereien eingekauft. Unser Bild entstand bei der Übergabe des 3000-Euro-Schecks: (v. l.) Petra Birkholz, Hans-Joachim Schwolow, Ralf Birkholz und Landrat Sven-Georg Adenauer.

Die Glocke AUSZUG VOM 12. Nov. 2010

Kreis Gütersloh (gl). Rund 6000 "Rübli"-Brote sind in den vergangenen acht Wochen über die Verkaufstheken in den 30 Geschäften der Bäckerei Birkholz gegangen. Von jedem Brot flossen 25 Cent an einen Kindergarten in Kauguri in Lettland. Petra und Ralf Birkholz rundeten die Summe auf und übergaben Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) einen Scheck in Höhe von 3000 Euro für die Gemeinde in der Partnerregion Valmiera.
"Letzten Endes hat unsere Verkaufsmannschaft die Aktion gestemmt", lobte der Chef seine Mitarbeiter. Indem sie immer wieder auf das Projekt hingewiesen und viele Fragen beantwortet hätten, hätten sie maßgeblich zu dem Erlös beigetragen. Ferner natürlich die Kunden, die das Brot in so großen Mengen gekauft hätten. "Unsere Kunden fanden die Aktion ganz toll", ergänzte Petra Birkholz. Sie haben das Lob mit der Bitte verbunden, ein solches Projekt auch mal zum Wohl eines Kindergartens hier im Kreis zu starten. Die Idee nehmen beide Unternehmer mit für die Zukunft.
Mit den 3000 Euro würden im Kindergarten Pasacina in Kauguri die Renovierungsmaßnahmen und die Ausstattung finanziert, berichtete Hans-Joachim Schwolow, der Partnerschaftskoordinator beim Kreis Gütersloh. Der Kindergarten in dem Dorf südlich von Valmiera wird von 92 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zwei und sieben Jahren besucht. Es ist der einzige in der nur 3500 Einwohner zählenden Großgemeinde Beverina.
Durch die Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh ist vor allem schon in der Küche des Kindergartens einiges erneuert worden, zum Beispiel Herd und Kühlschränke. Landrat Adenauer lud das Unternehmerpaar Birkholz ein, im nächsten Jahr an der Delegationsreise in die Partnerregion Valmiera teilzunehmen. Dort könnten sie sich vor Ort vom sinnvollen Einsatz der Spende überzeugen.

Auf der Suche nach neuen Wegen
Gäste aus Valmiera zu Gast in Halle
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Haller Kreisblatt AUSZUG VOM ? Sept. 2010

¥ Halle/Kreis Gütersloh (hego).
Seit Donnerstag weilt eine 16-köpfige Delegation aus der lettischen Partnerregion Valmiera im Kreis Gütersloh. Mit Vitauts Stana, Bürgermeister von Koceni und Vorsitzender des lettischen Partnerschaftsvereins, reisen sämtliche Bürgermeister an: An die Stelle des aufgelösten Kreises Valmiera sind sechs Großgemeinden und die Stadt Valmiera getreten. Die Stadt Halle wird von Inesis Bokis und Vaira Dundure dem Bürgermeister und seiner Stellvertreterin und dem Ratsmitglied Andris Kabraks aus Valmiera Stadt besucht. Landrat Sven-Georg Adenauer hat die lettischen Freunde bei einer Ausstellungseröffnung in der Kreissparkasse Wiedenbrück begrüßt . Hier wurde die Ausstellung "Das deutsche Kulturerbe im Kreis Valmiera" in den Räumen der Kreissparkasse Wiedenbrück eröffnet. Für neun Mitglieder der 16-köpfigen Delegation wird es der erste Besuch im Partnerkreis Gütersloh sein: So gehört gegenseitiges Kennenlernen zum Programm, auch wenn die Partnerschaft seit 1994 besteht. Inhaltlich stand bei den Bürgermeistern unter anderem die öffentlich- private Partnerschaft auf dem Wunschzettel. Der Wunsch ist vor dem Hintergrund der lettischen Finanzkrise entstanden. In solchen Partnerschaftsprojekten, etwa im Straßenbau, wird privates Kapital für öffentliche Aufgaben eingesetzt. Viele Einzelgespräche wird es geben, etwa zwischen den Vertreternder befreundeten Städte Halle und Valmiera. Und Janis Zuments, Bürgermeister der Großgemeinde Naukseni, wird sich in Herzebrock über den Betrieb des dortigen Hallenbades informieren. In seiner Großgemeinde soll ein Hallenbad vergleichbarer Größe entstehen. Am Montag, 13. September, reist die lettische Delegation ab. Bürgermeisterin Anne Rodenbrock- Wesselmann und ihr erster Stellvertreter Dieter Baars, Fachbereichsleiter Christian Loest und die Städtepartnerschaftsbeauftragen Christa Stockkamp und Ina Weers führten Inesis Bokis, Vaira Dundure und Andris Kabraks zunächst zu einer Betriebsbesichtigung zur Firma Storck. Anschließend wurde die Baustelle am Schulzentrum besichtigt und im Bauerncafé Beuken Schmedt kam es zu einem längeren Gedankenaustausch. Nach einer Besichtigung des Böckstiegelhauses in Werther endete der Abend in der Rotingdorfer Brauerei.
Deutsches Kulturerbe in Valmiera
Güter prägen die Landschaft
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Eröffneten die Ausstellung "Das Deutsche Kulturerbe im Kreis Valmiera" in der Kreissparkasse Wiedenbrück: (v. l.) Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow, Vorstandsvorsitzender Johannes Hüser, Kulturbeauftragte Dr. Silvana Kreyer, Landrat Sven-Georg Adenauer, Bürgermeister Vitauts Stana und Kreissparkassen-Vorstand Werner Twent.
Die in der Kreissparkasse Wiedenbrück im Bild dargestellten deutschen Kulturgüter in der Partnerregion Valmiera in Lettland nahmen (v. l.) Dr. Wolf-Christian Baron von Ceumern-Lindenstjerna aus Marl und Bernd von Mensenkampff aus Wuppertal sehr genau unter die Lupe. Sie entdeckten dabei einige Güter, die ihre Familien jahrhundertelang bewohnt und bewirtschaftet haben.
Bild: Neitemeier
  Die Glocke AUSZUG VOM 15. Sept. 2010
Von MARTIN NEITEMEIER

Deutsches Kulturerbe in Valmiera
Kreis Gütersloh (gl). Mit der Partnerschaft zwischen den Kreisen Gütersloh und der Region Valmiera in Lettland haben Dr. Wolf-Christian Baron von Ceumern- Lindenstjerna und Bernd von Mensenkampff bislang nichts zu tun gehabt. Dennoch sind die Männer aus Marl und Wuppertal vorigen Donnerstag zur Eröffnung der Ausstellung "Das deutsche Kulturerbe im Kreis Valmiera" nach Rheda-Wiedenbrück gekommen.

In besonderer Weise interessierten sich die beiden Mitglieder des Verbands der Baltischen Ritterschaften für einige der dort zu sehenden Fotos. Sie zeigen nämlich jene Güter, die ihre Familien jahrhundertelang bis 1918 bewohnt und bewirtschaftet haben. Beim Betrachten der Bilder, beim Lesen der Begleitinformationen werden Erinnerungen wach. Zwar haben der Baron von Ceumern- Lindenstjerna wie auch Bernd von Mensenkampff nie selbst in Lettland gelebt, aber mehrfach dort der Geschichte ihrer Vorfahren nachgespürt. Und beim jüngsten Besuch im Baltikum brachte von Mensenkampff nicht nur alte Bilder und Dokumente nach Estland, sondern der Marler suchte auch das Museum in Valmiera auf. Schließlich besaß seine Familie im 17., 18. und 19. Jahrhundert allein in diesem Raum vier Güter. In Valmiera erfuhr von Mensenkampff von einem hochwertigen Fotokalender, den der Gütersloher Partnerkreis im vorigen Jahr herausgebracht hatte - mit Bildern von den Gütern seiner und seines Ritterfreunds Vorfahren. Da lag der Besuch in Rheda-Wiedenbrück auf der Hand.
Denn der 26 Monate umfassende und bis Ende 2011 reichende Kalender ist die Grundlage jener Ausstellung, die noch bis zum 7. Oktober in der Hauptstelle der Kreissparkasse Wiedenbrück an der Wasserstraße zu sehen ist. Auf 23 Tafeln werden ehemalige, von Deutschen erbaute Güter, Schlösser und Herrenhäuser gezeigt. Den Bildern vom Ursprungszustand werden zum Teil die nach der Unabhängigkeit Lettlands im Jahr 1990 renovierten Ansichten gegenübergestellt. Dass man schon vieles geschafft habe, aber noch eine Menge zu tun sei, betonte Vitauts Stana, der Bürgermeister der Großgemeinde Koceni und Vorsitzende des Partnervereins auf lettischer Seite in der Kreissparkasse.

Güter prägen die Landschaft
Mit der Ausstellung öffne man "ein großes Buch der deutschlettschen Geschichte, die über viele Jahrhunderte bis in die heutige Zeit reicht", sagte Dr. Silvana Kreyer aus Langenberg, die Kulturbeauftragte der Partnerschaft. Vom Beginn des 13. Jahrhunderts bis zum Jahr 1939 habe immer eine beträchtliche Zahl Deutscher in Lettland gelebt. 1897 hätten die rund 120 000 Deutschen rund sechs Prozent der Bevölkerung ausgemacht.
Im 18. Jahrhundert sei es dem deutschen Landadel geschäftlich gut gegangen, wie die in dieser Zeit entstandenen Residenzen zeigten. Nach der russischen Revolution 1905 habe es Aufstände gegen die Deutschen gegeben. Viele Herrenhäuser seien niedergebrannt worden, viele Grundbesitzer nach Deutschland geflohen. Die übrigen Güter prägten noch heute die Landschaft Lettlands. Kreyer: "Mehrere Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte haben ihre Spuren hinterlassen. Ungeachtet der sehr wechselhaften Beziehungen zwischen den beiden Völkern ist die Partnerschaft des Kreises Gütersloh und der Region Valmiera eine der gelungenen Bemühungen, die historischen Beziehungen wieder zu beleben." Die Ausstellung in Wiedenbrück macht das noch bis zum 7. Oktober anschaulich - nicht nur für Dr. Wolf-Christian Baron von Ceumern-Lindenstjerna und Bernd von Mensenkampff.
„Rübli-Brot“ hilft jungen Letten
Sporthalle soll Schwimmbad werden
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Hoffen auf viele Kunden, die das Rübli-Brot kaufen und somit den Kindergarten Pasacina in der Region Valmiera unterstützen: (v. l.) Ralf und Petra Birkholz, Bürgermeister Maris Zvirbulis und Landrat Sven- Georg Adenauer.
Einer von vielen Informationskontakten im Rahmen des Besuchs der lettischen Delegation: (v. l.) Nauksenis Bürgermeister Janis Zuments, Dolmetscherin Silvana Kreyer, Marco Schröder (Gemeindewerke Herzebrock- Clarholz) und Aiga Stiere, Leiterin der Mittelschule Naukseni, im Hallenbad Herzebrock. Besuche bei Mohndruck und Bertelsmann, ein Sicherheitsfahrtraining und ein Besuch des Gütersloher Theaters waren weitere Programmpunkte der Letten am Freitag.
Bild: Neitemeier
 
Die Glocke AUSZUG VOM 11. Sept. 2010
Von MARTIN NEITEMEIER

„Rübli-Brot“ hilft jungen Letten
Kreis Gütersloh (gl). Während in der Bäckerei Birkholz in Gütersloh die Aktion "Rübli- Brot" zugunsten des Kindergartens Pasacina im lettischen Kauguri vorgestellt wird, sieht sich Janis Zuments interessiert die beiden Hallenbäder in Herzebrock- Clarholz an.

Der Bürgermeister der Großgemeinde Naukseni in der Partnerregion Valmiera möchte in seiner Kommune ein Schwimmbad bauen und sammelt Informationen. So unterschiedlich die beiden Termine sind, so vielfältig ist das Programm, das die 16-köpfige Delegation aus Lettland in diesen Tagen im Kreis absolviert.
Am Donnerstag sind die Gäste angekommen, darunter die Bürgermeister aller sieben neuen Kommunen auf dem Gebiet des früheren Kreises Valmiera. Das zeige, "welch hohen Stellenwert diese Partnerschaft bei Ihnen genießt", sagte Landrat Sven-Georg Adenauer bei der Begrüßung im Rahmen einer Ausstellungseröffnung in der Kreissparkasse Wiedenbrück (Bericht folgt).
Janis Zuments ist nicht zum ersten Mal dabei. Der Bürgermeister von Naukseni nutzt die Gedankenaustausche im Rahmen der Partnerschaft seit vielen Jahren, um seine kleine Kommune an der estnischen Grenze voranzubringen. Deswegen lässt er sich am Freitag auch detailliert das Hallenbad in Herzebrock und das Lehrschwimmbecken in Clarholz erläutern. Marco Schröder, der stellvertretende Betriebsleiter der Gemeindewerke, steht Rede und Antwort. "Ganz schön aufwändig", kommentiert der Gast beim Rundgang am Beckenrand und im Keller die Technik. Marco Schröder zuckt mit den Schultern und verweist nur auf die Vorschriften in Deutschland.

Sporthalle soll Schwimmbad werden
Aus Lettland kennt Zuments derartige Anforderungen offensichtlich nicht. In seiner rund 2500 Einwohner zählenden Kommune will der Bürgermeister eine seit 20 Jahren im Rohbau stehende Turnhalle neben dem Gymnasium zu einem Hallenbad umbauen. Denn das nächste Schwimmbad ist 45 Kilometer entfernt. Er hofft, das Projekt mit EU-Mitteln verwirklichen und den 15-prozentigen Eigenanteil sowie die Folgekosten finanzieren zu können. Angesichts von 450 000 Euro, die Herzebrock-Clarholz jährlich für die Bäder aufbringt, ein ehrgeiziges Projekt, das Zuments aber mit Elan angeht.
Um einen kleineren, aber für den Kindergarten Pasacina dennoch erheblichen Betrag geht es bei der Aktion der Bäckerei Birkholz. Von jedem "Rübli-Brot", das in den kommenden Wochen in den 28 Filialen verkauft wird, gehen 25 Cent an die von 92 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zwei und sieben Jahren besuchte Einrichtung, die einzige in der nur 3500 Einwohner zählenden Großgemeinde Beverina südlich von Valmiera. Laut Ralf Birkholz dürfte dabei ein vierstelliger Euro-Betrag herauskommen - Geld für Renovierungen und eine bessere Ausstattung.
Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte den Kindergarten im vorigen Jahr erstmals besucht und festgestellt: "Hier muss etwas passieren." Bäcker Ralf Birkholz hörte davon und entwickelte den "Rübli-Brot"-Verkauf. "Ich will unserer Partnerregion helfen, denn der Bedarf ist recht hoch. Kinder haben es am nötigsten."
Durch das Engagement des Bäckers und des Kreises Gütersloh werde man "auch heimische Unternehmen gewinnen, uns bei der Renovierung zu helfen", dankte Beverinas Bürgermeister Maris Zvirbulis. Durch Spenden aus dem Kreis Gütersloh hat der Kindergarten bereits Kühl- und Gefrierschränke, Regale, Tische und einen Herd erhalten. Im Januar wird der 50 Jahre alte Kochkessel durch einen neuen ersetzt.
Ehrenamt steckt in Kinderschuhen
Jugendliche von Natur begeistert
Delegation kommt nächste Woche
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Gedankenaustausch: (v. l.) Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow, Vitauts Stana (Bürgermeister Koceni, Region Valmiera), Kulturbeauftragte Dr. Silvana Kreyer, Lettlands Staatspräsident Dr. Valdis Zatlers, Botschafter Ilgvars Klava und Botschafter Dr. Klaus Burkhardt.
Die drei Jugendlichen (v. l.) Steffen Balsliemke, Patrice Bremehr und Sonja Tecklenborg staunen, wie viel Eisen in dem Küstensand im lettischen Salacgriva steckt.
  Die Glocke AUSZUG VOM 04. Sept. 2010
Von MARTIN NEITEMEIER

Ehrenamt steckt in Kinderschuhen
Kreis Gütersloh (gl). Zum zweiten Mal haben jetzt auch einige Jugendliche am seit 2007 jährlich stattfindenden lettischdeutschen Partnerschaftsforum teilgenommen. Bei Wasseranalysen, Gehölzarbeiten und Kanutouren lernten aus Deutschland unter anderem Steffen Balsliemke (Verl), Patrice Bremehr (Harsewinkel) und Sonja Tecklenborg (Wadersloh) das Biosphärenreservat Nord-Vidzeme kennen, das auch die Gütersloher Partnerschaftsregion Valmiera umfasst.

Die Einbindung der jungen Menschen in die vielfältigen Beziehungen zwischen Lettland und Deutschland war nicht das einzig Besondere des Forums, das mit rund 100 Teilnehmern kurz vor der estnischen Grenze in der Stadt Salacgriva an der Ostseeküste stattfand. Schließlich bestach die viertägige Konferenz nach Angaben von Güterslohs Partnerschaftskoordinator Hans- Joachim Schwolow durch hochkarätige Referenten und ebensolche Gäste.
Zeitweilig nahmen der lettische Staatspräsident Valdis Zatlers, der lettische Botschafter in Deutschland, Ilgvars Klava, sowie der neue deutsche Botschafter in Lettland, Dr. Klaus Burkhardt, teil. Den Kreis Gütersloh vertraten außer Schwolow noch Dr. Silvana Kreyer (Dolmetsche- rin/Kulturbeauftragte der Partnerschaft) und der Umwelt-Abteilungsleiter des Kreises, Wilhelm Gröver, der in erster Linie die Jugendlichen begleitete. Insgesamt waren von deutscher Seite sechs, von lettischer 25 Partnerschaftskommunen präsent.
Im Mittelpunkt des Forums stand zunächst die vor einem Jahr in Lettland umgesetzte kommunale Neugliederung, die auch zur Auflösung des Gütersloher Partnerkreises Valmiera geführt hat. Diskussionsthemen waren die Bewertung von Dienstleistungen, die Motivation der Mitarbeiter, die Sichtweise "Der Kunde ist König" und die bilaterale Zusammenarbeit. Die deutschen Gäste informierten dabei über ihre Erfahrungen. Schwolow: "Die Umstrukturierung in Lettland ist noch in vollem Gang. Da können wir gut Hilfestellung leisten."
Das trifft auch auf das Thema Ehrenamt und Vereine zu, ein Komplex, der laut Schwolow in Lettland "noch in den Kinderschuhen steckt". Auch angesichts der wirtschaftlichen Not bemühe man sich, ehrenamtliche Strukturen aufzubauen, um bestimmte Aufgaben privatem Engagement zu überlassen. Die Stadt Salacgriva nehme dabei eine Vorreiterstellung ein. Auch in Valmiera gebe es inzwischen eine Stadtstiftung mit ersten Projekten. Das Thema soll beim nächsten Partnerschaftsforum 2011 in Handewitt (bei Flensburg) vertieft werden.

Jugendliche von Natur begeistert
"Das hat mir viel Spaß gemacht", sagt Steffen Balsliemke beim Blick zurück auf seinen einwöchigen Aufenthalt im Baltikum. Das das lettisch-deutschen Partnerschaftsforum begleitende Jugendprogramm hat dem 17-Jährigen aus Verl ebenso gut gefallen wie Patrice Bremehr und Sonja Tecklenborg.
"Ich bin aus Interesse an der Natur und an dem Land mitgefahren", sagt Balsliemke. Und er wurde nicht enttäuscht: "Ich habe viel interessante Dinge erfahren und nette andere Leute kennengelernt." Außer den drei "Güterslohern" waren noch zwei Jugendliche aus Handewitt sowie sechs lettische Jungen und Mädchen der Natur im Biosphärenreservat auf der Spur - im Wald wie am Wasser. Erforscht wurden Geheimnisse des Strands ebenso wie der Klimawandel an der Küste. Bei aller Arbeit kamen auch Spaß und Unterhaltung nicht zu kurz. Dass die Arbeitsergebnisse schließlich im Rahmen des Forums präsentiert werden durften, freute die Jugendlichen besonders.
Hans-Joachim Schwolow, Silvana Kreyer und Wilhelm Gröver brachten den drei Jugendlichen obendrein mit einem Extra-Programm noch die Region Valmiera und die fast 20-jährige Partnerschaft näher. Schließlich geht es dem Kreis auch darum, immer neue Mitstreiter für den vielfältigen Austausch zu gewinnen.

Delegation kommt nächste Woche
Kreis Gütersloh (mn). Eine 16-köpfige Delegation aus dem lettischen Partnerkreis Valmiera wird Donnerstag im Kreis Gütersloh erwartet. Für neun Gäste ist dieser fünftägige Besuch eine Premiere. Gleich am ersten Abend wird in der Kreissparkasse Wiedenbrück die Ausstellung "Das Deutsche Kulturerbe im Kreis Valmiera" eröffnet. Am nächsten Morgen geht es um Öffentlich- Private Partnerschaften bei Bauprojekten. Danach werden die Letten unter anderem von Hartmut Ostrowski, dem Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann AG, begrüßt. Ein Höhepunkt des Besuchs wird ein Fahrsicherheitstraining in Gütersloh sein. Parallel zu Programmpunkten wie diesen gibt es einige Arbeitskontakte. Beispielsweise um eine engere Beziehung zwischen den Rotariern von Halle und Valmiera zu knüpfen.
Kaiserstr.
Mobiliar des Altenheims geht nach Lettland
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Das Gebäude an der Kaiserstraße steht leer. Ein konkrete Nutzung ist zurzeit nicht vorgesehen und hängt davon ab, was mit dem Wellerdiek-Gelände geschieht.




Schränke lagern zerlegt im Hof und warten auf den Abtransport.






Ein Pläuschchen beim Packen der Kartons: (v. l.) Janis Zalitis, Modris Jekabsons, Karlis Roze und Hans-Joachim Schwolow vom Kreis Gütersloh. Zur Truppe gehört noch Janis Roze.



Versorgt die Letten: Gestern brachte Renate Groß, die beim verpacken hilft, Erbsensuppe













Knapp 50 elektrische Betten werden nach Rujiena gebracht für das Altenheim der Gemeinde.














Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow hat den Kontakt hergestellt und kümmert sich um die Organisation.


Bilder: Dinkels
Die Glocke AUSZUG VOM 03. Sept. 2010
Von GERRIT DINKELS

Gütersloh (gl). Eins ist den Letten sofort aufgefallen: Im ehemals städtischen Altenheim an der Kaiserstraße gab es offenbar kein Zimmer mit der Nummer 13. Alle anderen Ziffern haben sie schon demontiert und eingepackt. Die werden künftig die Räume eines Altenheims in der Großgemeinde Rujiena im lettischen Partnerkreis Valmiera ausweisen.

Seit Sonntag wird wieder gearbeitet im städtischen Gebäude an der Ecke von Kaiser- und Friedrich- Ebert-Straße. Janis und Karlis Roze sowie Modris Jekabsons und Janis Zalitis demontieren und verpacken das gesamte Inventar: von den knapp 50 elektrisch verstellbaren Betten über die Schränke und Möbel bis zu Rollstühlen, Rollatoren, medizinischen Einbauten und der Großküche. Die Stadt schenkt es der Großgemeinde Rujiena für ein Altenheim, das dort im Aufbau ist.
Hans-Joachim Schwolow, beim Kreis Gütersloh Koordinator für die Partnerschaft mit dem lettischen Kreis Valmiera, weiß, was vor Ort benötigt wird. Die Einrichtung dort sei "veraltet und marode". Es ist nicht das erste Mal, dass Inventar aus einem heimischen Altenheim nach Lettland verfrachtet wird, wo es noch gute Dienste leisten kann. Von einem Mitarbeiter der Kreisverwaltung kam im Frühjahr der Hinweis auf das Haus an der Kaiserstraße, das in den vergangenen beiden Jahren vom Wohnpark Dr. Murken geführt wurde. Vor drei Wochen sind die letzten Bewohner umgezogen in das Seniorenzentrum an der Neuenkirchener Straße. Seitdem steht das Haus leer.
Im Frühjahr sprach Landrat Sven-Georg Adenauer mit Bürgermeisterin Maria Unger, die sich das Ansinnen sofort zueigen machte und mit ihrem Fachbereichsleiter Rainer Venhaus unterstützte. Als geklärt war, dass die Stadt für das Mobiliar keine Verwendung an anderer Stelle hatte, kam grünes Licht.
Seit fünf Tagen nun demontieren die vier Männer aus Lettland das gesamte Mobiliar und alles, was in Rujiena von Nutzen sein kann. Häuslich eingerichtet haben sie sich in einem der oberen Stockwerke. Versorgt werden die Letten von Renate Groß, die auch beim Einpacken des Geschirrs hilft. Heute soll ein Lastwagen Richtung Lettland bepackt werden. Drei bis vier Fahrzeuge werden nötig sein, schätzt Schwolow.
Am Donnerstag nächster Woche kommt übrigens eine Delegation aus Lettland für fünf Tage nach Gütersloh. Darunter wird auch Bürgermeister Guntis Gladkins aus Rujiena sein.
Lichtblicke nach Krisenjahr nach oben  
Ganz unten: Die Wirtschaftskrise hat viele Menschen in Lettland in eine ausweglose Krise gebracht. Sie müssen, so wiehier inRiga, betteln,umihren Lebensunterhalt zusichern.
FOTO: RICHARD ZELENKA

Die Glocke AUSZUG VOM 13. Juli 2010

In Lettland stabilisiert sich die wirtschaftliche Lage / Aufschwung auch in Valmiera

Kreis Gütersloh/Valmiera. Es klingt wie ein schlechter Scherz: Im Krisenjahr 2009 kursierte im Internet eine Offerte andenrussischen Multimilliardär Roman Abramowitsch, Lettland zu erwerben. Für 7,5 Milliarden Euro sollte die kleine lettische Republik mit allem drum und dran zu haben sein. Daraus wurde bekanntlich nichts. Doch das skurrile Angebotmachtdeutlich - noch vor einem Jahr stand den Letten das Wasser bis zum Hals. Das 2,5-Millionen-Einwohner-Land stand kurz vor dem Bankrott.
Die weltweite Wirtschafts und Finanzkrise hatte die Letten besonders hart erwischt. Doch ein Jahr danach gibt es einen kleinen Silberstreif am Horizont. Es schient so, als habe sich die Lage zumindest stabilisiert. Ein Indiz für einen neuen Aufschwung gilt die Arbeitslosenquote - hatten in den Boomjahren nach 2000 mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten nur etwa sieben Prozent der Letten keinen Job, so schnellte die Arbeitslosigkeit 2009 trotz einer umfangreichen Finanzhilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF ) auf über 17 Prozent - die höchste Quote der aller 27 EU Länder.
Der aktuelle Rückgang auf knapp 16 Prozent wird von den Experten als ein Zeichen für eine beginnende wirtschaftliche Genesung gedeutet. Auch der ehemalige Gütersloher Partnerkreis Valmiera blieb - dem relativ gesunden Branchenmix zum Trotz - von Rezession und Krise nicht verschont. Der Kreis Valmiera wurde bekanntlich vor einem Jahr durch ein neues kommunales Gebilde, bestehend aus der Stadt Valmiera sowie sechs Großgemeinden, ersetzt. Auch dort gibt es Zeichen des Aufbruchs.
Die Erwerbslosenquote sank in einem Jahr von 12 auf elf Prozent. Vor allem Holzindustrie, für Lettland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, erhole sich allmählich, berichtete der früherere Landrat und jetziger Vorsitzender des neu gebildeten Partnerschaftsvereins Vitauts Stana während des jüngsten Besuchs einer 31-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh.
Die Stimmung in Riga ist seltsam bedrückt. Die einst pulsierende lettische Hauptstadt mit ihren 800.000 Einwohnern wirkt wie erstarrt. In den engen Altstadtgassen verlieren sich nur wenige Einheimische und Touristen.
In den Cafés und Restaurant bleiben viele Plätze leer. Auf den Straßen drücken sich Bettler herum, die auf Almosen hoffen. Der Aufschwung ist noch weit. Die Letten müssen jeden Lat zweimal umdrehen.
Die Krise bescherte ihnen Arbeitslosigkeit und sinkende Einkommen, die Verbraucherpreise haben aber inzwischen in vielen Bereichen EU-Niveau erreicht. Bei einem Durchschnittseinkommen von etwa 500 Euro sind sogar Lebensmittel für viele fast unerschwinglich. Die Menschen fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Zu spät undan falscher Stelle seien staatliche Programme beschlossen worden, um den Niedergang zu mildern, heißt es. Unternehmen und Verwaltungen klagen zudem über ausufernden Bürokratismus und Korruption.
Für die Rezession gibt es sowohl hausgemachte als auch globale Gründe. Das Wirtschaftswachstum wurde weitgehend über Kredite finanziert. Die Letten investierten und konsumierten ihre Autos und Häuser auf Pump und können nun die Raten nicht mehr bezahlen.
In allen Bereich des Lebens ist hartes Sparen angesagt. "Das Geld reicht gerade so zum Leben. Ich weiß nicht, wo ich mich noch einschränken soll", klagt eine junge Frau, die ihren gut bezahlten Job bei einer Behörde über Nacht verlor.

Deutsche Firmen optimistisch
Den Eindruck, dass es mit der lettischen Wirtschaft langsam wieder aufwärts geht, bestätigt auch die jüngste Umfrage der Deutsch-Baltischen Handelskammer (DBHK) unter 102 Unternehmen, die in Lettland, Litauen und Estland produzieren oder Dienstleitungen anbieten. Die Krise sei noch nicht überwunden, so die überwiegende Meinung der Befragten, doch die deutschen Unternehmen blicken wieder mit Zuversicht in die Zukunft. Allerdings wird die Lage im Lettland skeptischer gesehen als in Estland und in Litauen, die beide relativ bessere Wirtschaftsdaten aufweisen. Kritik kommt an dem Krisenmanagement der Regierung in Riga. Gefordert werden mehr Investitionsanreize und eine größere Unterstützung der Exportwirtschaft. (rz)
Zukunft des Krankenhauses in Mazsalaca trotz Hilfe ungewiss nach oben  
Einen dringend benötigten neuen Wäschetrockner hat Dr. Markus Miele dem Krankenhaus in Mazsalaca in der Region Valmiera gespendet. Überbringer des Elektrogeräts an den Krankenhausleiter Dr. Edgars Grandans (links) war Landrat Sven-Georg Adenauer (rechts).

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Mazsalaca (gl). Das Krankenhaus in Mazsalaca hat zusammen mit der 31-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh in der vergangenen Woche sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Ob das kleine Krankenhaus in der Region Valmiera, dem Partner des Kreises Gütersloh, jedoch auch sein 20-jähriges Bestehen wird feiern dürfen, ist ungewiss.
Die Erfolge und die Notwendigkeit der Einrichtung standen während der Feierstunde in einem krassen Widerspruch zur wirtschaftlichen Krise in Lettland und ihren Zwängen. Alle Redner lobten die Einrichtung, ihren Leiter Dr. Edgars Grandans und das Engagement der Unternehmerfamilie Bruno Kleine aus Marienfeld. Dennoch klang Bürgermeister Gunars Zunda nicht sehr optimistisch: „Man kann nicht sagen, ob es dieses Krankenhaus in zehn Jahren noch gibt.“ Dabei sind gerade die öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und auch Krankenhäuser Mittel, um die Landflucht der Letten einzudämmen. Vor allem die jüngeren Letten ziehen in die Hauptstadt Riga oder ins Ausland. Darunter leiden insbesondere die kleineren Kommunen der Region. Ohne eine vernünftige Infrastruktur wird dieser Trend anhalten und sich verstärken. Dabei zeigt gerade das Krankenhaus in Mazsalaca, wie man „mit wenig Geld, aber vielen Freunden“ (Dr. Edgars Grandans) ein erfolgreiches Klein-Krankenhaus realisieren kann. Finanziell ermöglicht hat den Krankenhausbau Bruno Kleine. Der Unternehmer hatte die Neubauruine gesehen und sich fortan für eine Fertigstellung engagiert. Partnerschaftskoordi nator Hans-Joachim Schwolow verlas während der Feier einen Brief von Hildegard Kleine, der Witwe des Sponsors. Sie und ihr Mann seien glücklich gewesen, dass der Rohbau zu einem Krankenhaus ausgebaut werden konnte. Schwolow überreichte in ihrem Namen einen stattlichen Geldbetrag.
Auch Sven-Georg Adenauer war nicht mit leeren Händen gekommen – dank Dr. Markus Miele. „Nur ein Anruf hat genügt“, so der Landrat, „und Dr. Miele spendete den so dringend benötigten neuen Wäschetrockner.“ Drei Ärzte und zahlreiche Schwestern sind in dem Krankenhaus beschäftigt. Neben dieser ärztlichen Versorgung verfügt das Krankenhaus über eine 50-Betten-Station für Schmerzpatienten – Schwersterkrankte ohne Aussicht auf Genesung.
1500 Euro für Schulcomputer nach oben  
Einen Scheck in Höhe von 1500 Euro nahm Brigita Avisane von Hans-Joachim Schwolow und Torsten Lehmann (v.l.) entgegen.

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Trikata (gl). Der Ort Trikata gehört seit 2009 zur Großgemeinde Beverina und damit zum lettischen Partnerschaftsgebiet des Kreises Gütersloh. Einen Scheck über 1500 Euro nahm jetzt die stellvertretende Leiterin der Grundschule von Trikata, Brigita Avisane, von Torsten Lehmann (IL-Softwaredesign, Bielefeld) und Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow entgegen. Lehmanns Firma hatte 500 Euro gegeben, der Rest stammt von Einzelspendern. Vom Geld sollen Computer gekauft werden.
Spende an Suppenküche nach oben  
Inesis Bokis, Bürgermeister von Valmiera, bedankt sich bei Dieter Baars und Christian Loest (v. l.) für die 3000-Euro-Spende.

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Valmiera (gl). Zwischen 90 und 140 Mädchen und Jungen kommen täglich in die Suppenküche des „Christlichen Zentrums der Barmherzigkeit“ in der Stadt Valmiera. Die Kinder kommen aus sozial schwachen Familien, und ihre Zahl hat sich in der letzten Zeit deutlich erhöht“, berichtet Dieter Baars. Der stellvertretende Bürgermeister von Halle und Fachbereichsleiter Christian Loest überreichten der Suppenküche jetzt einen Scheck: Mit 3000 Euro unterstützt die Stadt Halle das Projekt.
„Freunde helfen sich, vor allem auch dann, wenn es mal nicht so gut läuft“, sagte Baars. Die Städte Valmiera und Halle pflegen seit 15 Jahren partnerschaftliche Beziehungen. Für die jüngste Spende hatte man sich die völlig neu gestaltete Suppenküche ausgesucht. Die Stadt Valmiera stellt dem Zentrum die Räume zur Verfügung und deckt die Betriebskosten. Über das Essen hinaus gibt es weitere Angebote – von der Hausaufgabenbetreuung über Religionsunterricht bis hin zu Freizeitangeboten. Ziel ist es, den Kindern nicht nur eine warme Mahlzeit zu geben, sondern sie in die Gesellschaft zu integrieren.
Mehr Mobilität für Behinderten Jungen nach oben  
Neue Lebensqualität: Rotary-Präsident Klemens Keller übergab (l.) dem 12-jährigen behinderten Peteris Strelcs einen modernen Elektrorollstuhl, 2.r. seine Schwester Agnese, rechts die lettische Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus.
FOTO: RICHARD ZELENKA

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Rotary-Club überreicht in Valmiera Elektrorollstuhl

Harsewinkel/Valmiera (rz). Tief gerührt, mit Tränen in den Augen, wohnte die Familie von Peteris Strelcs der Zeremonie im Kulturhaus von Valmiera bei: Der Rotary-Club Halle, dem auch viele Mitglieder aus Harsewinkel angehören, erfüllte einem geistig und körperlich behinderten Jungen einen Herzenswunsch.
Klemens Keller, Bürgermeister von Borgholzhausen, übergabdem12-Jährigen in seiner Eigenschaft als Präsident der heimischen Rotarier einen nagelneuen Elektrorollstuhl im Wert von 7.350 Euro. "Es ist ein Stuhl mit allen technischen Raffinessen, ein supermodernes Gerät. Er wächst in der Höhe und in der Breite mit, so dass Peteris ihn viele Jahre benutzen kann", freute sich Keller. Er ließ es sich nicht nehmen, dem Jungen die Funktionsweise des Stuhls zu zeigen, der mit seiner starken Batterie eine Reichweite von bis zu 20 Kilometern hat und sich kinderleicht per Joystick lenken und bedienen lässt. Für Peteris bedeutet das medizinische Gerät ein neues Stück Mobilität und Lebensqualität. Der Junge lebt bei seiner Familie, wird aber regelmäßig von einer Reha-Einrichtung betreut. Klemens Keller gehörte einer 31-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh an, die - wie berichtet - in der vergangenen Woche unter der Leitung von Landrat Sven-Georg Adenauer Lettland besuchte und dort mit der Stadt Valmiera sowie den sechs im Zuge der Gebietsreform vor einem Jahr neu gebildeten Großgemeinden einen neuen Partnerschaftsvertrag unterzeichnete.
Die Rotarier aus Halle und Umgebung pflegen schon lange enge Kontakte zu ihren Clubkollegen in Valmiera. Der dortige Präsident Guntis Gladkins freute sich gemeinsam mit der Familie Strelcs über die großherzige Spende aus dem Kreis Gütersloh, die von den Rotariern zum Jahresprojekt erklärt wurde. Die 42 Mitglieder in den StädtenundGemeindendes Altkreises Halle sowie in Harsewinkel legten sich mächtig ins Zeug, um das große Ziel zu erreichen. Aber auch die Rotary-Ehefrauen und das Gütersloher Sanitätshaus Mischke unterstützten die Aktion mit Spenden.
Rotarier schenken Jungen elektrischen Rollstuhl nach oben  
Klemens Keller, Präsident des Rotary-Clubs Halle, zeigt Petris, wie der Rollstuhl funktioniert.

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Valmiera (gl). Der Vater war zu Tränen gerührt, der Junge freute sich sichtlich: Klemens Keller, Präsident des Rotary-Clubs Halle, hat in Valmiera dem körperbehinderten zwölfjährigen Petris einen elektrischen Rollstuhl übergeben. „Der Rollstuhl ist allen möglichen technischen Raffinessen ausgestattet, und er wächst mit. Petris wird ihn lange benutzen können“, erklärte Keller. Der Bürgermeister von Borgholzhausen war Teilnehmer der 31-köpfigen Delegation, die die Partnerregion Valmiera besuchte. 7350 Euro lautet die unverbindliche Preisempfehlung für den Rollstuhl, der an einem Stück 20 Kilometer fahren kann und dessen Batterie zu den modernsten gehört, die derzeit verbaut werden.
Delegation besucht Lettland
Partnerschaft mit Region Valmiera neu besiegelt
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Bei strahlendem Sonnenschein unterzeichneten Vitauts Stana, der Vorsitzende des lettischen Partnerschaftsvereins der Region Valmiera (2. v. l.), und Landrat Sven-Georg Adenauer als Erste den neuen Partnerschaftsvertrag zwischen dem Kreis Gütersloh und der neu strukturierten Region um Valmiera.

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010

Kreis Gütersloh/Koceni (gl). Feierlicher hätte der Moment nicht sein können: Die lettische und die deutsche Nationalhymne erklangen vor der Hauptschule der Gemeinde Koceni, einem imposanten ehemaligen Gutshof. Auf dem Tisch und am Gebäude wehten die Fahnen der Länder. Dann nahmen die Ehrengäste den Stift in die Hand und unterzeichneten die neue Partnerschaftsurkunde zwischen dem Kreis Gütersloh und dem Partnerschaftsverein auf lettischer Seite.
Dieser hatte sich gegründet, nachdem im Zuge der Kommunalreform der Kreis Valmiera aufgelöst worden war und an seiner Stelle die Stadt Valmiera sowie sechs Großgemeinden die Aufgaben übernommen haben. Eine 31-köpfige Delegation aus dem Kreis Gütersloh war vom 25. bis zum 30. Juni in der Region Valmiera zu Gast. Die Unterzeichnung des neuen Partnerschaftsvertrags war eine von mehreren Stationen des Besuchs. Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) geht davon aus, dass die Freundschaft durch den offiziellen Akt „einen neuen Schub bekommt“.
Mit Inesis Bokis (Stadt Valmiera), Janis Zuments (Gemeinde Naukseni) und Vitauts Stana – ehemaliger Landrat, jetzt Bürgermeister der Gemeinde Koceni und Vorsitzender des Partnerschaftsvereins – waren drei alte Bekannte bei der Vertragsunterzeichnung. Es gibt aber auch vier neue Gesichter in der Reihe der sieben Bürgermeister. Adenauer bezeichnete die Freundschaft, die 1994 per Vertrag besiegelt worden ist, als „gelebtes Europa“.
Die Vertreter aus dem ehemaligen Kreis Valmiera sparten nicht an Lob vor den 31 Gästen aus dem Kreis Gütersloh und betonten, wie wichtig die Freundschaft für die Entwicklung der Region gewesen sei. „Dank der Partnerschaft ist Valmiera die beste Region in ganz Lettland“, sagte der ehemalige Landrat Karlis Greiskalns, der heute das Berufsbildungszentrum in Valmiera leitet. Vitauts Stana erinnerte daran, dass die Wirtschaftskrise das Land hart getroffen habe. Als Reaktion auf die Krise wurden die öffentlichen Ausgaben teils drastisch gekürzt.
Gerade jetzt, so der Tenor der Feier, sei die Hilfe aus Deutschland wichtig. Und nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in Form von Beratung und Austausch. „Neue Projekte gerade im sozialen Bereich“ wolle man künftig im Fokus haben, sagte Adenauer. Damit griff er einen vielfach geäußerten Wunsch der Bürgermeister auf. So soll beispielsweise die Unterstützung hilfsbedürftiger Familien beim Gegenbesuch im September dieses Jahres thematisiert werden.
Einfühlsam und ausdrucksstark
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Gelebte Integration: Lebenshilfe-Vorsitzende Mechthild Gräfin von Kerssenbrock, Fotograf Veit Mette, Kulturbeauftragte Silvana Kreyer, Landrat Sven-Georg Adenauer und Valmiera-Bürgermeister Inesis Bokis (v. l.) bei der Ausstellungseröffnung. FOTO: RICHARD ZELENKA

Die Glocke AUSZUG VOM 06. Juli 2010
VON RICHARD ZELENKA

Veit Mette stellt in Valmiera aus / Integrativen Karneval in Fotos festgehalten

Nach einer viel beachteten Ausstellung im Rathaus Harsewinkel Anfang des Jahres (die NW berichtete) sind die zwölf großformatigen Bilder nun auch in Lettland zu sehen - im Kulturhaus der ehemaligen Kreisstadt Valmiera, die nach der Gebietsreform zusammen mit sechs weiteren Großgemeinden eine neue kommunale Körperschaft bildet, wurde die Ausstellung mit dem Titel "Königin für eine Nacht" von Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft, eröffnet.
Die Wahl ist nicht zufällig auf Veit Mette gefallen. Er ist seit 1991 für Zeitungen, Magazine, aber auch für Unternehmen und Stiftungen als Fotograf tätig. Besonders faszinieren ihn Themen, die sich um Menschen mit Behinderung bewegen. Für die Lebenshilfe hat er bereits mehrere Kalender, Dokumentationen und Broschüren als Fotograf begleitet. Auch vermeintlich tabuisierte Themen wie die Liebe und Sexualität von Behinderten hat er künstlerisch aufgegriffen.
Einfühlsam und ausdrucksstark - diese Worte benutzte auch die Lebenshilfe-Vorsitzende Mechthild Gräfin von Kerssenbrock in ihrer Begrüßung. Gemeinsam war sie mit Geschäftsführer Karl Rustige sowie Vorstandmitglied Evelyn Voßhans in die lettische Republik gereist, um für den Integrationsgedanken zu werben. "Ich hoffe, dass wir etwas bewirken können, denn es gibt noch großen Nachholbedarf", sagte die engagierte Lebenshilfe-Chefin. Kurz ging Mechthild Gräfin von Kerssenbrock auf die Geschichte der Lebenshilfe ein, die sich vor fast 50 Jahren aus einer Elternvereinigung gebildet hatte mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung und Entwicklungsverzögerungen sowie deren Familien zu helfen. Mittlerweile ist die Lebenshilfe zusammen mit dem Kreis Gütersloh Träger der Werkstatt für Behinderte, in deren Werkstätten rund 1.000 behinderte Menschen einer sinnvollen Arbeit nachgehen können.
Die Lebenshilfe-Vorsitzende erinnerte daran, welche rasante Entwicklung die von der Karnevalsgesellschaft Roten Funken initiierte integrative Karnevalsparty genommen hat. Waren es bei der Premiere vor fünf Jahren noch etwa 200 Gäste, so erhöhte sich deren Zahl in diesem Jahr auf über 500. Sie waren aus der ganzen Region nach Harsewinkel gekommen.
Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer zitierte Veit Mette, der bei der Ausstellungseröffnung in Harsewinkel gefordert hatte: "Im Umgang mit Behinderten sollte es keine Berührungsängste oder Tabus geben." Er wolle mit seiner Arbeit dazu betragen, dass die behinderten Menschen dort ankommen, wo sie hingehören: In die Mitte der Gesellschaft. Adenauer weiter: "Dies ist ein Thema, über das wir uns in den nächsten Jahren noch häufiger unterhalten sollten. Die Partnerschaft hat noch längst nicht alle Hausaufgaben gemacht."

Veit Mette
Veit Mette, 48, hat Kunstpädagogik studiert und arbeitet seit zehn Jahren als freier Fotograf mit dem Schwerpunkt Journalismus in Bielefeld. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Magazinen (u. a. Stern, Süddeutsche Magazin, Zeitmagazin) und Büchern veröffentlicht und in Ausstellungen gezeigt, u. a .im Amerikahaus Köln und in der Kunsthalle Bielefeld. Seit mehr als fünf Jahren fährt eine Straßenbahn der Bielefelder Verkehrsbetriebe mit Fotos aus dem Projekt "Drinnen das ist wie draußen nur anders - Bilder aus dem Leben behinderter Menschen" im Linienverkehr durch die Stadt.
Gemeinsam ein großes Ziel erreicht
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Lebensfreude: Zur Geburtstagsfeier ihres Krankenhauses boten die Letten ihren Gästen ausdemKreis Gütersloh eine bunteShowaus alten lettischen Tänzen. Alle Altersgruppen beteiligten sichan der Darbietungen.
FOTOS: RICHARD ZELENKA

Interessierte Zuhörer: Die beiden Gütersloher Mediziner Dr. Jörg-Dieter Wolf und Dr. Werner Gams, Kreis-Pressesprecher Jan Focken, Partnerschaftsverein-Vorsitzender Vitauts Stana und Landrat Sven-Georg Adenauer informierten sich bei Chefarzt Dr. Edgars Grandans (v.l.).

Medizin aus der Natur: Das Kräuterweibl mit Renate Groß, Sven-Georg Adenauer, Vitauts Stanaund Hans-Joachim Schwolow (v.l.).

Die Glocke AUSZUG VOM 02. Juli 2010
VON RICHARD ZELENKA

Festakt in Mazsalaca zum zehnjährigen Bestehen des von der Familie Kleine finanzierten Krankenhauses

Harsewinkel/Mazsalaca. Wie sich die Bilder gleichen: Es ist ein strahlender Sommertag, die Fahnen flattern im Wind, das ganze Dorf ist auf den Beinen. Es wird gefeiert, gesungen und getanzt - wie vor zehn Jahren, als das mit materieller und ideeller Hilfe aus dem Kreis Gütersloh errichtete Krankenhaus im lettischen Städtchen Mazsalaca feierlich eingeweiht wurde.
Die Delegation aus dem Kreis Gütersloh, die in den vergangenen Tagen den ehemaligen Partnerkreis Valmiera (er wurde im Zuge der Gebietsreform aufgelöst) bereiste und dabei ein bunt gemixtes Programm absolvierte (siehe Bericht an anderer Stelle diese Ausgabe) war schier überwältigt von so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die auch beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Mazsalaca-Krankenhauses, dessen Bau bekanntlich von dem verstorbenen Modeunternehmer Bruno Kleine initiiert und fast ausschließlich aus dem Privatvermögen der Familie Kleine finanziert wurde, spürbar wurden.
Die Hilfsbereitschaft im Kreis Gütersloh geht weiter: Eine kurze Anfrage von Landrat Sven-Georg Adenauer bei Dr. Markus Miele genügte: Spontan erklärte sich der Miele-Chef bereit, einen leistungsfähigen Wäschetrockner zu spenden. "Der läuft bei uns 20-mal am Tag", freute sich der langjährige Chefarzt Dr. Edgars Grandans bei der Übergabe des Gerätes. Ojars Bekeris, der das Krankenhaus-Projekt als Bürgermeister viele Jahre förderte und sein Amt2009 an Gunars Zunda weitergab, erinnerte an die Entstehungsgeschichte der medizinischen Einrichtung, die für die gesamte Region eine große Bedeutung hat. "Ich war mir nicht sicher, ob wir so etwas leisten können. Und heute steht in Mazsalaca das beste kleine Krankenhaus in ganz Lettland". In seinem Grußwort bezeichnete Sven-Georg Adenauer den Krankenhausbau als einen "mutigen Schritt". Der Dank gebühre zwei Menschen: Bruno Kleine, der mit seiner Großherzigkeit das Projekt erst ermöglicht habe, und Dr. Grandans und seinem Team, die das Hospital "hervorragend in Schuss halten". "Ich bin überzeugt, dass dieses Haus noch viele Jahrzehnte überstehen wird", sagte der Landrat. Vor allzu großem Optimismus warnte allerdings Gunars Zunda: "Als reines Krankenhaus wird es sicher noch zehn Jahre bestehen können - danach vielleicht als ein Betreuungszentrum".
Partnerschaftskoordinator und Mazsalaca-Ehrenbürger Hans-Joachim Schwolow überbrachte eine Grußbotschaft von Hildegard Kleine, Witwe von Bruno Kleine. Sie habe lange überlegt, persönlich an den Feierlichkeiten teilzunehmen, sich dann aber dagegen entschieden. Schwolow: "Sie glaubt, dass sie die vielen Dankesworte nicht verkraften könnte".

Rigide Sparpolitik
Das 50-Betten-Hospital in der Großgemeinde Mazsalaca war bis zur kommunalen Gebietsreform vor einem Jahr eine Dependance des Krankenhauses Valmiera. Das Haus, in dem neben einer gut ausgestatten Ambulanz auch ein Betreuungszentrum für die bestmögliche Versorgung von nicht mehr behandelbaren Krankheiten untergebracht ist, ist nun selbstständig und wurde zu einem medizinischen Versorgungszentrum für die Region ausgebaut. Dies birgt allerdings auch Gefahren: Denn die rigide Rotstiftpolitik der Rigaer Regierung macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Viele lettische Krankenhäuser wurden bereits geschlossen oder sind von der Schließung bedroht.
"Das ist gelebtes Europa"
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Schub für die Partnerschaft: Flankiert von jungen Lettinnen in traditionellen Trachten unterzeichneten Vitauts Stana als Vorsitzender des neu gebildeten Vereins und Landrat Sven-Georg Adenauer (v.l.) die Partnerschaftsurkunden. FOTOS: RICHARD ZELENKA.

Im Fußballfieber: Gemeinsam feierten Letten undDeutsche den deutschen Sieg über England, hier (v.l.) Michael zur Heiden, Sven-Georg Adenauer, Vitauts Stana, Klemens Karwegerund Karin Wolf.

Gerührt: Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow mit einer Gerbera in der Hand.

Feierlich: Die Staatsflaggen beider Länder wurden zur Vertragsunterzeichnung gehisst.

Traumwetter: Ein großes Erlebnis wurde für die deutsche Delegation der Ausflug an die Ostsee.

Die Glocke AUSZUG VOM 02. Juli 2010
VON RICHARD ZELENKA

Kreis Gütersloh/Valmiera. Es war fast wie bei einem Staatsakt: Zu den Klängen der Nationalhymnen wurde im Rahmen eines Festaktes in Koceni ein neues Kapitel der deutsch-lettischen Freundschaft aufgeschlagen. Landrat Sven-Georg Adenauer, der über das Wochenende mit einer 40-köpfigen Delegation in die kleine lettische Republik gereist war, setzte seine Unterschrift unter einen Vertrag, der die seit 18 Jahren währende Partnerschaft auf eine neue Grundlage stellt.
Besiegelt wurde die Urkunde auch von dem ehemaligen Landrat Vitauts Stana sowie fünf weiteren Bürgermeistern des im Zuge der Gebietsreform vor einem Jahr gebildeten neuen Verwaltungsgebildes in den Grenzen des ehemaligen Kreises Valmiera, das neben der Stadt Valmiera sechs Großgemeinden umfasst. Stana ist Vorsitzender eines Vereins, der mit dem Ziel gegründet wurde, die Freundschaft auf eine verlässliche Basis zu stellen. Ziel der Gebietsreform, dieam1. Juli 2009 in Kraft trat, war es, die bis dahin große Zahl der fast 500 lettischen selbstständigen kommunalen Einheiten auf eine administrativ handlungsfähigere Verwaltungsgröße zu reduzieren.
Für die Begründer und Förderer der Partnerschaft hüben und drüben stand aber schon immer fest, dass die kommunale Reform ein rein formaler Akt ist, der nichts an den guten Beziehungen ändern wird - auch in der augenblicklichen Wirtschaftskrise, die das kleine Lettland mit voller Wucht trifft. "In einer Partnerschaft gibt es gute und weniger gute Tage. Allen Problemen zum Trotz wollen wir mit voller Kraft den erfolgreichen Weg fortsetzten", versprach Stana. Und auch Landrat Adenauer sprüht nur so vor Optimismus: "Unsere Partnerschaft bewährt sich auch dann, wenn einmal nicht die Sonne scheint. Das ist gelebtes Europa." Die Partnerschaft gehe inzwischen weit über die offiziellen Kanäle hinaus. Sie werde von vielen Menschen in beiden Ländern getragen. Die Freundschaft sei keine Einbahnstraße. Der Schwerpunkt werde sich in den kommenden Jahren zunehmend vom sozialen auf andere Bereiche verlagern. Landrat Adenauer: "Gerade auf dem Feld der Kultur sind wir es, die von dieser Partnerschaft profitieren." Der neue Vertrag werde den engen und fruchtbaren Beziehung einen weiteren Schub geben.
Natürlich wurde während der Delegationsreise an die wichtigen Projekte und Stationen der langen Partnerschaft erinnert. VorOrt überzeugten sich die Delegationsteilnehmer, dass das investierte Geld und die vielen Spenden im Kreis Valmiera gut angelegt sind. Aber auch die Geselligkeit stand im Blickpunkt. Neben einem Ausflug in die estnische Stadt Tartu und einer Stippvisite an der Ostsee stand ein umfangreiches Besuchsund Besichtigungsprogramm auf dem Programm der Gruppe aus dem Kreis Gütersloh. Für einen Höhepunkt sorgte aber der König Fußball. Beim Public Viewing im Kulturhaus von Koceni feierten Letten und Deutsche ausgelassen den grandiosen Sieg gegen England.
Delegation fährt heute nach Valmiera
Partnerschaft wird morgen neu besiegelt
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Es darf gefeiert werden: Morgen rückt das zehnjährige Bestehen des mit großer Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh errichteten Krankenhauses in Mazsalca in den Blickpunkt der heute gestarteten Delegationsreise.

Bild: Neitemeier
Die Glocke AUSZUG VOM 25. Juni 2010

Kreis Gütersloh (mn). Die Unterzeichnung eines neuen Partnerschaftsvertrags, das „Zehnjährige“ des Krankenhauses in Mazsalaca und die neue Konzeption des Rettungsdiensts stehen im Mittelpunkt des Valmiera- Besuchs, zu dem eine 31-köpfige Gütersloher Delegation heute nach Lettland aufbricht. Ein weiteres Thema ist die Arbeit mit und für Behinderte.
Zur Reisegruppe gehören viele Aktive und „alte Hasen“ der seit 1994 bestehenden Partnerschaft. Aber auch etliche „Neue“ sind mit dabei, darunter die Kreistagsmitglieder Karl-Heinz Klaus und Hans Schulte (beide CDU) sowie Michael zur Heiden (FDP). Stark vertreten ist wiederum die Lebenshilfe, die ihre Zusammenarbeit mit einer Behinderteneinrichtung in Ruja intensivieren und Menschen mit Beeinträchtigung in Lettland insgesamt mehr in den Blickpunkt rücken will. Dafür wird der Bielefelder Fotograf Veit Mette zwei Tage mit der Kamera den Alltag in dem Wohnheim dokumentieren. Zudem ist im Kulturzentrum von Valmiera die Mette-Ausstellung „Königin für eine Nacht“ zu sehen. Die Fotos sind beim integrativen Karneval der Lebenshilfe in Harsewinkel entstanden und waren kürzlich im Rathaus der Mähdrescherstadt zu sehen.
Ein Höhepunkt der sechstägigen Reise, die die Gäste auch nach Estland und zu deutschen Kulturgütern im Kreis Valmiera führen wird, ist morgen die feierliche Unterzeichnung des neuen Partnerschaftsvertrags. Nach Auflösung des Kreises im Rahmen der kommunalen Neuordnung haben die Stadt Valmiera und die neu gebildeten sechs Großgemeinden einen Partnerschaftsverein gegründet, dem weitere lettische Einrichtungen und Organisationen beigetreten sind. Der Verein und der Kreis Gütersloh wollen die weitere Zusammenarbeit offiziell besiegeln.
Gefeiert wird wenige Stunden später auch in Mazsalaca. Dort ist vor zehn Jahren maßgeblich mit Hilfe aus dem Kreis Gütersloh, insbesondere des Harsewinkeler Modeunternehmers Bruno Kleine, eine Bauruine in ein Krankenhaus verwandelt worden. Zum „runden Geburtstag“ schenken der Kreis und die Firma Miele einen großen Wäschetrockner.
Ein Thema der zahlreichen Arbeitsgespräche im Rahmen des Besuchs ist die Neuorganisation des Rettungsdiensts im Partnerkreis. Weil Valmiera dank Gütersloher Unterstützung sehr gut ausgestattet ist, wird von dort jetzt der Rettungsdienst der Region koordiniert. Aufbauhelfer und Experte Klemens Karweger wird sich davon ein Bild machen.
Lettische Landwirtschaftsdelegation zu Gast
Fischzuchten und Biogas auf der Spur
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Landwirtschaftlicher Erfahrungsaustausch zwischen Lettland und Deutschland: (v. l.) Direktorin Anna Vitola-Helviga, Leitender Landwirtschaftsdirektor Ulrich Bultmann, Landwirtschaftsminister Jänis Düklavs, Staatssekretärin Dace Lucaua, Ex-Landrat Franz-Josef Balke, Kreislandwirt Heiner Kollmeyer und der Referent für Internationale Zusammenarbeit, Arvids Krivens.

Bild: Bitter
Die Glocke AUSZUG VOM 21. Mai. 2010

Kreis Gütersloh (bit). Wenn der lettische Landwirtschaftsminister Jänis Düklavs samt Staatssekretärin Daca Lucaua von Brüssel kommt, wo er mit seiner deutschen Kollegin Ilse Aigner gesprochen hat, landet er nicht von ungefähr für knapp drei Tage im Kreis Gütersloh. Schließlich gehört zu seiner Delegation Jänis Brengulis, der Leiter der Landwirtschaftlichen Regionalverwaltung Nordvidzeme im Partnerkreis Valmiera.

Noch vor der Ankunft in Wiedenbrück ergab sich ein wichtiger Zwischenstopp in Düsseldorf. Dort zeigte NRW-Landwirt schaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) Verständnis dafür, dass die lettischen Bauern von der EU zum Ausgleich des Wettbewerbs höhere Prämien brauchen als zum Beispiel die in der Bundesrepublik. "Die Symmetrie muss stimmen", sagt der Leitende Landwirtschaftsdirektor Ulrich Bultmann. Düklavs will ihn gern einladen. Was das elektronische Anmeldeverfahren zur Flächenförderung betreffe, sei man auf dem Niveau von Deutschland, erläutert Anna Vitola-Helviga als Direktorin des Unterstützungsund Förderdiensts.
Gemeinsam mit den Landfrauen erörterte Kreislandwirt Heiner Kollmeyer am Mittwoch mit den Gästen das Organisationssystem von Landwirtschaftskammer und -verband. Gestern Nachmittag freute er sich, die hochrangige Delegation auf seinem Hof in Kattenstroth begrüßen und mit ihr über Schweinemast diskutieren zu dürfen. Kollmeyer: "Das hat man nicht alle Tage."
Dass die Letten gleich zwei Fischzuchten in Halle und Schloß Holte-Stukenbrock besichtigten, liegt an der großen Zahl der Binnengewässer daheim. "Es gibt Unternehmer, die bieten Projekte im Zehn-Millionen-Wert", verrät der Referent für Internationale Zusammenarbeit, Arvids Kri vens. "Damit ist Fischzucht für uns keine Rahmenproduktion mehr." Der Minister entdeckt dahinter die Furcht, dass die Fangquoten in der Ostsee immer weiter reduziert werden. Geld verdienen könne seine Landwirtschaft wahrscheinlich auch mit Biogas, meint Düklavs.
Der frühere Gütersloher Landrat Franz-Josef Balke, der 1994 den Partnerschaftsvertrag mit Valmiera unterzeichnete, kümmert sich seit 2008 um Landwirte, die dort in Biogasanlagen investieren wollen. Gestern besuchte er mit den Letten auf der Marburg den Hof Witte mit seiner Biogasanlage und der Viehwirtschaft.
Lettland
Verdienstmedaille für Adenauer
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Der lettische Landwirtschaftsminister Janis Duklavs (rechts) hat Landrat Sven-Georg Adenauer mit der Verdienstmedaille seines Ministeriums ausgezeichnet.






Die Glocke AUSZUG VOM 20. Mai 2010

Kreis Gütersloh (gl). Der lettische Landwirtschaftsminister Janis Duklavs hat im Rahmen eines Delegationsbesuchs Landrat Sven-Georg Adenauer mit der Verdienstmedaille seines Ministeriums ausgezeichnet. "Für ihre besondere Tüchtigkeit", erklärte Duklavs bei der Verleihung.

Der Minister und der Landrat hatten sich im vorigen Jahr in Lettland kennengelernt, als Adenauer im ehemaligen Kreis Valmiera mit den Letten über die Zukunft der deutsch-lettischen Partnerschaft sprach. Landwirtschaft war und ist immer wieder ein Thema bei den Delegationsbesuchen. Unter anderem wurde die Molkerei in Valmiera durch die Molkerei Strothmann in Gütersloh unterstützt. Lettland, nicht nur der ehemalige Kreis Valmiera, profitiert bei dem Informationsaustausch auf vielfältige Weise - und das in einer schweren Wirtschaftskrise. Setze Adenauer sich weiter so für die lettische Landwirtschaft ein, gebe es als Steigerung noch eine Auszeichnung des baltischen Staats, deutete Duklavs an.
Fischzucht, Biogas und Direktvermarktung - das sind einige Themen beim aktuellen viertägigen Besuch der lettische Landwirtschaftsdelegation im Kreis Gütersloh. Innerhalb des Besuchsprogramms, das der Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow zusammen mit der Landwirtschaftskammer erarbeitet hat, kam es unter anderem auch zu einem Gedankenaustausch mit NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU).
Im August
Jugendliche für Naturschutz in Lettland gesucht
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Die Glocke AUSZUG VOM 12. Mai. 2010

Kreis Gütersloh (gl). Der Kreis Gütersloh sucht im Rahmen seiner Valmiera-Partnerschaft Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, die Interesse haben, zwischen dem 24. und 29. August gemeinsam mit lettischen Jugendlichen an einem Naturschutzprojekt in Lettland teilzu- nehmen. Drei Plätze sind zu vergeben.
Die Jugendlichen werden nach Angaben des Kreises das Biosphärenreservat Nord-Vidzeme erforschen und die biologische Vielfalt des Ostseeküstenraums im Norden Lettlands kennenlernen. Auch eine Kanufahrt auf der ruhigen, naturbelassenen Salaca steht auf dem Programm. Daneben ist ein Abstecher in den Partnerkreis Valmiera vorgesehen. Die Kosten für die Flugreise betragen 180 Euro pro Person. Umgangssprache in Lettland wird Englisch sein. Sprachkenntnisse auf Schulniveau sind nach Angaben des Kreises ausreichend. Die Fahrt wird begleitet von Wilhelm Gröver, dem Leiter der Abteilung Umwelt beim Kreis Gütersloh. Interessierte Jugendliche sollten sich umgehend mit Margret Lütkebomk bei der Abteilung Umwelt in Verbindung setzen: w05241/852703.
Gäste aus Valmiera
Vom Landrat gibt es etwas Taschengeld
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Im Kreishaus Gütersloh begrüßte Landrat Sven-Georg Adenauer (v. l.) Julia Görner, Edvarts Berzs, Mareike Busche, Klavs Birkavs und Gertrud Willmanowski.




Die Glocke AUSZUG VOM 12. Mai. 2010

Kreis Gütersloh (gl). Landrat Sven-Georg Adenauer hat im Kreishaus die lettischen Schüler Edvarts Berzs (Staatsgymnasium Valmiera) und Klavs Birkvas (Gymnasium Pargauja) begrüßt. Aufgrund ihrer guten Leistungen im Fach Deutsch haben die beiden Elftklässler die Chance erhalten, für sechs Wochen das Städtische Gymnasium in Gütersloh besuchen zu dürfen.
Die Schüler sind privat in Familien der Klassenkameradinnen Julia Görner und Mareike Busche untergebracht. Seitens des Städtischen Gymnasiums werden sie von Gert Mehlun betreut. Er ist zuständig für Europaangelegenheiten des Gymnasiums. In die Organisation dieser Maßnahme ist auch Gertrud Willmanowski eingebunden, deren Töchter ebenfalls das Städtische Gymnasium besuchen.
Landrat Adenauer erinnerte bei seiner Begrüßung daran, dass das Schülerprojekt schon seit einigen Jahren erfolgreich läuft und inzwischen ein fester Bestandteil der Partnerschaft geworden ist. Er dankte dem Städtischen Gymnasium für die Aufnahme der Schüler, denen er ein Taschengeld für ihren Aufenthalt überreichte. Außer den neuen Erfahrungen in der deutschen Schule erwartet die Schüler ein interessantes und über die Grenzen des Kreises Gütersloh hinausgehendes Programm. So besuchten sie am Wochenende das Zweitliga-Fußballspiel von Arminia Bielefeld gegen Oberhausen.
Valmiera-Hilfe geht weiter
Neuer Vertrag für die Partnerschaft
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Zufriedene Gesichter bei der Übergabe einer Teilspende (v. l.) Rainer Langkamp (Sparkasse Gütersloh), Stephan Kaiser ("Kinder in Valmiera") und Werner Twent (Kreissparkasse Wiedenbrück).



Die Glocke AUSZUG VOM 20. Feb. 2010

Kreis Gütersloh (mn/gl). Die seit 1992 bestehende Kreis-Partnerschaft zwischen Valmiera und Gütersloh muss auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt werden. Nach der Auflösung des Kreises Valmiera im Rahmen der kommunalen Neuordnung in Lettland im vorigen Sommer ist der Abschluss eines neuen Partnerschaftsvertrags nötig.
Als "Zeichen europäischer Zusammengehörigkeit und als ein Symbol für friedliches und freundschaftliches Miteinander der Menschen in Ost und West" war die Partnerschaft am 23. Juni 1994 in Valmiera und am 20. August 1994 in Wiedenbrück besiegelt worden. Der Brückenschlag sollte "wirtschaftlichen, sozialen, wissenschaftlich-technischen, bildungspolitischen oder touristischen Interessen entgegenkommen". Außerdem wurden wechselseitige Anregungen und Bereicherungen beim Austausch in Sachen Bildung, Kultur und des Sport verabredet. Eine Absichtserklärung, die seitdem sehr intensiv mit Leben gefüllt wurde.
Um die deutsch-lettische Beziehung fortsetzen zu können, haben die Stadt Valmiera sowie die sechs neu gebildeten Großgemeinden Beverina, Burtnieki, Mazsalaca, Naukseni, Rujiena und Valmiera Mitte Oktober einen Partnerschaftsverein gegründet. Ihm werden in Kürze weitere Einrichtungen beitreten, die bisher eng in die Partnerschaft eingebunden waren, beispielsweise Feuerwehr und Rettungsdienst. Der neue Vertrag, der im Juni beim Besuch einer Gütersloher Delegation in Lettland unterzeichnet werden soll, ist kurz und knapp gefasst. In ihm wird vor allem auf die Ziele und Absprachen der bisherigen Partnerschaftsurkunde Bezug genommen.
Derweil geht die Unterstützung weiter. "Schenke Kindern ein Lächeln!" Unter diesem Motto hat eine Spendenaktion des Vereins "Kinder in Valmiera" gestanden. Sie wurde im Dezember zum ersten Mal mit den Sparkassen im Kreis durchgeführt. 1564 Euro fanden sich am Ende in den bunten Sparschweinen. "Ein toller Erfolg", sagt der Vorsitzende des Vereins, Stephan Kaiser aus Steinhagen. "Über das Ergebnis freuen wir uns sehr und wir danken allen Spendern."
Bei der Geldübergabe mit Vertretern der Sparkasse Gütersloh und der Kreissparkasse Wiedenbrück dankte Stephan Kaiser allen Geldinstituten für die gute Zusammenarbeit. "Die Sparkassen haben die Aktion gern unterstützt. Wir freuen uns über das Engagement unserer Kunden", sagte Vorstand Werner Twent von der Kreissparkasse Wiedenbrück.
Ökologisches Jahr in Lettland
Wo Wolf und Bär sich eine "Gute Nacht" wünschen
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Hält sich für ein Jahr im lettischen Mazsalaca auf: Desiree Schwittay aus Halle. Wie man sieht ist das Land allein aufgrund der Schönheit der Natur eine Reise wert.






Die Glocke AUSZUG VOM 5. Jan. 2010

Kreis Gütersloh (ay). Das Territorium von Lettland besteht aus großen, zusammenhängenden Wäldern. Dort, wo sich nicht nur Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen, sondern auch Wolf, Bär und Luchs, ist Desiree Schwittay gegenwärtig zu Hause. Von der Artenvielfalt der Tierwelt und der vielfältigen Landschaft ist sie ebenso begeistert wie von den dort lebenden Menschen.

Auf vielen Ebenen hat sich der anfängliche Kontakt zwischen den Kreisen Valmiera und Gütersloh zu einer lebendigen lettisch- deutschen Partnerschaft entwickelt. Projekte wurden miteinander initiiert, Konzepte erarbeitet - so auch Naturschutzprojekte. Vor diesem Hintergrund hält sich die 19-jährige Hallerin Desiree Schwittay für ein Jahr im etwa 1800 Kilometer entfernten Partnerkreis Valmiera auf. Im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ) beim Kreis Gütersloh arbeitet sie dort im Naturpark Skanakalna mit und in der Natur.
Im September machte sie sich von Hamburg auf den Weg nach Riga. Nach einem gut zweistündigen Flug ging es weiter mit dem Auto in Richtung des etwa 200 Kilometer nördlich liegenden überschaubaren Dorfs Mazsalaca. Untergebracht ist die junge Frau in einer ehemaligen Lehrerwohnung. Zu ihren Aufgaben gehören die Landschaftspflege, der Naturschutz und Instandhaltungsmaßnahmen. Das Auslichten von Waldbeständen sei hier ebenso genannt wie der Anstrich der im Naturpark reichlich vorhandenen Kulturdenkmäler. Außerdem gibt Desiree Schwittay Schulkindern Unterricht in Sport und Deutsch. Nicht zuletzt fasst sie bei der Renovierung der Sporthalle mit an.
Gute Kontakte sind auch zur Bevölkerung schnell aufgebaut. Die dort lebenden Menschen hätten sie freundlich aufgenommen, berichtet die junge Frau. Zudem seien sie aufgeschlossen und herzlich. Desiree Schwittay betont: "Verständigungsprobleme gibt es nicht. Wir kommunizieren auf Lettisch, Deutsch und Englisch."
Im Juni geht es zurück in heimatliche Gefilde. Fremde Kulturen intensiv erfahren und fremde Länder kennen lernen, das ist nach Worten der FÖJ-lerin "eine Erfahrung für das ganze Leben."
Das Ökologische Jahr absolvieren außer Desiree Schwittay auch Hanna Bante (Steinhagen), Lukas Potthoff (Rietberg) und Hendrik Reckendrees (Rheda-Wiedenbrück). Letztere durchlaufen das Öko-Jahr im hiesigen Raum.
Lebkuchen für lettische Kinder
Verein "Kinder in Valmiera" und "Die Emsperlen" besuchen Partnerkreis
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Freude in Valmiera (von links): Aivars und Elina von der Musikschule Valmiera, Stephan Kaiser aus Brockhagen und der kleine Rudolph, Guntra Kukjane (Kindergarten Bitite), Josef (Jockel) Kriener und Bernd Descher von den "Emsperlen", sowie Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera".

Westfalen Blatt Steinhagen
AUSZUG VOM 29. Dez. 2009

Steinhagen (WB). Der Verein "Kinder in Valmiera" aus Steinhagen und "Die Emsperlen" haben Kindern im lettischen Valmiera eine Freude bereitet. Mit von der Partie waren Bernd Descher und Josef Kriener von der Partyband "Die Emsperlen".

Die weit über die Grenzen Ostwestfalens hinaus bekannte Band aus Rietberg unterstützt den Verein bereits seit einiger Zeit. Unter anderem geht ein Teil des Erlöses aus dem CD-Verkauf direkt an "Kinder in Valmiera".
"Uns ist es ein Anliegen, den Kindern dort zu helfen und uns persönlich ein Bild von den Verhältnissen vor Ort zu machen. Nun wissen wir, dass unsere Hilfe auch dort ankommt, wo sie benötigt wird", so Bernd Descher von den "Emsperlen". Die Bandleader reisten gemeinsam mit Stephan Kaiser und Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera" aus Steinhagen nach Lettland.

"Uns ist es ein Anliegen, Kindern zu helfen." Bernd Descher

Neben süßen Leckereien, unter anderem 200 Kilogramm Lebkuchen der Firma Schulze von Ravensberg aus Borgholzhausen, und einer kleinen finanziellen Unterstützung waren die vier Gäste aus dem Kreis Gütersloh aber noch in musikalischer Art und Weise gefordert. Bekannte deutsche Weihnachtslieder und das in Valmiera bekannte Lied "Pfefferkuchen" wurden extra in Lettisch einstudiert und gemeinsam mit den Kindern gesungen. Tatkräftige Unterstützung kam dabei von zwei Musikern der Musikschule in Valmiera.
Das musikalische Quartett besuchte vier Einrichtungen in Renzeni, Ruijena, Dikli sowie den Sonderkindergarten Bitite in Valmiera. "Überall wurden wir mit strahlenden Kinderaugen empfangen. Das ist schon ein besonderes Erlebnis", so der Vorsitzende des Vereins "Kinder in Valmiera", Stephan Kaiser aus Brockhagen.
Im Kindergarten Bitite waren dann auch die Vertreter von sechs weiteren Einrichtungen zu Gast und nahmen die leckeren Süßigkeiten und die Spenden mit Freude entgegen. Dort hatten die lettischen Gastgeber ein liebevolles Abschlussfest mit Darbietungen der Kinder organisiert.
Um den Kindern in Valmiera und Umgebung auch weiterhin helfen zu können, läuft bis zum Ende des Jahres die Aktion "Schenke Kindern ein Lächeln". In allen Sparkassen im Kreis Gütersloh stehen Sparschweine für Spenden bereit. "Jede Spende hilft und gelangt direkt an die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in Lettland. Wir bedanken uns schon jetzt bei allen Spendern", sagte Harald Godt.
Weitere Infos im Internet:
www.kinderinvalmiera.de
Musikalische Weihnachten auf Lettisch
Verein "Kinder in Valmiera" und die "Emsperlen" besuchen Einrichtungen in Valmiera und Umgebung
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Überraschung geglückt: Neben süßen Leckereien, unter anderem 200 Kilogramm Lebkuchen der Firma "von Ravensberg" aus Borgholzhausen übergaben die Vereinsvertreter Geldspenden. Wie auf dem Foto zu sehen, kamen die Lebkuchen bei den Kindern bestens an.

Zu Besuch: Aivars und Elina von der Musikschule Valmiera (von links), Stephan Kaiser und der kleine Rudolph, Guntra Kukjane (Kindergarten Bitite), Josef "Jockel" Kriener und Bernd Descher von den "Emsperlen" sowie Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera".

FOTOS: HK

Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 28. Dez. 2009

Steinhagen (HK). Zu ihrem mittlerweile traditionellen Weihnachtsbesuch waren vor dem Weihnachtsfest Vertreter des Vereins "Kinder in Valmiera " aus Steinhagen nach Lettland aufgebrochen. Mit von der Partie waren diesmal Bernd Descher und Josef Kriener von der Partyband "Die Emsperlen". Die weit über die Grenzen Ostwestfalen hinaus bekannte Stimmungsband aus Rietberg unterstützt den Verein bereits seit einiger Zeit. Unter anderem geht ein Teil des Erlöses aus dem CD-Verkauf direkt an "Kinder in Valmiera ".

"Uns ist es ein Anliegen, den Kindern dort zu helfen und uns persönlich ein Bild von den Verhältnissen vor Ort zu machen. Nun wissen wir, dass unsere Hilfe auch dort ankommt, wo sie benötigt wird", so die beiden "Emsperlen". Die Musiker waren gemeinsammit Stephan Kaiser und Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera" nach Lettland gereist.
Neben süßen Leckereien, unter anderem 200 Kilogramm Lebkuchen der Firma "von Ravensberg " aus Borgholzhausen, und einer kleinen finanziellen Unterstützung waren die vier Gäste aus dem Kreis Gütersloh aber noch in musikalischer Art und Weise gefordert.

200 Kilogramm Lebkuchen im Gepäck

"Ihr Kinderlein kommet", "Jingle Bells", "Oh Tannenbaum " und das in Valmiera bekannte Weihnachtslied "Pfefferkuchen " wurden extra in Lettisch einstudiert und gemeinsam mit den Kindern gesungen. Tatkräftige Unterstützung kam dabei von zwei Musikern der Musikschule in Valmiera.
Das musikalische Quartett besuchte vier Einrichtungen in Renzeni, Ruijena, Dikli sowie den Sonderkindergarten Bitite in Valmiera. "Überall wurden wir mit strahlenden Kinderaugen empfangen. Das ist schon ein besonderes Erlebnis", berichtete nach seiner Rückkehr der Vorsitzende vom Verein "Kinder in Valmiera", Stephan Kaiser aus Steinhagen.
Im Kindergarten Bitite waren dann auch die Vertreter von sechs weiteren Einrichtungen zu Gast und nahmen die leckeren Süßigkeiten und die Spenden aus Deutschland mit großer Freude entgegen. Dort hatten die lettischen Gastgeber ein sehr herzliches und liebevolles Abschlussfest mit Darbietungen von den Kindern organisiert. Natürlich durften auch hier die musikalischen Weihnachtsgrüße auf Lettisch und Deutsch nicht fehlen.

Mitmachen bei Spendenaktion

Um den Kindern in Valmiera und Umgebung auch weiterhin helfen zu können, läuft noch bis zum Ende des Jahres die Aktion "Schenke Kindern ein Lächeln". In allen Sparkassen im Kreis Gütersloh stehen Sparschweine für Spenden bereit. "Jede Spende hilft und gelangt direkt an die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in Lettland. Wir bedanken uns schon jetzt bei allen Spendern", so Harald Godt vom Verein "Kinder in Valmiera".
Mehr im Internet: www.kinderinvalmiera.de
"Emsperlen" engagieren sich für Valmiera
Mit Kleinen auch lettische Lieder gesungen
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Weihnachtsbesuch in der lettischen Partnerregion: (v. l.) Aivars und Elina von der Musikschule Valmiera, Stephan Kaiser (Vorsitzender von "Kinder in Valmiera"), der kleine Rudolph, Guntra Kukjane (Kindergarten "Bitite"), Josef (Jockel) Kriener und Bernd Descher von den "Emsperlen" sowie Harald Godt von "Kinder in Valmiera".

Die Glocke AUSZUG VOM 24. Dez. 2009

Kreis Gütersloh (gl). Zu ihrem schon traditionellen Weihnachtsbesuch sind Vertreter des Vereins "Kinder in Valmiera" in Lettland gewesen. Mit von der Partie waren auch Bernd Descher und Josef Kriener von den "Emsperlen". Die über die Grenzen Ostwestfalens hinaus bekannte Band aus Rietberg unterstützt den Verein seit einiger Zeit. Unter anderem geht ein Teil des Erlöses aus dem CD-Verkauf direkt an "Kinder in Valmiera".
"Uns ist es ein Anliegen, den Kindern dort zu helfen. Zudem wollten wir uns persönlich ein Bild von den Verhältnissen in Valmiera zu machen. Und nun wissen wir, dass unsere Hilfe auch dort ankommt, wo sie benötigt wird." Dieses Fazit zogen die "Emsperlen" nach ihrer Rückkehr. Die Bandleader waren mit Stephan Kaiser und Harald Godt von dem in Steinhagen ansässigen Verein nach Lettland gereist.
Außer bei der Verteilung von süßen Leckereien, unter anderem 200 Kilogramm Lebkuchen (gestiftet von der Firma Ravensberg aus Borgholzhausen), und einer kleinen finanziellen Unterstützung waren die vier Gäste aus dem Kreis Gütersloh auch musikalisch gefordert. "Ihr Kinderlein kommet", "Jingle Bells", "O Tannenbaum" und das in Valmiera bekannte Weihnachtslied "Pfefferkuchen" waren eigens auf Lettisch einstudiert worden und wurden mit den Kindern gesungen. Tatkräftig wurden sie von zwei Musikern der Musikschule Valmiera unterstützt.
Das musikalische Quartett besuchte vier Einrichtungen in Renzeni, Ruijena und Dikli sowie den Sonderkindergarten Bitite in Valmiera. "Überall wurden wir mit strahlenden Kinderaugen empfangen. Das ist schon ein besonderes Erlebnis", so der Vereinsvorsitzende Stephan Kaiser. Im Kindergarten "Bitite" waren auch die Vertreter von sechs weiteren Einrichtungen zu Gast, um im Rahmen eines liebevollen Fests mit netten Darbietungen von den Kindern Süßigkeiten und Spenden mit großer Freude in Empfang zu nehmen. Musikalische Weihnachtsgrüße auf Lettisch und Deutsch fehlten nicht.
Um den Jüngsten in Valmiera und Umgebung weiterhin helfen zu können, läuft bis Ende des Jahres die Aktion "Schenke Kindern ein Lächeln". In allen Sparkassen im Kreis Gütersloh stehen Sparschweine bereit. "Jede Spende hilft und gelangt direkt an die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in Lettland", verspricht Harald Godt und sagt im Voraus bereits Dankeschön. Weitere Infos im Internet.
www.kinderinvalmiera.de
Spielzeug erfreut Kinder in Valmiera
Renate Groß aus Isselhorst
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Rund 1000 Pakete für die Menschen in Valmiera hat Renate Groß allein in diesem Jahr für eine Hilfsaktion gepackt, die seit 2002 Zeichen setzt.

Bild: Stickling


Die Glocke AUSZUG VOM 30. Nov. 2009

Gütersloh (ms). Renate Groß ist seit 2002 kreisweit, doch vor allem für Isselhorst die „Valmiera- Botschafterin“ und wird für ihr Engagement sehr geschätzt. Hilfsmaßnahmen, die sie initiiert, werden das ganze Jahr über von den Menschen im lettischen Partnerkreis des Kreises Gütersloh, in Valmiera, sehnsüchtig erwartet.

In diesem Jahr packte Renate Groß 1000 Hilfspakete. Die letzten 200 warten derzeit auf ihren Abtransport von ihrem Hof.
Alles, was in Valmiera so dringend fehlt, überlassen ihr Menschen, die sich der Hilfe verpflichtet fühlen. In diesen Stunden verschnürt sie die letzten Pakete mit guten Kleidungsstücken für Erwachsene und Kinder, mit Schuhwerk von Babyschühchen bis hin zu Damen- und Herrenschuhen, -stiefeln und Hausschuhen. Vor Wochen startete sie einen Aufruf, in dem sie um Schulranzen, Tornister und Rucksäcke für das neue Schuljahr bat. Das große Echo aus der Bevölkerung machte die riesige Anzahl von Paketen möglich. Renate Groß freut sich vor allem über die vielen Spielsachen. „Sie sind in einem so guten Zustand, dass sie auf dem Gabentisch der lettischen Kinder für helle Aufregung sorgen werden“, so die Aktionsbetreiberin.
Dankesbriefe aus Lettland gehen bei der Familie Groß Monat für Monat ein. Erst vor Tagen übergab der Landrat des Kreises Valmiera, Vitauts Stana, Renate Groß ein Geschenk: einen Kalender in limitierter Auflage mit dem Titel „Das deutsche Kulturerbe im Kreis Valmiera“.
Der Landrat schreibt dazu: „Die lettische und die deutsche Kultur waren seit Jahrhunderten eng verflochten. Die Zusammenarbeit und Freundschaft wird immer enger, allein schon durch die gleichberechtigte Partnerschaft in Europa. Mein Dank gilt den Partnern im Kreis Valmiera und unseren Freunden im Kreis Gütersloh für die gute Zusammenarbeit“.
Spendenaktion
Kindern ein Lächeln schenken
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Spenden willkommen: (v. l.) Rainer Langkamp (Sparkasse Gütersloh), Stephan Kaiser (Vorsitzender "Kinder in Valmiera"), Hartmut Redlich (Zweiter Vorsitzender "Kinder in Valmiera"), Landrat Sven-Georg Adenauer und Werner Twent (Sparkasse Wiedenbrück) unterstützen die Sammelaktion, die am 1. Dezember beginnt.

Bild: Ackfeld

Die Glocke AUSZUG VOM 21. Nov. 2009

Von CHRISTOPH ACKFELD

Kreis Gütersloh (gl). Es geht zwar auch, aber eben nicht nur um Spenden im großen Stil: Stephan Kaiser und Hartmut Redlich vom Verein "Kinder in Valmiera" sammeln im Dezember Geld für die Aktion "Schenk Kindern ein Lächeln". Unterstützt wird der Verein von den Sparkassen im Kreis Gütersloh.

Ab Dienstag, 1. Dezember, stehen in allen Filialen der Sparkassen bis Ende des Jahres Sammelboxen. Plakate weisen potenziellen Spendern den Weg zu den Spardosen. "Wir sind für jede Spende dankbar", sagt Vorsitzender Stephan Kaiser, der zusammen mit seinem Stellvertreter Hartmut Redlich die Idee für die Spenden-Aktion hatte. In einer Hau-Ruck-Aktion wurde sie zügig in die Tat umgesetzt.
Ende Oktober waren die Vorstandsmitglieder zusammen mit einer Gütersloher Delegation um Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) in der lettischen Partnerstadt Valmiera. "Es war dramatisch, beeindruckend im negativen Sinn", berichtet Kaiser. Die Wirtschaft in Lettland ist von der Wirtschaftskrise mit voller Wucht getroffen worden, das soziale staatliche Netz aber lange nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. "Es wird dringend Hilfe benötigt", erklärt Sven-Georg Adenauer. Hilfe, die über die bereits bestehende Infrastruktur des Vereins "Kinder in Valmiera" geleistet werden soll. Gefördert werden sollen Einrichtungen wir Kindergärten, Sonderschulen oder der Austausch des Schulorchesters, das im kommenden Jahr dem Kreis Gütersloh einen Besuch abstatten will.
"Es war für uns eine leichte Entscheidung, die Aktion zu unterstützen", erklärte Werner Twent, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Wiedenbrück stellvertretend für seine Kollegen. Denn ebenso werden Sammelstellen in den Sparkassen Rietberg und Gütersloh eingerichtet. Das Personal macht mit und hilft potenziellen Spendern, falls Fragen offen sind.
Schließlich soll kein Cent durch die Lappen gehen. Um ein Kinderlächeln zu schenken, reichen mitunter schon kleine Summen. Und genau deshalb freuen sich Stephan Kaiser und Hartmut Redlich vom Verein Kinder in Valmiera über jede Gabe, die anschließend direkt in Lettland investiert wird.
www.kinderinvalmiera.de
Informationsaustausch
Letten wollen an Gütersloher Wissen teilhaben
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Informationsaustausch über die Lage in Lettland: (v. l.) Vitauts Stana, Hans-Joachim Schwolow, Janis Duklavs und Landrat Sven-Georg Adenauer sprachen über die wirtschaftliche Krise.



Die Glocke AUSZUG VOM 17. Nov. 2009

Kreis Gütersloh (gl). In Lettland zeigen sich die Folgen der Wirtschaftskrise für die Kommunen immer stärker: Der Haushalt der Partnerstadt des Kreises Gütersloh, Valmiera, wird beispielsweise im Vergleich zum Jahr 2008 um 58 Prozent reduziert. Diese Hiobsbotschaft hat Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis bei einem Gespräch mit Vertretern aus Gütersloh verkündet.

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) war zu einem Kurzbesuch nach Valmiera geflogen, um mit den lettischen Freunden über die Zukunft der Partnerschaft zu sprechen. Sie soll mit der Gründung eines Partnerschaftsvereins auf eine neue Basis gestellt werden. Gründungsmitglieder sind die sechs Großgemeinden und die Stadt Valmiera.
Bei dem Gespräch über die Zukunft der Partnerschaft wurden zahlreiche Projekte angesprochen: An einem Erfahrungsaustausch in Sachen Katastrophenschutz ist der Bürgermeister der Großgemeine Burtnieki, Janis Leitis, interessiert.
Bürgermeister Janis Zuments von der Großgemeinde Naukseni plant an einer Wassermühle in seiner Gemeinde ein Wasserkraftwerk und will sich das Wissen aus Gütersloh zu nutze machen. Ebenso wurde um Hilfe bei der Einrichtung eines Altenheims gebeten Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft, kündigte an, eine Ausstellung der drei Kunstschulen Valmiera, Rujiena und Mazsalaca zu planen. Über den Kauf von Schülerarbeiten könne man die Kunstschulen finanziell unterstützen.
Ein wichtiger Punkt der Besprechung war die humanitäre Hilfe. Von allen Bürgermeistern wurde nicht nur die Fortsetzung gewünscht, sondern sogar die Bitte an den Kreis Gütersloh herangetragen, die humanitäre Hilfe zu intensivieren. Dringend benötigt würden Kleidung und Schuhe mit Schwerpunkt auf Kinderkleidung. Es wurde vereinbart, die humanitäre Hilfe in Zukunft nicht mehr so stark an bestimmte Einrichtungen zu senden, sondern vielmehr die Güter den Großgemeinden zu überlassen.
Stephan Kaiser von "Kinder in Valmiera" betonte, im Rahmen dieses Delegationsaufenthalts nach möglichen weiteren Projekten für seinen Verein Ausschau zu halten. Er denke dabei vor allem auch an Gemeinden, die bisher nicht so stark berücksichtigt worden seien. Er wies darauf hin, dass er Anfang Dezember einige Kindereinrichtungen besuchen werde, um kleine Weihnachtspräsente zu überreichen.

Hintergrund
Kreis Valmiera: Im Zuge einer Gebiets- und Verwaltungsreform hat sich der Kreis Valmiera aufgelöst ("Die Glocke" berichtete). Stattdessen gibt es jetzt neben der Stadt Valmiera sechs Großgemeinden. Entsprechend ergeben sich auch viele Änderungen. Die Verkehrsbetriebe in Valmiera zum Beispiel werden jetzt von einzelnen Gemeinden getragen. Über die Situation in Lettland informierten sich Landrat Sven- Georg Adenauer, Dr. Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft, Hans-Joachim Schwolow, Partnerschaftsbeauftragte des Kreises Gütersloh, Dr. Anne Bunte, Abteilungsleiterin Gesundheit, Hans-Dieter Kramer, Lebensmittelkontrolleur Kreis Gütersloh, sowie Stephan Kaiser vom Verein "Kinder in Valmiera".
Lebkuchenspende für Kinder in Lettland
Süßes von den Partnern
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200 Kilogramm Lebkuchen für Kinder in Valmiera: (v. l.) Harald Godt, Peter Knaust, Klemens Keller und Stephan Kaiser.


Bild: Neitemeier

Die Glocke AUSZUG VOM 14. Nov. 2009

Von Martin Neitemeier

Kreis Gütersloh (gl). Kinder im lettischen Partnerkreis Valmiera dürfen sich auf Lebkuchen aus dem Kreis Gütersloh freuen. Die Firma Ravensberg aus Borgholzhausen hat dem in Steinhagen ansässigen Verein "Kinder in Valmiera" 200 Kilogramm dieser Leckerei zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Klemens Keller hatte den Kontakt geknüpft, nachdem er bei einem Besuch in Lettland selbst festgestellt hatte, dass Hilfe im Partnerkreis Not tut. Keller und auch Peter Knaust, Chef der Lebkuchenfabrik in Borgholzhausen, unterstützen die Steinhagener Initiative. Im Rahmen ihres Weihnachtsbesuchs in Lettland werden Schatzmeister Harald Godt und Vorsitzender Stephan Kaiser von "Kinder in Valmiera" die Präsente an Kinder in neun verschiedenen Einrichtungen verteilen. "Die Jüngsten können nichts für die große wirtschaftliche Not in Lettland und freuen sich über kleine Geschenke sehr", sagt Kaiser. In diesem Jahr werden auch zwei Mitglieder der Show- und Unterhaltungsband "Emsperlen" beim Weihnachtsbesuch mit von der Partie sein.
Stadt Valmiera hat große finanzielle Sorgen
Familienzentrum wird geschlossen
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In zwei Bauabschnitten wurde das ehemalige Waisenhaus von Valmiera zwischen 2004 und 2006 baulich modernisiert und inhaltlich neu strukturiert. Unter anderem setzten sich Landrat Sven-Georg Adenauer sowie der Lions-Club Rheda-Ems intensiv für das Projekt ein und förderten es.

Flankiert von Landrat Sven-Georg Adenauer (links) und Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow eröffnete Valmieras Landrat Vitauts Stana Anfang Dezember 2004 das neue Familienzentrum. Ein bewegender Tag auch für Leiterin Sarmite Zate-Jurevica.


Bilder: Neitemeier

Die Glocke AUSZUG VOM 14. Nov. 2009

Von Martin Neitemeier

Kreis Gütersloh (gl/mn). Vor allem aus finanziellen Gründen schließt die Stadt Valmiera das mit Hilfe aus dem Kreis Gütersloh aufgebaute Kinder- und Familienzentrum Pargauja. Einstimmig habe der Rat beschlossen, das Haus umzustrukturieren, teilte Bürgermeister Inesis Bokis jetzt Landrat Sven-Georg Adenauer bei dessen Besuch in Lettland mit. Erst vor Kurzem hatte die Stadt nach der Auflösung des Kreises Valmiera die alleinige Trägerschaft übernommen.

Der durch die Wirtschaftskrise bedingte Rückgang des städtischen Haushalts um 58 Prozent im Vergleich zu 2008 ist der Hauptgrund für die Schließung. Aber auch der Rückgang der zu betreuenden Kinder gab den Ausschlag. Bürgermeister Bokis bat um Verständnis für die Entscheidung. Er wisse, dass es vertragliche Regelungen mit der deutschen Seite gebe, die Einrichtung zehn Jahre als Kinder- und Familienzentrum zu nutzen. Bei Vertragsabschluss habe man aber nicht mit einer derart tiefgreifenden wirtschaftlichen Krise rechnen können, die eine solche Entscheidung notwendig mache. Er versichere, dass das Zentrum auch weiterhin als soziale Einrichtung genutzt werde.
Landrat Adenauer, der sich mit dem Lions-Club Rheda-Ems intensiv für Pargauja eingesetzt hatte, war mit einer kleinen Delegation nach Lettland gereist, um über die Zukunft der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und dem inzwischen aufgelösten Partnerkreis Valmiera zu reden. Bisher sei das Kinderund Familienzentrum Pargauja staatlich unterstützt worden. Ferner habe der Kreis Valmiera, der finanziell gut aufgestellt gewesen sei und gut gewirtschaftet habe, die Einrichtung gefördert, so der Kreis Gütersloh. Diese Förderungen entfielen künftig, so dass die Stadt Valmiera allein die finanziellen Verpflichtungen für diese Einrichtung trage. Das Kinder- und Familienzentrum Pargauja gilt als eine der besten Einrichtungen dieser Art in Lettland.

Altenheim nutzt Teilbereich
Die augenblickliche Lage zwinge zu einem Umdenken, so Valmieras Bürgermeister im Gespräch mit Sven-Georg Adenauer. Lediglich vier Kinder aus Valmiera, davon drei schwer Erziehbare, besuchten derzeit die Einrichtung. Fünf Kinder kämen aus der Stadt Mazsalaca, die restlichen aus ganz Lettland, so Bokis. Bis zu 36 Kindern konnte Pargauja ein Zuhause bieten, ausgelastet war das Haus aber schon lange nicht mehr.
Die Stadt Valmiera habe die Kommunen angeschrieben, die bisher Kinder nach Valmiera geschickt hätten, um sie um eine finanzielle Hilfe für die Unterbringung der Kinder zu bitten. Nur wenige Gemeinden hätten überhaupt geantwortet. Und von den anderen sei keine bereit gewesen, sich an der Finanzierung zu beteiligen. 12 bis 13 Lat pro Tag (17 bis 18 Euro) kostet die Unterbringung eines Kindes bei einer Auslastung des Hauses mit 36 Kindern. Im Zentrum sind derzeit 40 Arbeitskräfte beschäftigt. Für die Kinder ist bereits nach sinnvollen individuellen Lösungen gesucht worden. Die Stadt Valmiera plant, in dem Kinder- und Familienzentrum Pargauja, das im Dezember 2006 nach zweijährigen Umbaumaßnahmen und inhaltlicher Neuausrichtung eingeweiht worden war, eine Tagesstätte für geistig behinderte Kinder einzurichten sowie den Rest des Gebäudes dem Altenheim zur Verfügung zu stellen. Das will dort geistig verwirrte ältere Menschen unterbringen. Es sei dringend notwendig, weitere Altenheimplätze zu schaffen, da bereits zirka 100 Personen auf der Warteliste stünden. Davon seien 20 Fälle akut.
Die Tagesstätte für geistig behinderte Kinder in dem Kinderund Familienzentrum Pargauja würde noch vier weitere Jahre staatlich gefördert, so Bokis. Die Kinder werden von drei Mitarbeitern betreut. Von den 30 noch tätigen Mitarbeitern im Kinderund Familienzentrum würden 20 im Altenheim weiterarbeiten. Einige Mitarbeiter hätten bereits eine Aufgabe in Kinderzentren in Riga gefunden, teilt der Kreis abschließend mit.
Musikschule Valmiera
Klangfarben Lettlands einfühlsam dargeboten
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Im Sonntagsstaat: Für ihr Kammerkonzert in der Kreismusikschule in Gütersloh präsentierten sich Flötistin Elina Bresle, Pianist Klavs Abols und Marimbaphonist Pavils Nikitins nicht nur musikalisch gut vorbereitet, sondern auch dem Anlass gemäß gekleidet.


Bild: Gans

Die Glocke AUSZUG VOM 05. Nov. 2009

Von Matthias Gans

Gütersloh (gl). Schon seit einigen Jahren herrscht ein reger Austausch zwischen der Kreismusikschule in Gütersloh und der Musikschule im lettischen Valmiera. Er gipfelte im vergangenen Jahr in einer Tournee der "Gütersloher Philharmoniker" durch den zentralen baltischen Staat.

"Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt", sagte Schulleiter Michael Corßen an seinen Kollegen Aivars Cepitis gewandt, als er zu einem Kammerkonzert mit drei jungen lettischen Schülern ein recht übersichtliches Publikum im Kammermusiksaal begrüßte.
Ein wenig mehr Aufmerksamkeit hätte man sich für die elf und zwölf Jahre alten Künstler, die ihre Auftritte in Anzug und Kleid absolvierten, durchaus gewünscht. Repräsentierte der Abend doch nicht nur das hohe Unterrichtsniveau der Partnerschule, sondern ließ auch manch hierzulande unbekannte Musik hören.
Den Hauptanteil hatte der elfjährige Pianist Klavs Abols zu absolvieren. So eloquent der junge Mann Bach Vater und Sohn zu handhaben wusste, so rasant ging er am Ende mit der "Polichinelle" von Heitor Villa-Lobos um. Dazwischen durfte man sich über ein selbstbewusst aus den Tasten gemeißeltes musikalisches Zwiegespräch zwischen zwei zerstrittenen Tanten von Aram Khachaturian und die fast impressionistisch gefärbte "Geschichte eines Nachtvogels" von Gundega Smite freuen.
Auch Flötistin Elfina Bresle wollte nicht nur mit schönen Standards wie Maria Theresia von Paradis' "Siciliana" begeistern. Begleitet von der Klavierpädagogin Inese Reinfelde brachte die Zwölfjährige ebenfalls folkloristische Klangfarben Lettlands ein. Der elfjährige Pavils Nikitins demonstrierte sein Talent am Marimbaphon mit ausgesprochener Wunschkonzertmusik. Bachs berühmtes "Air" wusste er genauso einfühlsam zu gestalten, wie Bizets "Carmen"-Vorspiel und eine lettische Polka effektvoll auf den Punkt zu spielen.
Und wenn man dann erlebt hat, mit welchem Spaß die drei jungen Musiker den Abend mit einem schwungvollen Tanz aus ihrer Heimat beendeten, darf man hoffen, dass sie nicht nur einen guten Eindruck, sondern auch ein paar Noten in Gütersloh hinterlassen haben.
Häusliche Gewalt in Lettland
"Die Kinder fliehen schon zu uns"
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Rutschkowski (Opferschutzbeauftragte bei der Kreispolizeibehörde), Vija Toca (Mitarbeiterin des Krisenzentrums Dardedze in Valmiera), Ellen Wendt (Gleichstellungsbeauftragte im Kreishaus), Gitte Weier (Leiterin der Frauenberatungsstelle in Gütersloh), Dolmetscherin Dr. Silvana Kreyer und Dardedze-Chefin Eva Sare.


Bild: Bitter

Die Glocke AUSZUG VOM 17. Aug. 2009

Von JOHANNES BITTER

Kreis Gütersloh (gl). Die seit 1992 bestehende partnerschaftliche Verbindung des Kreises Gütersloh mit dem lettischen Kreis Valmiera hat seit 2005 auch einen frauenpolitischen Aspekt. Inzwischen besteht ein enger Kontakt zum Krisenzentrum Dardedze, das Eva Sare in Valmiera leitet. Vija Toca steht ihr zur Seite.

Diese Einrichtung, finanziert von Staat und Stadt, hat allein das Wohl der Kinder im Auge, die häusliche Gewalt erfahren haben. Niemand kümmert sich um die Eltern, zu denen die Jungen und Mädchen nach 30 Tagen beziehungsweise in ganz schweren Fällen nach 60 Tagen zurück müssen. "Es gibt kein Gesetz gegen häusliche Gewalt. Deutschland hat uns da viel voraus, was rechtliche Bestimmungen und soziale Rehabilitation betrifft", sagt Sare. Wenn der Mann der Übeltäter sei, müsse er erst der Wohnstätte fernbleiben, wenn ein Gerichtsverfahren gegen ihn laufe. Und: "Die Kinder fliehen schon zu uns."
Der aktuelle Erfahrungsaustausch fand am Freitag in der Frauenberatungsstelle von Gitte Weier an der Berliner Straße 46 in Gütersloh statt. Frauennotruf, Frauenhaus und der Arbeitskreis, der Initiativen gegen häusliche Gewalt vernetzt, wurden erörtert. Das dritte deutsch-lettische Partnerschaftsforum mit 150 Teilnehmern, unter ihnen Bürgermeister und Polizeibeamte, im Landesamt für Polizeiausbildung in Selm habe häusliche Gewalt als Thema aufgriffen, teilte Dolmetscherin Dr. Silvana Kreyer aus Langenberg mit. Als besonders wertvoll stellte sie den Vortrag der Opferschutzbeauftragten der Kreispolizeibehörde Gütersloh, Ursula Rutschkowski, in Selm heraus. Die Polizeihauptkommissarin: "Es geht darum, erst einmal ein Bewusstsein zu schaffen." Ellen Wendt, Gleichstellungsbeauftragte im Kreishaus, erinnert daran, dass auch in Deutschland Gewalt in Beziehungen lange als Privatangelegenheit behandelt worden sei. Im Kreis Gütersloh gebe es seit 25 Jahren Beratungs- und Hilfsangebote. Erst das 2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz biete betroffenen Frauen die Möglichkeit, auf zivilrechtlichem Weg Schutzmaßnahmen zu beantragen, die den Verweis des gewalttätigen Partners aus der gemeinsamen Wohnung bewirken, erläutert Rutschkowski. Der UN-Ausschuss habe Lettland nahe gelegt, ein Gesetz gegen familiäre Gewalt zu verabschieden. Es sei auch ein entsprechendes Programm für 2008 bis 2011 vorgelegt worden, weiß Dr. Kreyer. Doch die niederschmetternde Wirtschaftskrise habe solche Gedanken überrollt.
Für Eva Sare ist es deshalb besonders wichtig, im Kreis Gütersloh einen Partner zu haben, "der uns von Anfang an hilft" - zum Beispiel mit Kleidung und Spielsachen für das Krisenzentrum Dardedze. Wörtlich: "Wir nehmen Mut mit in den Alltag. Und der ist in Lettland harsch."
Lettische Delegation ist zu Gast
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Eine Delegation aus dem lettischen Partnerkreis Valmiera war im Kreis Gütersloh zu Gast. Am Samstagabend traf man sich mit den deutschen Gastgebern im Garten von Dr. Silvana Kreyer am Blumenweg in Langenberg.


Bild: Bitter

Die Glocke AUSZUG VOM 17. Aug. 2009

Von JOHANNES BITTER

Langenberg (gl). Am dritten Deutsch-Lettischen Partnerschaftsforum im Landesamt für Polizeiausbildung in Selm-Bork (Kreis Unna) haben 21 Frauen, Männer und Jugendliche aus dem Kreis Valmiera teilgenommen. Zu ihm unterhält der Kreis Gütersloh seit 1992 partnerschaftliche Beziehungen.

Am Samstagmorgen schilderte der Europa-Abgeordnete Elmar Brok die Situation in den baltischen Staaten fünf Jahre nach der Osterweiterung der Europäischen Union. Die rund 150 Zuhörer der simultan übersetzten Standortbestimmung des in Schloß Holte aufgewachsenen Europa-Politikers kamen auch aus der Stadt Salacgriva, mit der Handewitt (Kreis Schleswig- Flensburg) verschwistert ist, und aus der Stadt Smiltene, deren deutsche Partnerin Willich im Kreis Viersen heißt.
Die Delegation aus Valmiera reiste anschließend in den Kreis Gütersloh, ließ sich von Alfons Brielmann durch das Wiedenbrücker- Schule-Museum in Wiedenbrück führen und traf sich abschließend im Garten von Dr. Silvana Kreyer am Blumenweg in Langenberg. Die lettische Kulturbeauftragte und Dolmetscherin eröffnete den Abend stilvoll mit Hausmusik, dargeboten vom Leiter der Musikschule Lippstadt, Wolfgang Streblow am Klavier, und seiner Frau Regina an der Querflöte.
Die Musikschule pflegt seit längerem Kontakte zu Valmiera, wie der Partnerschaftsbeauftragte im Kreishaus Gütersloh, Hans-Joachim Schwolow, erläuterte. Er organisierte das Forum in Selm- Bork wesentlich mit und hat das nächste in Lettland schon im Visier. Weiter berichtete Schwolow, dass die Bürgermeisterrunde im Kreis Valmiera bereits beschlossen habe, einen Partnerschaftsverein zu gründen. Außerdem bahnt Musiklehrer Gvido Brencevs von der Mittelschule in Rujiena Kontakte an zum Gymnasium Steinhagen.
Und bevor sich die Lettinnen und Letten zu Hohenfelder Bier am Büffet von "Pütt's" stärkten, bedankte sich Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag mit einem Blumenstrauß bei Gastgeberin Dr. Silvana Kreyer.
Diese konnte dem Gemeindeoberhaupt gleich eine lettische Bürgermeisterriege vorstellen: Stana Vitauts (Gemeinde Valmiera), Inesis Bokis (Großgemeinde Valmiera), Gunars Zunda (Mascalaca), der Chefarzt Dr. Edgars Grandans mitgebracht hatte, und Guntis Gladkins (Rujiena). Schwolow und seine lettische Kollegin Rudite Markus starteten gestern Morgen zu einer sauerländischen "Fahrt ins Blaue". Am Sonntagabend empfing der stellvertretende Landrat des Kreises Gütersloh, Dieter Mersmann, die Freunde aus Valmiera auf seinem Hof in Herzebrock.
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